Project Description

Heba Y. Amin: Fruit from Saturn

Ausstellung im Zentrum für verfolgte Künste Solingen vom 15.11.2019 bis zum 2.2.2020

Im Bild zu sehen: Yvan Goll: FRUIT FROM SATURN, Brooklyn: Hemisphere Editions, New York 1946, page 9, The hermetic philospher bearing the universe, Paris 1659.

Der Titel der Ausstellung stammt vom deutsch-französischen Dichter Yvan Goll und seinem gleichnamigen englischsprachigen Gedichtband, der 1946 in den USA veröffentlicht wurde. Die Ausstellung Fruit from Saturn thematisiert die Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart in Krisenzeiten, insbesondere in Bezug auf das nationalstaatliche Paradigma. Durch Entwicklungslinien, die von gescheiterten politischen Bewegungen, Migration und Fragen der Zugehörigkeit geprägt sind, kritisieren sowohl Amin als auch Goll den Einsatz von Technologien zugunsten hegemonialer Macht.

Heba Y. Amins Ausstellung beschäftigt sich speziell mit Fruit from Saturns Eröffnungsgedicht “Atom Elegy”, das von der Erfindung der Atombombe ausgelöst wurde. Die erste Version der Elegie, 1942 geschrieben, wurde später im Hinblick auf die amerikanischen Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki 1945 geändert. Die Solinger Sammlung von Yvan Golls Oeuvre basiert auf der Recherche von Jürgen Serke, der dem Museum ein unveröffentlichtes Originalmanuskript von “Atom Elegy” – teils getippt, teils handschriftlich – geschenkt hat. Es wird erstmals im Rahmen der Ausstellung zu sehen sein.

Die Veranstaltung hebt die wichtige, allerdings weitgehend in Vergessenheit geratene Arbeit von Yvan Goll hervor und überführt diese wieder in den aktuellen Diskurs. In Abstimmung mit der Ausstellung wird das derzeit vergriffene Originalmanuskript Fruit from Saturn wieder in Umlauf gebracht und eine Live-Lesung von “Atom Elegy” präsentiert.

(c) Sebastian Böttcher

Heba Y. Amin, geboren 1980 in Kairo, lebt in Berlin. In ihrer forschungsbasierten künstlerischen Praxis erkundet sie Themenbereiche, die um aktuelle Debatten wie Urbanität und Technologie kreisen. Ihre Projekte hinterfragen Konstruktions- und Entwicklungskontexte politischer Zusammenhänge und strittige Bereiche, die durch Fugen, Verwerfungen oder Erinnerungslücken entstehen. Heba Y. Amins Arbeiten wurden und werden weltweit ausgestellt, u.a.: 10. Berlin Biennale, 15. Istanbul Biennale, Kunsthalle Bremen (Kunstpreis der Böttcherstrasse 2018), MAXXI Rom, FACT Liverpool, Kunsthalle Wien, Museum of Modern Art in Warschau, MOCAK Krakau, Kunstverein Hamburg, 9. Forum Expanded Exhibition der Berlin Berlinale, IV Moscow International Biennale for Young Art.

Jürgen Kaumkötter, geboren 1969 in Osnabrück, ist seit Oktober 2019 Direktor des Zentrums für verfolgte Künste Solingen. Der studierte Kunsthistoriker ist anerkannter Experte der verfolgten Künste und seit Gründung des Zentrums 2015 als Kurator verantwortlich für das Ausstellungsprogramm. Seine Promotion zum „Selbstbildnis mit Judenpass von Felix Nussbaum“ an der Universität Osnabrück steht kurz vor dem Abschluss, dort ist er auch als Lehrbeauftragter tätig.

Jürgen Serke wurde 1938 in Landsberg/Warthe geboren und lebt bei Hamburg. Der Journalist und Schriftsteller war als Chefreporter für die Nachrichtenagentur UPI tätig, arbeitete beim Stern, der Weltwoche (Zürich) und bei der Welt. Seit 2008 ist seine umfangreiche Exil-Literatursammlung Teil der Dauerausstellung im Zentrum für verfolgte Künste Solingen. Serke wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gratias-Agit-Preis des tschechischen Außenministeriums.

ZENTRUM FÜR VERFOLGTE KÜNSTE, Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen, Telefon: +49 212 2 58 14-0,
www.verfolgte-kuenste.com

PRESSEKONTAKT: Clara Tang, ARTPRESS – Ute Weingarten, Danziger Str. 2, 10435 Berlin, Telefon: +49 (0)30 48 49 63 50, E-Mail: tang.artpress@uteweingarten.de,  www.artpress-uteweingarten.de