„WIR MACHEN DAS. JETZT“

Wie Begegnungen und Partnerschaften Zukunft schaffen

100 engagierte Frauen aus Kultur, Kunst, Wissenschaft, Journalismus und öffentlichem Leben haben 2015 „WIR MACHEN DAS“ gegründet. Das Logo präsentiert diesen Satz auch in englischer und arabischer Sprache, doch könnten viele weitere Sprachen genannt werden, denn dieses Projekt ist in jeder Hinsicht international.

„Wir machen das. Jetzt“ – das verspricht die Internetseite. Begegnungen zwischen Menschen, die schon lange in Deutschland leben, und neu zugewanderten Menschen sind das Erfolgsgeheimnis. Das Projekt schafft Partnerschaften, Freundschaften, Integration in unserer transkulturellen Welt.

Teamfoto von WIR MACHEN DAS © Juliette Moarbes

Norbert Reichel: Der Satz „Wir machen das“ erinnert mich ein wenig an Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“. Dieser Satz der Bundeskanzlerin wurde meines Erachtens zu Unrecht kritisiert. „Wir schaffen das“ war und ist ein Auftrag an die, die schon lange hier leben, unabhängig davon, ob sie oder ihre Familien in früheren Zeiten einmal zugewandert waren oder nicht. „Wir machen das“ ist eine emphatische Selbstverpflichtung, diesen Auftrag zu erfüllen. Welche Ziele verfolgen Sie mit den Gründerinnen des Projekts?

Caroline Assad: Im Vordergrund steht für uns die offene Gesellschaft. Wir möchten dazu beitragen, dass die Gesellschaft offen bleibt für Menschen, die neu zuwandern und diese mitsamt ihren Expertisen wahrgenommen werden. Wir möchten in kulturellen Bereichen wie Literatur, Journalismus und Kunst unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit fördern. Gemeinsam wollen wir berufliche Perspektiven, Bildungsangebote und Vernetzung verbessern. Wir fördern die individuellen Ressourcen und schaffen Möglichkeiten zum Austausch. So stärken wir die Teilhabe der Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten. Gemeinsam gestalten wir eine Zukunft, in der Zuwanderung und Vielfältigkeit als Chance und Bereicherung gesehen werden.

Für die Gründerinnen von WIR MACHEN DAS ging es darum, den Satz von Angela Merkel, der erstmal eine Intention ausdrückte, mit Substanz zu füllen.

Norbert Reichel: Das Erfolgsrezept Ihrer Arbeit sind Begegnungen. Wer begegnet wem? Wie organisieren Sie diese Begegnungen? Kommen Menschen auf Sie zu oder gehen Sie selbst zu den Menschen, die nach Ihrem Dafürhalten einander begegnen sollten?

Caroline Assad: Wir nennen das Alteingesessene und Neuangekommene, die sich begegnen. Aber eigentlich begegnen sich in unseren Projekten alle, die Interesse an Journalismus, Literatur und Kunst haben. Bei Gesprächsabenden, Lesungen und Erzählsalons in Buchhandlungen, Museen und Bibliotheken findet ein Austausch statt, der für alle Seiten bereichernd ist.

Norbert Reichel: Sie bezeichnen ihr Projekt als ein feministisches und antirassistisches Projekt. Auf Ihrer Visitenkarte lese ich: „Für eine solidarische, pluralistische und offene Gesellschaft“. Was verbinden Sie mit diesen Begriffen?

Caroline Assad: Intersektionalität ist uns wichtig. Daher sind wir darum bemüht, die Stimmen von Frauen, queeren Personen und Menschen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören, zu fördern. Vor allem ist uns aber der Dialog wichtig, daher geht es uns nicht darum, nur mit der ein oder anderen Gruppe ins Gespräch zu kommen, sondern alle Individuen als solche anzuerkennen und Dialoge zwischen unterschiedlichen Personen – oder wie wir es nennen – vermeintlich Fremden zu fördern.

Ziel des Dialogs ist dennoch immer, Formen der Marginalisierung, des Rassismus und des Sexismus sichtbar zu machen und gemeinsam etwas dagegen zu tun.

Norbert Reichel: Ihr Ziel ist es, nicht nur diejenigen, die von sich aus an Begegnung interessiert sind, zu erreichen, sondern auch diejenigen, die skeptisch sind oder sogar zunächst recht unwilllig auf Zugewanderte und Geflüchtete reagieren. Sie möchten auch die – wie Sie sagen – „wacklige Mitte“ erreichen. Welche Reaktionen stellen Sie in Ihren Projekten fest? Schafft Ihre Arbeit mehr Akzeptanz für Vielfalt?

Caroline Assad: Genau, wir nennen diese Gruppe die „wackelige Mitte“, die etwas verloren im politischen Diskurs ist. Wir dulden aber keine rechten Ansichten, weder an unseren Veranstaltungen noch auf unseren Plattformen. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Unwissen über bzw. Unsicherheit bezüglich Vielfalt und Rassismus. Unsere Projekte zeigen uns immer wieder, dass wir durchaus Menschen erreichen können, die jenseits der sehr progressiven, liberalen Kreise in den Großstädten leben, wenn wir es wagen, aus der Filterblase herauszugehen. Gerade bei Veranstaltungen jenseits der Großstädte, wie zum Beispiel im Rahmen unseres Begegnungsprojektes „Meet Your Neigbours“, schaffen wir den Rahmen für einen fruchtbaren Dialog zwischen alteingesessenen und neuangekommenen Bürger*innen, die sich auf Augenhöhe konstruktiv über verbindende Themen miteinander austauschen.

Norbert Reichel: Joseph Brodsky, der sein Land aus politischen Gründen verlassen musste, schrieb in seinem Essay „The Condition We Call Exile“, dass es immer schwer sei, in der Sprache des Landes, in das man sich als Flüchtender begeben habe, die Vielfalt der eigenen Sprache beizubehalten? Welche Erfahrungen haben Sie in Ihren Projekten? Wie finden die sich Begegnenden von Anfang an eine gemeinsame Sprache?

Caroline Assad: Das ist eine besondere Herausforderung für Autor*innen und Journalist*innen, die schreibend die Welt erfahren. Wir übersetzen und dolmetschen viel. Das sehen wir als wichtige Investition. Menschen sollte es erlaubt sein, sich in der Sprache auszudrücken, in der sie sich am sichersten fühlen. Zusätzlich hat die Globalisierung dazu geführt, dass ganz viele Menschen Englisch sprechen. So können auch viele unserer Autor*innen einfach miteinander kommunizieren .

Norbert Reichel: Was bedeutet das Einfinden in einer fremden Sprache für Schriftsteller*innen, die mehr als alle anderen in jeder Hinsicht in und von ihrer Sprache leben?

Caroline Assad: Was wir sehr oft betrachten – und da können die Kuratorinnen, Annika Reich und Dima Albitar-Kalaji, viel mehr dazu sagen – bringen viele unserer Autor*innen ein hervorragendes Sprachgefühl mit sich, auch wenn sie noch nicht so lange die neue Sprache lernen. Es ist uns aber wie gesagt wichtig, dass Schriftsteller*innen übersetzt werden. Dem Druck, auf Deutsch kommunizieren zu müssen und der Paternalismus, der oft damit einhergeht, möchten wir uns entziehen.

Norbert Reichel: In großen Städten, in denen viele Menschen aus vielen verschiedenen Ländern leben, erscheint es oft einfacher als in anderen eher ländlich geprägten Regionen, Einheimische und Zugewanderte ins Gespräch zu bringen. Sie wollen jedoch auch kleinere und mittlere Städte, ländliche Regionen erreichen. Welche Erfahrungen machen Sie im Projekt „Meet Your Neighbours“?

Das Bild zeigt eine Szene der Meet Your Neighbours- Auftaktveranstaltung in Berlin vom, 17. Januar 2016 © Dominik Butzmann

Caroline Assad: Nach den vielfältigen und eindrucksvollen Erfahrungen mit dem Projekt Meet Your Neighbours sind wir mehr denn je der Überzeugung: Begegnungen machen einen Unterschied. Begegnungen, die in informellen Kontexten zwischen vermeintlich Fremden entstehen, fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die zwischenmenschliche Solidarität ungeachtet von ethnisch-religiösen Kategorien. Modellhaft am Format Meet Your Neighbours ist, dass es gerade außerhalb der urbanen Zentren (zumindest temporäre) Begegnungsorte herstellen und gestalten kann. Wenn sich im ländlichen Raum etwa migrantische Vereine und Organisationen mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen an kulturellen oder literarischen Orten treffen, dann entstehen Verbindungen, die der Alltag dieser Lebenswelten anderweitig nicht ermöglicht. Auch das Kooperationskonzept zwischen Veranstalter*innen und dem Verein WIR MACHEN DAS ist besonders, denn es findet kein „Kulturexport“ in Kleinstädte und ländliche Räume statt, sondern es wird stets zusammen mit den Akteur*innen vor Ort an der spezifischen Gestaltung einer Veranstaltung gearbeitet. 

Der Verein leistet für die Konzeption, Planung und Durchführung eine grundlegende, logistische und finanzielle Rahmenstruktur. Die Partner*innen vor Ort setzen die inhaltlichen Akzente, weil sie die Expert*innen für die lokale Situation sind.

Norbert Reichel: Eines Ihrer Projekte vergleicht Orte in Berlin und in Damaskus. Welche konkreten Orte vergleichen Sie und was haben die Beteiligten dabei erlebt und erfahren?

Caroline Assad: Es wurden unterschiedliche Straßen und Gebäude der beiden Städte in den Fokus genommen und literarisch beschrieben. Svenja Leiber hat über die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz und die Umayyad-Moschee in Damaskus in ihrem Text „Eine Berlinerin in Damaskus: Blendung und Überblendung“ reflektiert. Widad Nabi hat sich das Nikolaiviertel in Berlin und das Al-Nofara Café in Damaskus in ihrem Text „Berlin, die tröstende Stadt“ angeschaut. Dima Albitar-Kalaji hat über einen Gewürzladen in Berlin und Al-Buzuriyeh Souq in Damaskus in ihrem Text „Stadtkarte der Gerüchte“ geschrieben und die Erinnerungen. Annett Gröschner interessierte sich für das Berliner Stasi-Museum und das Ischtar-Tor mit syrischer Aghabani-Stickerei und reflektierte darüber in ihrem Text „Mein Damaskuserlebnis“

Norbert Reichel: Für Künstler*innen ist es wichtig, dass sie ihre Werke präsentieren können, beispielsweise in Ausstellungen. Sie leben davon, dass ihre Werke gebucht oder verkauft werden. Erleben Sie bei den Partnerschaftsprojekten von Künstler*innen mehr Zustimmung oder eher Skepsis beim angesprochenen Publikum? Wie kann es zugewanderten Künstler*innen gelingen, sich im hiesigen Kulturbetrieb zurecht zu finden?

Caroline Assad: Was wir tatsächlich bezüglich der Künstler*innen und Ausstellungen öfter betrachten, ist der Versuch, die Werke stark auf die Themen Flucht und Krieg zu fokussieren oder zu reduzieren. Wir empfinden das Framing der Themen als ausgesprochen wichtig. Wir sind darum bemüht, diesen Tendenzen entgegenzuwirken und dem nicht unreflektiert nachzugehen, dennoch stellt dies immer einen Verhandlungsprozess samt damit einhergehenden Ambivalenzen dar. In Zusammenarbeit mit den Künstler*innen achten wir darauf, dass vor allem die Inhalte Raum bekommen, die von den Künstler*innen als besonders wichtig erachtet werden. Ich würde behaupten, Desinteresse vom Publikum haben wir noch nie erlebt. Ich glaube, es ist viel Interesse an neuen und diversen Stimmen vorhanden. Im Moment läuft unsere Ausstellung „Neue Räume / Neue Perspektiven“, kuratiert von Maritta Iseler, Kunsthistorikerin und Bildredakteurin von WIR MACHEN DAS, noch bis zum Ende des Jahres. Ab Januar 2020 ist die Ausstellung in den Mercator Räumen in Berlin am Hackeschen Markt zu sehen.

Norbert Reichel: In einem Ihrer Projekte präsentieren Sie Kochrezepte. Dilek Güngör präsentierte einen Kartoffelsalat, ein deutsches Nationalgericht, von dem es – wie Katja Berlin in ihren Graphiken mal gezeigt hat – wohl mehr Rezepte gibt als Deutschland Einwohner*innen hat. Man könnte fast sagen: „Cultural Appropriation“ einmal anders herum. Ist das vielleicht gerade sogar das Erfolgsgeheimnis, mit ungewöhnlichen Aktionen auf die Vielfalt im Alltag aufmerksam zu machen?

Caroline Assad: Tatsächlich sind die beiden journalistischen Formate „Wir Kochen Das“ und „Gerichte mit Geschichte“, in denen Protagonist*innen eines ihrer Lieblingsgerichte vorstellen und erzählen, was sie damit verbinden, mitunter die Formate, mit denen wir am meisten spielen können. Solche Prozesse wie „Cultural Appropration“, sozusagen direkt in bewusster Umkehrung des Vorwurfs, entstehen immer wieder in den Gesprächen zwischen unseren Redakteurinnen Dima Albitar-Kalaji und Elisabeth Wellershaus und den unterschiedlichen Journalist*innen wie beispielsweise Dilek Güngör. Diese vielfältigen Perspektiven und komplexen Geschichten existieren ja in uns und um uns herum, ihre Spuren sind, wie Sie sagen, auch im Alltag vorhanden. Es geht uns in diesen Formaten darum, diese Geschichten hervorzuheben und sichtbar zu machen.

Norbert Reichel: Heute gibt es im Fernsehen kaum noch eine Nachrichtensendung, in der nicht ein Migrant*innenkind die Nachrichten präsentiert, kommentiert oder mit Gästen diskutiert. Auf der anderen Seite habe ich manchmal den Eindruck, dass Ein- und Zugewanderte, die die Hiesigen zur ‚Erfolgsgeschichte‘ ernennen, durch eine Vielzahl von Fernsehsendungen, Podiumsdiskussionen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen herumgereicht werden. Gut und schön, aber kann dies nicht auch zu einer Belastung werden oder möglicherweise sogar kontraproduktiv wirken?

Caroline Assad: Definitiv. Das kann auch alles sehr kontraproduktiv werden, weil solche „Erfolgsbeispiele“ gerne mal benutzt werden, um zu behaupten, dass es keine Diskriminierung oder keinen Rassismus gäbe. So nach dem Motto: “Die haben es geschafft, hört auf zu jammern, es ist alles nur eine Frage des individuellen Engagements.“ Dagegen kämpfen wir aber auch mit unseren Projekten an. Themen wie Rassismus und Segregation werden in unserem Magazin offen angesprochen, etwa in der September-Magazin-Edition, in der es um Bildung ging.

Ich wage auch zu behaupten, dass die Journalist*innen und Autor*innen, mit denen wir zusammenarbeiten, sich natürlich mehr Berufschancen, Aufträge, Auftrittsmöglichkeiten und Buchverträge wünschen. Soweit ich das beurteilen kann, kam es bisher zumindest bei niemandem zu einer Überbelastung auf Grund der hohen Aufmerksamkeit durch eines unserer Projekte. Sicherlich berichten Autor*innen, mit denen wir zusammenarbeiten, von der versuchten Vereinnahmung, die sie erleben oder auch von einer Belastung durch die Erwartungshaltung, dass sie sehr viel ehrenamtlich arbeiten. Irgendwie scheint diese Idee, dass geflüchtete oder migrierte Menschen bereit sein sollten, aus Dankbarkeit ehrenamtlich in allen möglichen Projekten mitzuarbeiten, bei Aktivist*innen in der soziokulturellen Szene relativ verbreitet zu sein.

Norbert Reichel: Sie finanzierten sich zunächst über Crowdfunding, haben aber auch Mittel verschiedener Fonds einwerben können, beispielsweise aus dem Hauptstadtkulturfonds, dem Deutschen Literaturfonds der Stiftung Mercator. Wie viele Projekte arbeiten Sie mit befristeten Verträgen. Jetzt haben Sie schon drei Jahre geschafft. Welche Perspektiven haben Sie für die kommenden Jahre? Was „machen“ Sie?

Caroline Assad: Wir hatten eine Crowdfunding Kampagne Mitte dieses Jahres, um konkret unser Online Magazin zu unterstützen. Anfangs finanzierten wir uns aber ausschließlich von Spendengeldern aus unserem Netzwerk. Mittlerweile hat sich unsere Förderlandschaft diversifiziert und wir arbeiten mit verlässlichen Partnern, von denen Sie einige auch in Ihrer Frage genannt haben. Für die nächsten drei Jahren sind tatsächlich und glücklicherweise unsere Projekte größtenteils finanziell abgesichert, unser Kerngeschäft sozusagen. Wir arbeiten mit befristeten Verträgen, das stimmt, einerseits, weil wir noch eine sehr junge Organisation sind, andererseits wegen der Förderabhängigkeit. Es ist aber unser erklärtes Ziel, mit unbefristeten Verträgen zu arbeiten. Wir betreiben weiterhin Fundraising in alle unterschiedlichen Richtungen, ob durch Spenden über Individuen und Unternehmen oder auch öffentliche Gelder oder Förderprogramme unterschiedlicher Stiftungen, mit denen wir einen gemeinsamen Nenner finden.

Es ist unser Wunsch, dass wir mit der Zeit immer stabilere Formen der Finanzierung etablieren, um uns als Organisation und auch als Mitarbeiter*innen weiterentwickeln zu können.

Norbert Reichel: Ihr Büro lag zum Zeitpunkt unserer ersten Begegnung noch am Hackeschen Markt. Auf derselben Etage arbeitet die Redaktion des Missy Magazine. Wie arbeiten Sie zusammen? Wie unterstützen Sie sich gegenseitig?

Caroline Assad: Die ehemalige Geschäftsführerin des Missy Magazins Stefanie Lohaus ist eine Beirätin von WIR MACHEN DAS und auch eines der Gründungsmitglieder der Organisation. Es gab vor allem zu Anfang sehr viele Schnittstellen zwischen unserer Organisation und dem Missy Magazine, sowohl personell als auch inhaltlich. Wir verdanken dem Missy Magazine sehr viel, denn die große Unterstützung war in dieser Zeit notwendig. Mittlerweile hat WIR MACHEN DAS ein eigenes, inhaltlich abgrenzbares Profil und hat sich zu einer komplett unabhängigen Organisation entwickelt. Der Feminismusgedanke ist und bleibt aber das, was uns am meisten mit dem Missy Magazine verbindet.

Norbert Reichel: „Wir schaffen das!“ Haben wir es geschafft und was haben wir geschafft? Und was sollten wir in Zukunft noch schaffen?

Caroline Assad: Der Witz ist ja, dass, unmittelbar nachdem dieser Satz fiel, eine Welle von Rassismus und Diskriminierung sowie die Schließung der Grenzen folgten. Ganz viele Initiativen, Gruppen und Institutionen stehen aber nach wie vor für die offene Gesellschaft und für eine internationale Gesinnung ein.

Wir bei WIR MACHEN DAS haben es geschafft, eine stabile Organisation aufzubauen, die vielfältige Stimmen vertritt und Begegnungen im Literaturbetrieb, im Journalismus, in der Kunst und in der Kultur allgemein realisiert.

In Zukunft möchten wir über unser Handeln reflektieren und uns weiterentwickeln, neue Wege finden, um für die offene Gesellschaft zu arbeiten und um vielfältige Formen der Zusammenarbeit nach wie vor zu fördern.

Foto von Caroline Assad © Jenny Nilén

Caroline Assad ist seit 2018 eine der beiden Geschäftsführerinnen, wurde in Ägypten geboren und lebt seit zehn Jahren in Berlin. Sie ist Bildungswissenschaftlerin und hat in verschiedenen arabischen Ländern gearbeitet, darunter in so unterschiedlichen politischen ‚Verhältnissen‘ wie im Oman und im Sudan.

Am 2.9.2019 habe ich die Geschäftsstelle von „WIR MACHEN DAS“ besucht.

Spenden: Wer für „WIR MACHEN DAS“ spenden möchte, kann dies unter folgender Kontonummer: DE47 4306 0967 1185 8176 00.

(Anmerkungen: Erstveröffentlichung im November 2019, Internetlinks wurden am 17. September 2022 auf Richtigkeit überprüft.)