Antijüdische Bildsprache im und am Kölner Dom

Eine historisch-theologische Führung mit Thomas Frings und Harald Schlüter

„Wir werden verfolgen können, wie diese Denksysteme ‚aus ihren eigenen Eingeweiden‘ so viel Judentum erzeugten, dass im 20. Jahrhundert jeder Bereich menschlicher Aktivität mit Bezug auf das Judentum gesehen und kritisiert werden konnte. ‚Kultur ist, was ein Jud vom andern abschreibt‘, äußerte ein österreichischer Politiker 1907. Wir werden fragen, wie die Funktionen, die von all diesen Vorstellungen vom Judentum im Lauf der Ideengeschichte übernommen wurden, zu dem beitrugen, was eine der dunkelsten Fragen der Moderne bleibt. Wieso waren mitten im 20. Jahrhundert derart erstaunlich viele der gebildetsten Bürger der Welt bereit und fähig zu dem Glauben. Juden und Judentum stellten eine so große Gefahr für die Zivilisation dar, dass sie vernichtet werden müssten? In allen Kapiteln werden wir betonen, dass der Antijudaismus nicht als archaische oder irrationale Kammer im weiten Gebäude des westlichen Denkens zu verstehen ist, sondern als eines der grundlegenden Werkzeuge beim Bau dieses Gebäudes.“ (David Nirenberg, Anti-Judaismus – Eine andere Geschichte des westlichen Denkens, München, C.H. Beck, 2017, von Martin Richter übersetzte Ausgabe der 2013 bei W.W. Norten & Company in London und New York erschienenen Originalausgabe „Anti-Judaism – The Western Tradition“.)

David Nirenberg belegt in 13 Kapiteln die über 3.000 Jahre währende Geschichte antijudaistischer Motive, die im 19. Jahrhundert zum Antisemitismus wurden. Es ist auch eine Geschichte der Pogrome, Vertreibungen, Deportationen und Ermordungen von Jüdinnen und Juden bis hin zur Shoah, die aber auch mit der Gründung eines sicheren Hafens, des Staates Israel am 14. Mai 1948 nicht endete und zuletzt am 7. Oktober 2023 eine neue Qualität gewann. Antisemitismus, Antijudaismus, heute oft im Gewand des Anti-Zionismus, der Delegitimierung des Staates Israel, ist offensichtlich auch Teil der Identitätsbildung mancher Menschen.

Die katholische und die evangelische Kirche folgten lange Zeit dem ideologischen Takt des Antijudaismus. Dies änderte sich in der katholischen Kirche erst im Jahr 1965 mit der Erklärung „Nostra Aetate“, einem Paradigmenwechsel, dessen Genese, Auswirkungen und Rezeption Andreas Renz vom Erzbischöflichen Ordinariat München im Demokratischen Salon darstellte. Nach dieser Erklärung erfolgten Auseinandersetzungen innerhalb der Kirche mit ihrem antijudaistischen Erbe, wie es in Worten der Liturgie und in der Bildsprache in vielen Kirchen zu sehen war.

Der Kölner Dom ist eine der prominentesten katholischen Kathedralen. Unter Beteiligung der Synagogengemeinde Köln und der Kölnischen Gesellschaft für christliche jüdische Gesellschaft beschäftigt sich seit mehreren Jahren die Arbeitsgruppe „Der Dom und ‚die Juden‘“ mit den antijüdischen Darstellungen im Kölner Dom. Hervorgegangen sind daraus verschiedene Publikationen und ein digitaler Rundgang.

Das Domforum, Informations- und Begegnungs- und Besucherzentrum des Kölner Domes, direkt gegenüber dem Hauptportal der Kathedrale. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, sich im Rahmen von Führungen exemplarisch mit den antijüdischen Darstellungen auseinanderzusetzen, diese historisch einzuordnen und zugleich das schleichende Gift bildlicher Darstellungen und deren fatale Folgen nachzuvollziehen. Harald Schlüter ist stellvertretender Leiter des Domforums, einer Einrichtung des Gesamtverbands der katholischen Kirchengemeinden Köln. Thomas Frings ist im Generalvikariat des Erzbistums Köln als Referent für den interreligiösen Dialog mit der Aufarbeitung antijüdischer Narrative befasst.

Der Auftrag

Erklärung des Domkapitels, Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matthias Deml.

Norbert Reichel: Herr Frings, Sie haben dazu beigetragen, dass die katholische und die evangelische Kirche im Jahr 2025 Leitlinien zum Umgang mit antijüdischen Darstellungen veröffentlicht. Diese wurden der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, Sylvia Löhrmann übergeben. Diese Leitlinien sind nicht der Beginn, sondern das Produkt eines langen Prozesses.

Thomas Frings. Ich möchte den Grundauftrag nennen, warum wir uns als Kirche mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Wir müssen uns als Kirche der Verantwortung bewusst sein, die wir für eine demokratische menschenfreundliche Gesellschaft haben. Wir müssen mit den antijüdischen Narrativen, die seit so langer Zeit im christlichen Dunstkreis umherwabern, aufräumen, sie aufarbeiten und das positive Bild vom Judentum, das die Kirche eigentlich hat, in das Bewusstsein der Menschen bringen. Das ist für mich eine ganz große Verantwortung. So verstehe ich meine Rolle als Mensch, der für das christlich-jüdische Gespräch zuständig ist.   

2025 haben wir als katholische und evangelische Kirche die von Ihnen genannten Leitlinien zum Umgang mit antijüdischen Darstellungen herausgebracht. Antijüdische Motive und Darstellungen gibt es nach wie vor in vielen katholischen wie protestantischen Kirchen. Unsere Leitlinien bieten Sehhilfen für den Blick auf antijüdische Darstellungen in der eigenen Kirche. Diese finden wir beispielsweise in den Stationen der Passion Christi, in denen Juden nicht selten eine problematische Rolle zugeschrieben wird. Daneben haben wir verschiedene Elemente erklärt – wie die Gegenüberstellung von Ecclesia und Synagoge, die Verbindung von Schwein und Jude, das Phänomen des Judenhuts, die Überbetonung der Farbe Gelb –, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass viele Menschen diese Motive nicht lesen können. Es gehört eben nicht zum Allgemeinwissen, solche Darstellungen zu entschlüsseln. Wir wollen erreichen, dass Menschen, wenn sie durch den eigenen Kirchraum gehen, solche Motive erkennen. Schließlich geht es um die Anregung von Diskussionen, wie denn ein angemessener Umgang mit solchen Darstellungen aussehen könnte.

Damit sind wir bei der Frage, die prominent im Fall von Wittenberg in den Medien und in einer Reihe von Gerichtsverfahren eine Rolle spielte. Wie könnte eine angemessene Kontextualisierung aussehen? Die Kommentierung in Wittenberg wird als angemessen angesehen, aber es bleibt dort bei einer Einzelfallentscheidung. Diese Frage muss in jeder Kirche geklärt werden. Unsere Leitlinien waren ein Vorschlag für die Kirchen in Nordrhein-Westfalen und sollten zeigen, dass wir als Kirche die Menschen in den Gemeinden damit nicht allein lassen.

Norbert Reichel: Dazu gehört auch eine Klärung, wie sich Antijudaismus und Antisemitismus zueinander verhalten.

Thomas Frings: Die Frage wird immer wieder diskutiert, ob es sich bei dem jeweiligen konkreten Fall um Antijudaismus oder Antisemitismus handelt. Traditionell würde man Antijudaismus als die religiös begründete Judenfeindschaft definieren und damit alles das bezeichnen, was vor der Zeit, in der das moderne rassistische Denken aufkam, entstand. Bei einer religiös motivierten Begründung würde man von Antijudaismus sprechen, bei einer rassistisch motivierten von Antisemitismus.

In der jüngeren Forschung zeigt sich immer klarer, dass eine solche trennscharfe Unterscheidung beider Begriffe schwer durchhaltbar ist. Einen klassischen Antisemiten aus der Denkschule des 19. Jahrhunderts, der rein rassistisch argumentiert, werden wir kaum finden.

Das Kölner Domkapitel hat im Eingangsbereich des Doms eine Hinweistafel angebracht, in der es anerkennt, dass der christliche Antijudaismus vielfach in der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und ihrem Ausschluss aus der Gesellschaft gemündet ist. Er war auch der Wegbereiter für den modernen Antisemitismus. In der Vergangenheit wurde dies gerne sehr streng voneinander getrennt, auch im Sinne einer Schuldabwehr, indem gesagt wurde, man habe sich nur aus religiösen Gründen gegen Juden gewandt, viel schlimmer wären ja die Rassisten. An den Beispielen antijüdischer Motive im Kölner Dom lässt sich belegen, dass eine solche Auffassung nicht trägt.

Eine vollständige Darstellung dieser Motive im und am Kölner Dom würde den Rahmen unseres Gesprächs sprengen, daher haben wir uns darauf verständigt, Ihnen und Ihren Leser:innen eine Auswahl anzubieten, die zeigt, welche Hintergründe und welche Auswirkungen verschiedene antijüdische Darstellungen am Kölner Dom haben, nicht zuletzt auch – wie gesagt – im Hinblick auf den Blick auf solche Motive in anderen Kirchen.

Das Kinderfenster

Auszahlung der Silberlinge an Judas, Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Glasrestaurierungswerkstatt.

Norbert Reichel: Die jüngste antijüdische Darstellung im Dom ist das sogenannte „Kinderfenster“, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1966 für den Dom geschaffen wurde.

Thomas Frings: Die Initiative für das Kinderfenster ging vom Domjubiläum im Jahr 1948 aus, einem großen Fest in den Trümmern Kölns. Ein solches von Schüler:innen gestiftetes Fenster war bereits im 19. Jahrhundert entstanden und im Krieg zerstört worden. Es sollte jetzt wieder von den Kindern der Stadt und des Bistums Köln gestiftet und in den Dom eingebaut werden. Es dauerte fast 20 Jahre, bis man das Geld und verschiedene Entwürfe gesammelt hatte. Mit dem neuen Einbau im Jahr 1966 befinden wir uns in der Zeit nach dem II. Vatikanischen Konzil, das 1965 endete, und nach der Erklärung „Nostra Aetate“ vom 28. Oktober 1965, die natürlich einen inhaltlichen Vorlauf mit vielen gesamtkirchlichen Debatten hatte.

Beim Einbau des Kinderfensters handelt es sich aus meiner Sicht um einen Vorgang, bei dem wir nicht mehr im Bereich des Antijudaismus, sondern des Antisemitismus sind. Es werden NS-Propagandamotive und -narrative unwidersprochen und unerkannt wieder ins Bild gebracht. In der entscheidenden Zeile des Fensters geht es um sogenannten „jüdischen Verrat“, NS-Propaganda wird eins zu eins wiedergegeben, indem einer „jüdischen Weltverschwörung“ die Bombardierung der Kölner Zivilbevölkerung in die Schuhe geschoben wird. Wir sehen aber auch im gesamten Fenster die Physiognomie aller mit dem Alten Bund verbundenen Personen in der NS-Bildsprache.

Inwiefern diese Narrative bewusst als Antisemitismus konzipiert wurden, ist leider – so müssen wir feststellen – nicht mehr nachvollziehbar. Im Domblatt gab es im Jahr 2020 einen Beitrag von Bernd Wacker, in dem das Kinderfenster erstmals umfassend beschrieben wurde. Bernd Wacker hatte in den Archiven alles gesucht, was zur Entstehungsgeschichte des Kinderfensters zu finden war. Er schrieb, wir hätten eine relativ große Lücke, sodass nicht nachvollziehbar sei, wer diese Bildsprache damals etabliert hatte. Mit dem Titel seines Beitrags „Ostentative Ahnungslosigkeit“ sagt er, dass sich die Verantwortlichen am Dom einer zur Schau gestellten Ahnungslosigkeit bedient hatten, sodass diese Narrative des Nationalsozialismus wieder aufgegriffen werden konnten.

Norbert Reichel: So ungewöhnlich ist dies aus meiner Sicht für die 1960er Jahre nicht. Ich kann mich daran erinnern, dass ich im Jahr 1964 zur Kommunion mehrere Bücher geschenkt bekam, in denen eindeutig antijüdisch-antisemitische Erzählungen zu lesen waren. Ein Beispiel war die Geschichte eines bösen Juden, der ein Christenkind zwang, ihm eine Hostie zu bringen, damit er sie verbrennen konnte, ein anderes die Werner-Geschichte aus Bacharach, der Christenjunge, der von Juden umgebracht wurde, eine Ritualmordgeschichte, wie wir sie auch aus anderen Ländern kennen, mit William von Norwich, dem Anderl von Rinn oder Simon von Trient. So etwas bekamen neun- bis zehnjährige Kinder Mitte der 1960er Jahre zu lesen!

Thomas Frings: Kinder sind mit solchen Erzählungen aufgewachsen. Diese Geschichten und diese Darstellungsformen werden damit in die nächste Generation überführt, auch wenn die eigentliche Perspektive der Kirche auf das Judentum sich ins Positive gewendet hatte.

„Nostra Aetate“ war ein guter Anfang. Seitdem ist viel bewegt worden. Aus der jüdischen Welt hatten wir zum 50- wie zum 60jährigen Jubiläum anerkennende Beiträge, obwohl viele Jüdinnen und Juden zunächst sehr zurückhaltend reagierten, weil erst zu prüfen war, ob es die katholische Kirche mit dem Paradigmenwechsel von „Nostra Aetate“ wirklich ernst meint. Inzwischen könne man feststellen, dass die Kirche es mit diesem Sinneswandel ernst meine.

Zwei Reliefs im Chorgestühl

Sogenannte Judensau, Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte, Foto: Matz und Schenk.

Norbert Reichel: Die Debatte um die antijüdische Skulptur am Wittenberger Dom wurde in den deutschen Medien ausführlich beachtet. Ein vergleichbares Relief haben wir im Kölner Dom im Chorgestühl.

Harald Schlüter: Der in diesem Zusammenhang von manchen immer noch viel zu leicht über die Lippen gebrachte Begriff der „Judensau“ ist so toxisch, dass man eigentlich überlegen muss, ob man den Begriff in dieser Form weiterverwenden darf. In der Forschung spricht man deshalb heute eher von der Gegenüberstellung von Schwein und Jude, sodass es keine automatische Verbindung zur NS-Propaganda gibt, die diese Assoziation aufgegriffen hatte, indem sie vom „Saujuden“ sprach.

Man kann über mittelalterliche Kunstwerke insgesamt sagen, dass es schwer ist zu erschließen, wer der Auftraggeber war, wer in diesem Fall in das Bildprogramm des Chorgestühls eingegriffen hatte. Insgesamt geht es im Chorgestühl mit all den mehr als 100 Darstellungen um Tugenden und Laster. Das ist das Grundmotiv. Es gibt darunter zwei Schmähdarstellungen, die sich an einem mittleren Durchgang auf der Nordseite befinden. Man muss schon sehr genau hinschauen, um diese zu sehen. Das normale Dompublikum kommt bis heute nicht an diese Stelle heran. Und schon im Mittelalter war dieser Bereich den Mitgliedern und den Gästen des Domkapitels vorbehalten.

Dargestellt ist eine Unterstellung, die deshalb besonders perfide ist, weil sie die Reinheitsgebote der Juden auf den Kopf stellt, indem man unterstellt, Juden hätten sich an den Zitzen einer Sau genährt. Die Darstellung im Dom ist fast erzählerisch zu nennen, während eine andere Darstellung dieses Motivs im Außenbereich des Doms ein Wasserspeier anzutreffen ist, bei dem man allerdings ebenfalls sehr genau hinschauen muss, um die Thematik zu erkennen. Für mich führt das immer zur Frage nach den Adressaten. Auch der Wasserspeier lag in einem Bereich, in den auch nicht jeder hinkam. Wir müssen meines Erachtens in der Forschung sehr genau hinschauen, wer die Adressaten welchen Bildes sind.

Norbert Reichel: Man könnte schließen, dass das Kinderfenster der Allgemeinheit gilt, während die Darstellung der Kombination von Schwein und Jude vielleicht eher der ideologischen Selbst-Versicherung des Klerus dienen sollte. Aber das ist natürlich spekulativ.

Harald Schlüter: Die gerade im Chorgestühl angebrachte Darstellung ist höchst polemisch gehalten. Neben der Darstellung der Juden, die sich an der Sau nähren, sehen wir eine Darstellung, die auf die ebenfalls den Juden unterstellte Ermordung des Werner von Bacharach anspielt. Damit sind wir zeitlich etwa ein oder maximal zwei Generation von diesem Ereignis entfernt, das am Mittelrhein ein Pogrom, Verfolgung und Ermordung von Juden ausgelöst hat. Wir haben hier eine enge historische Kontextualisierung, weil die gezeigte Szene auf ein für die damalige Zeit bekanntes historisches Ereignis anspielt. Das schreit geradezu nach der Frage, wer das so dargestellt sehen wollte.

Norbert Reichel: Der heilige Werner wurde inzwischen aus der Liste der Heiligen entfernt.

Harald Schlüter: Im Heiligenkalender des Bistums Trier hat es bis zum Jahr 1963 gedauert, dass man Werner herausgenommen hat. Auch das gehört zu den wunden Punkten, die wir als kirchlich engagierte Christen mit uns tragen. Wir müssen damit umzugehen lernen, wie lange solche Darstellungen nachwirken und dass es offenbar zuvor dabei kein Störgefühl gab. Es ist ähnlich wie beim Kinderfenster, sodass sich die Frage stellt, ob es sich um eine Form von bewusster Propaganda gehandelt hat, um Juden angreifbar zu machen und zu schmähen.

Norbert Reichel: Mit diesem Motiv arbeitet auch die antizionistische Szene, die die Parole „Kindermörder Israel“ verbreitet, unterschwellig auch in vielen Berichten über Gaza, wo immer auf hungernde und getötete Kinder verwiesen wird. Die am 7. Oktober entführten und ermordeten jüdischen Kinder spielten hingegen in diesem Kontext keine Rolle.

Thomas Frings: Den Zwischenschritt bildet die NS-Propaganda, nicht zuletzt in den Stürmer-Karikaturen, in denen Juden diesmal nicht christlichen, sondern deutschen Knaben das Blut entnehmen. Das Narrativ lebt dann weiter in der antiisraelischen Propaganda.

Der Dreikönigenschrein und die Passion Christi

Dreikönigenschrein, Rückseite, Geißelung Christi, Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk.

Norbert Reichel: Die Stadt Köln wurde unter anderem dadurch ein überregional attraktives Wallfahrtsziel, weil der damalige Erzbischof und Erzkanzler Reinhard von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln verschleppte. Die sogenannten „Heiligen Drei Könige“ gehören bis heute zur Identität der Stadt Köln, die deshalb drei Kronen in ihrem Wappen trägt.

Harald Schlüter: Der Dreikönigenschrein bietet eine großartige Goldschmiedearbeit, die eine Bauzeit von etwa 30 Jahren gehabt haben muss. Auf der Rückseite sehen wir zwei Darstellungen, die wohl als letzte entstanden sind: Die Geißelungs- und die Kreuzigungsszene. In der Logik des Bildprogramms ist dies ganz auf Christus bezogen. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man bei der Geißelungsszene, dass die eigentlich in den Evangelien von den römischen Soldaten ausgeführte Geißelung in der bildlichen Darstellung den Juden in die Schuhe geschoben wird. Die beiden Schergen, die Jesus geißeln, tragen einen sogenannten „Judenhut“ als Kopfbedeckung und haben in ihren grimassierenden Gesichtszügen jüdische Physiognomien, wie wir sie aus Schmähkarikaturen kennen.

Wir sind hier Anfang des 13. Jahrhunderts, etwa um 1220. 1215 fand auf dem Vierten Laterankonzil erstmals eine Festlegung in Bezug auf das Erscheinungsbild von Juden und Sarazenen, sprich Muslimen, statt, die sich als Juden oder Sarazenen erkennbar zu kleiden hatten. Es gab noch keine Festlegungen wie beispielsweise den gelben Fleck, der erst später aufkommt. Auch der „Judenhut“ ist genauer zu betrachten. Heute besteht die Vermutung, dass es sich um ein Kleidungsstück handelt, dass die Juden damals tatsächlich getragen haben, sie aber später dann auch dazu gezwungen wurden, einen solchen zu tragen.

Die Unterstellung des Reliefs lautet, die Juden hätten Jesus gemartert, somit aktiv an seinem Tod mitgewirkt. Das hat eine lange Vorgeschichte im Hinblick auf die frühchristlichen Zeugnisse. Bereits im zweiten Jahrhundert unterstellt Bischof Melito von Sardes einen „Gottesmord“: Wenn Jesus der Sohn Gottes war und die Juden ihn ans Kreuz gebracht haben, sind die Juden „Gottesmörder“. Dann kommt im Matthäusevangelium der fatale Satz, der als Kollektivschuld der Juden verstanden wurde: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“ Schon seit dem 12. Jahrhundert wird dies in zahlreichen Kirchen so dargestellt, in Köln beispielsweise in der Kirche Maria Lyskirchen, eine Pfarrkirche, keine Stifts- oder Klosterkirche, wo in den Gewölbemalereien auch die Geißelung mit zwei Juden, noch deutlicher als am Schrein, dargestellt wird.

Ich habe darüber nachgedacht, woher diese Darstellungsweise kommt. Dabei fand ich eine sehr spannende Spur. In der Umschrift über der Szene am Schrein ist davon die Rede, dass Jesus bespuckt wurde, lateinisch „consputo“. Dieses Wort taucht eigentlich nur im Markusevangelium in der Verhörszene vor dem Hohepriester auf. Damit rutschen zwei Misshandlungsszenen ineinander. Das könnte auch der Punkt sein, warum es funktioniert hat, dass man statt der römischen Soldaten Juden in der Geißelungsszene darstellt.

Thomas Frings: Wir haben am Dom noch eine weitere Darstellung in diesem Zusammenhang, die Darstellung des Hohepriesters im Kreuzweg des Kölner Doms. Der Kreuzweg ist aus dem 19. Jahrhundert. Es ist weniger eindeutig, aber dennoch wird hier das Narrativ transportiert, dass der Hohepriester eine wichtige, aber doch überbetonte Rolle beim Leiden und Sterben Christi hat. Das finden wir in relativ vielen Kreuzwegen, auch über den Dom hinaus.

Die Rathauskapelle und der Kunstwettbewerb

Rathauskapelle: Siegerentwurf Büttner © Hohe Domkirche Köln; Andrea Büttner (Visualisierung auf Basis einer Fotografie von Christian Knieps).

Norbert Reichel: Die antijüdischen Darstellungen am Kölner Dom waren Thema eines vom Domkapitel ausgelobten Internationalen Kunstwettbewerbs zum christlich-jüdischen Verhältnis heute. 15 Künstler:innen bestätigten ihre Teilnahme.

Thomas Frings: 2026 haben wir das 600jährige Gedenken der Weihe der Ratskapelle im Raum der ehemaligen Synagoge. Die Umwidmung der Synagoge zur Ratskapelle erfolgte am 8. September 1426. Es gibt einen Zusammenhang mit dem Lochner-Altar im Dom, denn die Marienkapelle mit dem Lochner-Altar wurde auf den Fundamenten des abgebrochenen Thora-Schreins platziert. Wir können die Überschreibung der jüdischen Spuren durch die Christen nachweisen.

Wir können zwar aus allen Bauzeiten des Kölner Doms Spuren des Verhältnisses von Kirche und Judentum im Dom dokumentiert finden. Aus der aktuellen nachkonziliaren Geschichte dieses Verhältnisses, nach „Nostra Aetate“, gibt es in der Ausstattung des Doms kein einziges Zeugnis. Es war das Anliegen des internationalen Kunstwettbewerbs, den das Kölner Domkapitel ausgelobt hat, ein solches zu schaffen.

Der Entwurf von Andrea Büttner bestand in dem Vorschlag, dass der archäologisch ausgegrabene Fundamentstein oberhalb des jetzt mittlerweile im Dom befindlichen Lochneraltars, dem Altar der Stadtpatrone, auf die Wand gemalt wird und somit die Frage nach Fundament und Aufbau noch einmal ganz neu stellt. Dies drängt sich auch in der Ästhetik der Darstellung so auf, dass man an dieser Frage überhaupt nicht vorbeikommt und erkennt, wo dieser Altar einmal stand, wozu er geschaffen wurde. Damit wird auch an die Verdrängungsgeschichte der Stadt Köln erinnert. Der Rat formulierte 1424 „die Vertreibung der Juden auf alle Zeit“.

Der Entwurf von Andrea Büttner wurde am 20. März von einer Jury ausgewählt, das Domkapitel hat einstimmig beschlossen, ihn umzusetzen. Dies soll im Laufe des Sommers 2026 geschehen, genau 600 Jahre nach der Umwidmung der Synagoge in eine christliche Kirche. Damit wird eine wichtige Station im Verhältnis zwischen Kirche und Judentum für die Stadt Köln, für das Erzbistum Köln dem Ausstattungsschatz des Kölner Doms hinzugefügt.

Simon Magus und das Petersportal

Petersportal, Der Sturz des Simon Magus, Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matthias Deml.

Norbert Reichel: Gut sichtbar ist das Petersportal, aber kaum jemand dürfte erkennen, was dort dargestellt ist.

Harald Schlüter: Es ist wie mit dem Altar der Stadtpatrone und seiner Geschichte. Man muss sich schon intensiv damit beschäftigen, um die antijüdischen Hintergründe zu verstehen. Mir erging es ähnlich mit dem Petersportal, das einzige der Portale am Kölner Dom, das in der mittelalterlichen Bauzeit entstanden und skulptural ausgestattet worden ist. Es ist ein Kunstwerk, das im Blick vieler kunsthistorischer Forschungen und auch vieler Publikationen stand, aber eigentümlicherweise hat niemand die dort dargestellten Juden gesehen, auch – wie sich in einem zweiten Schritt herausstellte – nicht sehen können.

Dargestellt sind drei Szenen aus der Petruslegende. Petrus ist der Patron des Kölner Domes, daher ist ihm das erste Portal gewidmet, das man im Mittelalter fertiggestellt hatte, obwohl es in der Gesamtplanung nur ein Seitenportal werden sollte. Das Mittelportal und das nördliche Seitenportal entstanden mit ihrer Ausstattung erst im 19. Jahrhundert.

Die Legende, die dort dargestellt wird, ist spannend, denn sie bietet im Grunde die Erklärung, wie Petrus überhaupt nach Rom gekommen und warum er dort begraben ist. Es geht um das Martyrium der Apostel Petrus und Paulus. Die Legende, die dafür eine entscheidende Rolle spielt, ist die Geschichte von Simon Magus, der in der Apostelgeschichte und den apokryphen Petrusakten auftaucht. Er ist ein Samariter, der sich hat taufen lassen, ein Konvertit, ein Christ, der dann in einen Wettstreit mit den beiden Aposteln gerät. In der entscheidenden und bildreichsten Szene im oberen Register sehen wir Simon Magus zwei Mal, einmal, wie er von Dämonen in den Himmel erhoben wird, dann, wie er durch das Gebet der beiden Apostel am Boden zerschellt und der Legende nach dort auch stirbt.

Die Szene ist symmetrisch aufgebaut und hat Zuschauer. Diese Zuschauer hat man in den einschlägigen Arbeiten, die sich mit dem Portal befassten, als römische Bürger bezeichnet, entsprechend der Legende. Aber wenn man dort hinschaut, sieht man eine charakteristische Hutform, die darauf hinweist, dass diese Hüte Judenhüte sein könnten. Als ich mich näher damit beschäftigte, habe ich herausgefunden, dass es durchaus Hüte gab, die ohne einen charakteristischen Schaft, der als Abschluss des Hutes nach oben zeigt, der Darstellung von Juden dienten. Dass aber diese Hüte tatsächlich Schäfte besessen hatten, war jedoch nicht zu sehen. Durch einen Kollegen wurde ich auf die Spur gebracht, dass es an den Hüten Abarbeitungspuren gab, die anzeigen, dass dort ursprünglich tatsächlich Schäfte waren. Bei einer weiteren Figur im unteren Register kann man den Ansatz eines solchen Schaftes sogar noch sehen, hat ihn in diesem Fall aber wohl nicht sehen wollen. Ich fand es verrückt und verblüffend, dass Fotografien bis ins 20. Jahrhundert immer leicht von schräg unten angesetzt waren, sodass man diesen Schaftansatz nicht sehen konnte.

Ich stellte mir die Frage, was denn dann eigentlich mit der Legende gemeint ist. Der Kunsthistoriker Rolf Lauer hat in einem kleinen Aufsatz zur Parler-Ausstellung im Kölner Schnütgen-Museum 1978/1979 darauf hingewiesen, dass der Platz von Simon Magus im Zwickel des Tympanons eigentlich der Platz ist, der sonst Gottvater vorbehalten ist. Man kann das, wenn man Leute heranführt, gut zeigen, denn man liest es ohne das Hintergrundwissen nicht so. Es weist darauf hin, dass Simon Magus mehr ist als die Legende. Das führt uns zu den Antichristvorstellungen der Zeit, die Ende des 14. Jahrhunderts sehr virulent waren. Man erwartete den Antichristen und glaubte, ihn in verschiedenen historischen Persönlichkeiten angekündigt zu sehen. Für mich ist hier der Sprung in die Gegenwart hoch spannend, weil die Figur des Antichristen wieder hoffähig geworden ist.

Norbert Reichel: Peter Thiel, Alexander Dugin & Co und so manch andere Apologeten der Neuen Rechten behaupten, sie bekämpften den Antichristen. Volker Weiß analysiert diese Zusammenhänge in dem Buch „Katechon – Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart“ (Klett-Cotta, 2026).

Harald Schlüter: Der Katéchon, der den Antichristen laut zweitem Brief des Paulus an die Thessaloniker, aufhalten soll.

Wir können für das ausgehende 14. Jahrhundert eine ähnliche zeitliche Situation konstatieren, die Zeit nach dem der Pest und dem großen Pogrom gegen Juden Mitte des 14. Jahrhunderts, das zur Vernichtung vieler jüdischer Gemeinden geführt hat. Wir sind mit dem Portal – das lässt sich zeitlich gut eingrenzen – in der Zeit nach der Neuansiedlung von Juden durch Erzbischof Friedrich von Saarwerden. Diese prominente Darstellung von Juden am Petersportal könnte daher in gewisser Weise als Reaktion auf die damals aktuelle Situation und Politik gedeutet werden, denn kurz vor der Ausführung des Portals ist es noch einmal zu einer großen Auseinandersetzung zwischen der Stadt und dem Bischof gekommen, die in die Geschichte als sogenannter Schöffenkrieg einging und am Ende durch die Hinrichtung von zwei Juden befriedet wurde. Das Bildprogramm könnte ein unmittelbarer Reflex auf diese Ereignisse sein.

Die Darstellung der Legende um Simon Magus findet sich an anderen Orten bis in die Barockzeit, aber die Darstellung von Juden in diesem Kontext am Kölner Dom ist ein Unikum. Dies hängt aber, wenn man in die Legende hineinschaut, auch damit zusammen, dass sie tatsächlich auf die jüdische Gemeinde in Rom anspielt, in die Petrus und Paulus hineinkommen. Die ganze jüdische Gemeinde ist in Aufruhr, sie wendet sich an den römischen Kaiser Nero, der auf dem Portal auch dargestellt ist. Die Verbindung Simon Magus, Juden, die beiden Apostel ist in der Legende präfiguriert, aber in der Passage der Legende, in der es um die Auseinandersetzung zwischen Simon Magus und den Juden geht, tauchen die Juden verbaliter nicht mehr auf. Das ist eine Kölner Bilderfindung.

Es stellt sich wieder einmal die Frage, wer diese Bildgebung beauftragt, wer das Bildprogramm bestimmt hat. Darüber wissen wir leider nichts. Auffälligerweise befindet sich das Portal im Bereich des Domklosters – so heißt der Platz vor dem Dom heute noch, unser Arbeitsplatz im Domforum trägt die Adresse „Domkloster 3“. Das Domkloster war der Sitz des Domkapitels. Ich fand eine Quelle, die kontextualisierte, dass an diesem Portal Gerichtsverfahren des Kapitels stattgefunden haben. Adressaten des Bildprogramms könnten die Delinquenten gewesen sein, die vor das Gericht gebracht wurden. Eine ähnliche Debatte erlebte ich vor Kurzem auf einer Tagung in Worms, in der es unter anderem um die Darstellungen und die Auftraggeber am Südportal des Wormser Doms ging. Ich denke, hier muss noch viel geforscht werden, um diese Dinge zu vernetzen und zu verstehen. Das sehe ich als eine unserer Aufgaben, schließlich auch mit dem Ziel, solche Zusammenhänge für die Besucher:innen nachvollziehbar zu machen.

Das Judenprivileg – in Stein gemeißelte Urkunde

Judenprivileg, Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk.

Norbert Reichel: Die Geschichte jüdischer Gemeinden kennt ein Auf und Ab. Es gab entspannende und es gab ausgrenzende Phasen bis hin zu Vertreibung und Vernichtung. Eine der entspannenden Phasen begann mit dem Judenprivileg aus dem Jahr 1266, das im Kölner Dom in einer Steinplatte sichtbar ist.

Thomas Frings: Das Judenprivileg räumt Juden bestimmte Rechte in der Stadt Köln ein. Es richtet sich nicht nur an die Menschen in der Stadt Köln, sondern an alle in der gesamten Diözese. Im Speziellen geht es um das Begräbnisrecht auf dem Jüdischen Friedhof an der Bonner Straße im Süden der Stadt sowie um die Monopolstellung der Juden als Kreditgeber gegen die italienischen Kreditgeber, die sich nach Köln auf den Weg gemacht hatten und sich dort auch ansiedeln wollten.

Natürlich muss man sich die Frage stellen, warum der Erzbischof dieses Privileg ausgestellt hatte. Er wird ein Eigeninteresse gehabt haben, weil er zum Beispiel die Gunst der jüdischen Geldleiher brauchte, um seine eigenen persönlichen Vorhaben zu finanzieren. Dennoch ist es eine Urkunde, mit der jüdisches Leben im Kölner Dom explizit geschützt und unterstützt worden ist.

Harald Schlüter: Man kann wörtlich sagen, hier wurde etwas in Stein gemeißelt, um einen Ewigkeitsanspruch geltend zu machen. Wir waren eben schon bei dem Thema der endgültigen Vertreibung im Jahr 1424, in deren Folge die Synagoge in eine christliche Kirche umgewidmet wurde. Dies zeigte – wie so oft – dass für die Ewigkeit geschaffene rechtliche Grundlagen in der Wirklichkeit schließlich doch keinen Bestand haben.

Thomas Frings: Wir können aus der Existenz und aus dem prominenten Platz des Judenprivilegs schließen, dass es damals – im Jahr 1266 – eine bedeutende Zahl von Juden in Köln und in der Diözese gegeben haben muss. Juden müssen ein wirtschaftliches Gewicht gehabt haben. Ansonsten wäre ein solches Privileg, das einen eigenen Friedhof gewährt und wirtschaftliche Betätigung bestätigt, nicht erklärbar. Es dokumentiert eine wohlwollende Geschäftsbeziehung zwischen dem Erzbischof persönlich und der jüdischen Gemeinschaft.

Harald Schlüter: Es entwickelte sich schließlich dahin, dass die Stadt und der Bischof im Jahr 1372 nach der Wiederansiedlung der Juden einen Schutzbrief ausstellen, der auf zehn Jahre befristet ist. Der Schutzbrief wird alle zehn Jahre erneuert. Im Kontext des Petersportals wird erstmals ein Schutzbrief der Stadt und des Erzbischofs ausgestellt, die mehr oder weniger wortgleich sind. 1382 wäre der nächste Schutzbrief fällig gewesen. Der Schöffenkrieg verhinderte eine fristgerechte Ausstellung und der Schutzbrief wird erst zwei Jahre später ausgestellt. Dann gibt es in Köln einen deutlichen Rückschritt, weil erstmals Begriffe aufgenommen werden, mit denen man den Juden vorgibt, dass sie sich so zu kleiden haben, dass sie als Juden erkennbar sind, wie es durch das 4. Laterankonzil schon im Jahr 1215 gefordert war.

(Anmerkungen: Erstveröffentlichung im März 2026, Internetzugriffe zuletzt am 22. Juni 2026, Titelbild: Hans Peter Schaefer. Die Bilder der Darstellungen am Kölner Dom wurden für den Zweck der Dokumentation dieses Gesprächs vom Kölner Dom, Dombauhütte, Bildarchiv zur Verfügung gestellt.)