Veranstaltungen, Ausstellungen und Wettbewerbe

Empfehlungen des Demokratischen Salons

Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungen und Ausstellungen, gelegentlich auch den ein oder anderen Wettbewerb, die ich Ihnen empfehlen möchte. Es handelt sich um eine rein subjektive Auswahl. Die Termine und Kurzbeschreibungen werden regelmäßig ergänzt, abgelaufene Termine werden gestrichen, sodass Sie sich jederzeit aktuell informieren können, wo Sie vielleicht demnächst einmal vorbeischauen können.

Sie können die einzelnen Veranstaltungen nach Orten sortiert direkt über die Sprungmarken erreichen. Sie finden Veranstaltungen und Ausstellungen in Berlin (Wandellesung mit Mazda Mehrgan und Ahmad Awny, Jüdische Designerinnen, Wo blieben die Nazis nach 1945? Geschichte ohne Zeitzeug:innen, Andymonaden, Bundeskongress gegen Antiziganismus), Bonn (Nicole Günther, Thomas Franke, Heldinnen), Brühl (Rheinland) (Farah Ossouli), Düsseldorf (Thema Befreiung), Halle an der Saale (Bauernkriege), Hamburg (Jüdische Kinderwelten), Koblenz (Orientalisches Filmfestival), Lübeck (Thomas Mann), Mannheim (Klimawandel und Kultur), Postdam (Ergreifung Eichmanns), Solingen (Marian Razamski und StraightForward), Weimar (Kunstfest 2025) und Wiesbaden (Programm des Jüdischen Lehrhauses), eine überregionale Veranstaltung in drei Etappen in Karlsruhe, Nürnberg und Pasewalk (Gedenkanstöße zur MEMO-Studie 2025) sowie einen überregionalen Wettbewerb (Geschichten der Zukunft erzählen).

Berlin

Wandellesung mit Mazda Mehrgan und Ahmad Awny: Am 15. September 2025, 19:15 Uhr, präsentieren Mazda Mehrgan und Ahmad Awny im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin ihre Arbeit im Veranstaltungssaal des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung (Stresemannstraße 90, 10963 Berlin). Der in Kairo geborene Autor Ahmed Awny liest auf Arabisch mit deutscher Übertitelung aus seinem Prosawerk. Die aus Kabul stammende Poetin Mazda Mehrgan wird im Tandem mit der deutschen Autorin Uljana Wolf ihre Gedichte im persischen Original und in deutscher Übersetzung vortragen. Beide sind Teil des Projekts Weiter Schreiben. Mazda Mehrgan, geboren in Kabul, ist eine afghanische Dichterin. Sie begann mit siebzehn Jahren, Gedichte zu schreiben, und setzte dies parallel zu ihrem Studium der Medizintechnik und Arbeit bei der Einwohnermeldebehörde fort. In ihrer soziopolitischen Lyrik wendet sie sich gegen religiöse Diktaturen und kämpft für Minderheiten, die aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden. 2018 hat sie den Preis für junge afghanische Poesie, 2023 den „Jaleh Esfahani Poetry"-Preis erhalten. Eine Gedichtsammlung wurde 2019 digital veröffentlicht. Nach der Machtübernahme der Taliban musste sie 2023 ihre Heimat verlassen und lebt heute in Bad Driburg, Deutschland. Ahmad Awny, geboren 1988 in Kairo, ist ein ägyptischer Autor und Lektor. Nach einem Maschinenbau-Studium studierte er „Creative Writing" an der Amerikanischen Universität von Kairo sowie Drehbuch in Marokko. Sein Hauptinteresse gilt sozialen Bewegungen, politischer Propaganda und der Darstellung orientalischer Männlichkeit. 2019 erschien sein erster Roman, „Jawa'iz lel abtal" („Manche erreichen Größe"), der mit dem Sawiris-Preis als bester Roman des Jahres ausgezeichnet wurde. Heute lebt er in Berlin und arbeitet an einem Buch, das Biografie und politische Analyse verbindet, indem es die fragilen Bruder-Schwester-Beziehungen in Ägypten thematisiert. Kooperationspartner und Förderer von Weiter Schreiben sind die Crespo Foundation, die C.H. Beck Kulturstiftung, die Stiftung Preußische Seehandlung, die Fondation Michalski und der Weiter Schreiben Freundeskreis. (Die Darstellung orientiert sich an der des Programms „Weiter Schreiben" vom 21. August 2025.)

Geschichte erzählen im digitalen Zeitalter: Das Leo Baeck Institut Berlin lädt zu einer Veranstaltungsreihe ein, die am 21. August 2025, 18 Uhr, begann. Weitere Veranstaltungen folgen am 9. September 2025 und am 16. Oktober 2025 . Am 9. September heißt es „Echt genug?" Katalin Krasznahorkai, „In Echt? Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen" und Ruth-Anne Damm, Zweitzeugen e.V. diskutieren mit Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur des Tagesspiegel . Am 16. Oktober moderiert Sharon Adler ein Gespräch über das „Erinnern in Bildern" am Beispiel von Comics und Graphic Novels als mediale Gedächtnisräume mit Nathalie Frank und Birgit Weyhe („Wie geht es dir? 60 gezeichnete Gespräche nach dem 7. Oktober") und Stefanie Fischer „Oberbrechen: A German Village Confronts Its Nazi Past". Es geht in der Reihe unter anderem um folgende Fragen: Welche Chancen bieten digitale Technologien in einer Zeit, in der es keine Zeitzeug:innen mehr gibt? Welche Rolle spielen Print-Medien, Bücher, Zeitungen in diesem Kontext? Welches Backup braucht Geschichte? Die Veranstaltungsreihe findet in Berlin statt, weitere Informationen und Anmeldeformular auf der Seite des LBI. Den genauen Veranstaltungsort teilt das LBI nach Anmeldung mit.

Andymonaden: Der 1982 erschienene Roman „Andymon" von Angela und Karlheinz Steinmüller gilt als eines der herausragenden Werke der Science Fiction beziehungsweise Zukunftsromane in der DDR. Der Berliner Science-Fiction-Club Andymon hat sich nach diesem Roman benannt. Michael Wehren hat im Verlag Memoranda elf Kolleg:innen der aktuellen Science Fiction gewonnen, die am2. Oktober 2025, um 18.30 Uhr, gemeinsam mit ihm in der Berliner Buchhandlung „Otherland" (Anmeldung ist erbeten) den von ihm herausgegebenen Band „Andymonaden" vorstellen werden. Inhalt sind ausschließlich Erstveröffentlichungen von Patricia Eckermann, Aiki Mira, Dietmar Dath, Lena Richter, Zeinab Hodeib, Luise Meier, Zara Zerbe, Jol Rosenberg, Anna Zabini, Mert Akbal, Nelo Locke. Der Herausgeber und einige der Autor:innen sind anwesend, ebenso Verleger Hardy Kettlitz und die Steinmüllers. Der Band wird im Herbst 2025 auch im Demokratischen Salon in mehreren Beiträgen vorgestellt und diskutiert werden.

Bundeskongress des Kooperationsverbundes gegen Antiziganismus 2025: Der diesjährige Bundeskongress findet unter der Überschrift „Keine Stunde Null – Die „Zweite Verfolgung" im Fokus antiziganismuskritischer Bildungsarbeit" am 6. November 2025, 9:30 – 17:30 Uhr in der Evangelischen Akademie zu Berlin ( Charlottenstraße 53/54, 10117 Berlin-Mitte) statt. Die Überlebenden des Holocausts wurden auch nach 1945 verfolgt, ausgegrenzt und diskriminiert, noch immer ist diese Zweite Verfolgung ein blinder Fleck deutscher Geschichte. Der diesjährige Bundeskongress befasst sich mit den historischen Kontinuitäten, Mechanismen und Auswirkungen des Antiziganismus in Deutschland. Betroffene diskutieren die Situation der Sinti* und Roma* nach 1945, wissenschaftliche Beiträge ergänzen den historischen und aktuellen Kontext, Workshops vertiefen Themen für die politische Bildung und Präventionsarbeit gegen Antiziganismus. Partner des Kooperationsverbundes sind das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma mit dem Projekt Bildungsforum gegen Antiziganismus (Koordinierungsstelle des Kooperationsverbundes), Amaro Drom e.V.,die interkulturelle Jugendselbstorganisation von Roma und Nicht-Roma, die Evangelische Akademie zu Berlin mit dem Projekt Netzwerk Sinti Roma Kirchen, die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten mit dem Projekt Kompetenzstelle gegen Antiziganismus (KogA) und die Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg mit dem Projekt The Critical Film and Image Hub.

Jüdische Designerinnen: Im Altbau des Jüdischen Museums Berlin ist bis zum 23. November die Ausstellung „Widerstände – Jüdische Designerinnen der Moderne" zu sehen. Die Kuratorin Michal Friedlander präsentiert etwa 400 Exponate von mehr als 60 Designerinnen, die – so die Ankündigung auf der Internetseite des Museums „sich trotz gesellschaftlicher Marginalisierung herausragende Positionen in ihren jeweiligen Bereichen erkämpften, bis das nationalsozialistische Regime ihre Karrieren und Leben zerstörte. Einigen gelang die Flucht und ein Neubeginn im Ausland." Widerstände erlebten die Künstlerinnen nicht nur im nationalsozialistischen Terror, sondern auch in der patriarchalischen Welt des endenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nur selten konnten sie mit ihrer Arbeit das Geld verdienen, das sie für ihren Lebensunterhalt brauchten. Die Ausstellung ist in zehn Kapitel gegliedert, darunter auch gesellschaftliche Kontexte wie beispielsweise „Das jüdische Kinderzimmer". Die Objekte reichen von Goldschmiede- und Textilkunst über Keramik und Holzschnitzerei bis zu Modedesign und Grafik. Es gibt einen Katalog, der im Hirmer Verlag.

Wo waren die Nazis nach dem 8. Mai 1945? Die Wanderausstellung „‚Die Nazis waren ja nicht einfach weg'. Vom Umgang mit dem Nationalsozialismus in Deutschland seit 1945" wurde vom Schulmuseum der Universität Erlangen-Nürnberg konzipiert. Erste Station ist das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors (Niederkirchner Str. 8, 10963 Berlin). Die Ausstellung wurde gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern entwickelt und richtet sich insbesondere an junge Menschen. Weitere Informationen auf der Seite der Topographie des Terrors. Die Ausstellung ist bis zum 11. Januar 2026 täglich von 10 bis 20 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.

Bonn:

Nicole Günther: Am 2. November 2025, 15 Uhr wird die bis zum 16. November 2025 anberaumte Einzelausstellung der Bonner Fotokünstlerin und Theaterfotografin Nicole Günther in Bonn im Kurfürstlichen Gärtnerhaus (Beethovenplatz 1, 53115 Bonn) eröffnet: „Stage Stories – A Kind of Magic". Jürgen Middelmann, Leiter des Kurfürstlichen Gärtnerhauses und die Kulturjournalistin Christina zu Mecklenburg werden einführen, Kuratorin ist Silke Dombrowsky. In ihrer Einladung schreibt Nicole Günther: „Die Ausstellung lädt dazu ein, in die faszinierende Welt von Theater und Zirkus einzutauchen und macht Bühnenaugenblicke lebendig." Inhalte und Technik ihrer Fotografie beschreibt sie im Demokratischen Salon in „Die Magie von Licht und Schatten – Ein Manifest zur Materialiät der Schwarz-Weiß-Fotografie".

Thomas Frankes zerschnipselte Welt: In der Buchhandlung & Galerie Böttger in Bonn, Maximilianstraße 44, zeigt der Zeichner, Collagist, Schauspieler und Regisseur Thomas Franke Holzstichcollagen unter dem Titel „Schrödingers Känguru und Majestante Raupkunst". Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2025 im Untergeschoss der Buchhandlung zu sehen. Am 12. September 2025, 20 Uhr, liest Thomas Franke zur Finissage aus eigenen Texten sowie aus dem Werk von Hermann Harry Schmitz (1880-1913), dem „Buch der Katastrophen". Im Demokratischen Salon hat Thomas Franke seine Welt in dem Gespräch „Parallele Welten – synergetisch gebrochen" vorgestellt. Seine Collagen sind auch in anderen Texten der Science Fiction zu sehen, zum Beispiel die Collage „Ascheglühen", die auch in der Bonner Ausstellung im Original bewundert werden darf.

Heldinnen: Die Ausstellung „Heldinnen / Sheroes" im Bonner Frauenmuseum (Im Krausfeld 10, 53111 Bonn) ist bis zum 31. Dezember 2025 zu sehen (Dienstag bis Samstag 14.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr). Sie wurde von Marianne Pitzen und Regina Hellwig-Schmid Über 50 Künstlerinnen zeigen ihre Sicht auf Hunderte Frauen, die sich für die Demokratie, für die Freiheit engagierten, dabei oft ihr Leben und ihre eigene Freiheit riskierten, 1848, im Kaiserreich, in der NS-Diktatur, in den USA, in Afghanistan und anderswo. Darunter sind mehrere Trägerinnen des Friedensnobelpreises wie Bertha von Suttner und Malala Yousafzai beziehungsweise des Alternativen Nobelpreises wie die Gründerin von medica mondiale Monika Hauser. Unter den Künstlerinnen sind unter anderem Marina Abramović, Firouzeh Görgen-Ossouli, Nicole Günther, Sandra del Pilar, Pussy Riot und Yasemin Yilmaz Zsuzsi.

Brühl (Rheinland):

Max Ernst und die persische Kunst: In ihrer Ausstellung „Merk' dir den Flug, der Vogel wird sterben" setzt sich die persische Künstlerin Farah Ossouli (*1953) im Max Ernst Museum Brühl (Rheinland, Max-Ernst-Allee 1, 50432 Brühl) mit der Sammlung „La semaine de bonté" (1933) von Max Ernst In Zeichnungen und Videos transferiert Farah Ossouli Lithographien mit den Mitteln der persischen Feinstrichzeichung (persisch: Qalamgiri). Jedes Bild wird von Gedichten der persischen Dichterin Forough Farrokhzad (1934-1967) begleitet, die auch den Vers geschrieben hatte, der als Titel gewählt wurde. Alle Texte sind in deutscher, englischer und persischer Sprache zu lesen. In ihrem den Katalog einleitenden Statement benennt Farah Ossouli die Inhalte unter anderem mit den Worten: „In meinem Blick ist der weibliche Körper stets ein Schlachtfeld – zwischen Bewahrung, Unterdrückung oder Auslöschung. In der persischen Literatur wie auch in westlichen Mythen ist das Haar mal ein rettendes Seil, ein Faden zum Überleben – mal ein Vorwand zur Bestrafung. Frauen sind in der Geschichtsschreibung ebenso wie in heutigen Krisen abwesend oder ausgelöscht. Im Krieg, in der Revolution, bei Naturkatastrophen wird das ihnen zugefügte Leid oft übersehen. Ob verhüllt oder entblößt, der weibliche Körper wurde zum Instrument der Kontrolle. Die künstlerische Sprache, die ich wähle, sucht, diese verborgene Erzählung sichtbar zu machen." Farah Ossouli lebt in Teheran. Sie nahm an der Eröffnung der Ausstellung am 26. Juni 2025 teil und wird am 5. September 2025 erneut anwesend sein. Die Ausstellung ist bis zum 5. Oktober 2025 im Leonora-Carrington-Raum des Museums zu sehen (Di bis So 11.00 bis 18.00 Uhr).

Düsseldorf
:

Befreiung: Am 6. September 2025 bietet die Hochschule Düsseldorf den ZINE-Workshop, 11.30 bis 15.00 Uhr, im Rahmen des Edelweißpiratenfestivals im ZAKK (Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf) den Workshop „Was heißt (hier) Befreiung?" an Der Workshop wird von Eva Grütgen und Cegerxwun Köroglu vom Erinnerungsort Alter Schlachthof durchgeführt. Er richtet sich Interessierte ab 15 Jahren. Es geht um die künstlerische Auseinandersetzung „mit den Erfahrungen von als jüdisch verfolgten Menschen (…), die über den ehemaligen Düsseldorfer Schlachthof von den Nazis in Ghettos und KZs verschleppt wurden: Wer waren die Menschen, die deportiert wurden? Wie erlebten sie die Befreiung im Jahr 1945? Was bedeuteten Befreiung, Rückkehr, Neuanfang konkret für die Überlebenden in der Nachkriegszeit? Welche Herausforderungen prägten ihre Leben in dieser Zeit? Welche Spuren hinterließen sie? Gearbeitet wird mit biografischen Quellen, zum Beispiel mit Berichten von Zeitzeug:innen wie Hilde Sherman – und mit Zines: selbstgemachte Hefte, in denen mit Collagen, Zeichnungen, Texten und Fotos eigene Gedanken und kreative Zugänge zum Thema ausgedrückt und präsentiert werden können." Anmeldung per Mail an eva.gruetgen@hs-duesseldorf.de.

Halle (Saale):

Bauernkriege: Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) zeigt bis zum 14. September 2025 die Ausstellung „Planetarische Bauern – Landwirtschaft, Kunst, Revolution" . Gezeigt werden 30 künstlerische Positionen internationaler Künstler:innen und Kollektive. Thema sind Fragen und Problemstellungen, die vor 500 Jahren zu den Bauernkriegen führten und nach wie vor aktuell sind. Es gibt ein international besetztes Begleitprogramm mit Künstlergesprächen, Vorträgen, Filmen, Performances, Werkstätten sowie musikalischen Interventionen.

Hamburg
:

Jüdische Kinderwelten: In Hamburg wurde im Juli 2025 die Dauerausstellung „Jüdische Kinderwelten – Die Geschichte der Israelitischen Töchterschule" eröffnet. Sie ist in der gleichnamigen Volkshochschul-Gedenk- und Bildungsstätte in der Karolinenstraße 35 zu sehen (Do 14.00 – 17.00 Uhr, So 10.00 – 14.00 Uhr) Heike Linde-Lembke berichtete in der Jüdischen Allgemeinen: Zu sehen sind „Gegenstände aus einer anderen Zeit, die für die Schülerinnen der Israelitischen Töchterschule in Hamburg einmal sehr wichtig waren": eine Schultasche, Schlittschuhe, Lehrbücher, Briefe von Schülerinnen an eine Lehrerin. Die Schule pflegte „ein modernes Bildungsprogramm", Fremdsprachen, Naturwissenschaften ebenso wie religiöse Bildung. Unterrichtet wurden etwa 500 Schülerinnen in 16 Klassenräumen. Die Ausstellung zeigt jüdisches Leben in der Kaiserzeit, der Weimarer Zeit und unter dem Nationalsozialismus. Die Schule wurde in den Jahren 1933 bis 1942 „zu einer Art Zufluchtsort für jüdische Kinder. Die Ausstellung endet mit der Frage: ‚Wie wollen wir heute erinnern und handeln?'" Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Gedenkstätte Anna von Villiez kuratiert. Schulklassen sind willkommen.

Koblenz:

Drittes Orientalisches Filmfestival: Dieses findet vom 24. bis zum 28. September 2025 im Kino Apollo/Odeon in Koblenz statt. Zurzeit laufen die Vorbereitungen. Zu sehen sind wie in den beiden vorangegangenen Festivals 2017 und 2019 vor allem iranische Filme. Weitere Informationen demnächst hier. Auf der Seite des Festivals sind Impressionen der vorangegangenen Festivals zu sehen.

Lübeck:

150 Jahre Thomas Mann: Die Ausstellung Titel Meine Zeit – Thomas Mann und die Demokratie" ist bis zum 18. Januar 2026 im Annen-Museum Lübeck (St. Annen-Str. 15, 23552 Lübeck) zu sehen. Sie wird durch Literarische Stadtspaziergänge auf den Spuren von Thomas Mann durch die Altstadt, einen Podcast des Buddenbrookhauses, Workshops zu politischer Sprache für Schüler:innen und ein Kinderhörspiel ergänzt. Die Reihe „Vier gewinnt – Re-Read Thomas Mann" widmet sich seinen bekanntesten Erzählungen. Weitere Veranstaltungen beleuchten seine großen Romane von den „Buddenbrooks" bis zu den „Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull". Es gibt einen begleitenden Ausstellungskatalog.

Mannheim:

Klimawandel und Kultur: Die Kulturstiftung des Bundes lädt zu zwei Veranstaltungen ein, in denen dieses Thema diskutiert werden soll. Grundlage ist ein Pilotprojekt mit 20 Institutionen aus dem gesamten Bundesgebiet: Klimaanpassung in Kultureinrichtungen. Am 22. und 23. September stellt die Fachtagung Kultur in der +2-Grad-Gesellschaft in Mannheim die Konzepte des Projekts sowie weitere Initiativen und Ansätze vor. Der Abschluss des Pilotprojekts wird von den Veranstalter:innen als „Anfang" verstanden: „Wenn das reiche Kulturangebot von Museen, Theatern, Gedenkstätten oder Schloss- und Gartenanlagen erhalten bleiben soll, müssen sich die Einrichtungen verändern – sie müssen klimaresilient werden." Eingeladen sind Teilnehmende aus Kunst, Kultur, Denkmalpflege, Politik, Verwaltung und Förderung. Im Anschluss findet ebenfalls in Mannheim am 24. September eine Veranstaltung mit dem Netzwerk Zero Baden-Württemberg Diese Veranstaltung richtet sich an regionale Akteure aus den Bundesländern im Süden und Südwesten. Im Programm Zero setzen sich seit 2022 Kunst- und Kulturinstitutionen intensiv mit ihrer positiven wie problematischen Auswirkungen auf das Klima auseinander. Anmeldungen zu beiden Veranstaltungen sind über die Online-Formulare auf den oben genannten Internetseiten ab sofort möglich.

Potsdam: 

Ausstellung über Ergreifung und Prozess Adolf Eichmanns: Im Filmmuseum Potsdam ist bis zum 1. Februar 2026 die Multimedia-Ausstellung „How To Catch a Nazi" zu sehen. Sie zeigt, wie der israelische Geheimdienst Mossad und der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer im Jahr 1960 Adolf Eichmann in Argentinien ausfindig machten, wie seine Entführung nach Israel durchgeführt und wie ihm schließlich der Prozess gemacht wurde. Es war der erste große Prozess, in dem Opfer des Holocaust vor der Weltöffentlichkeit Zeugnis von den Verbrechen der Nazis ablegten. Kurator ist Avner Abraham, ehemaliger Mossad-Agent. Die Ausstellung stammt aus Israel und den USA und wurde von der Adolf Rosenberger gGmbH aus den USA nach Deutschland gebracht, zunächst nach München. Lena Schneider berichtete im Tagesspiegel. Sie zitiert den Historiker Frank Bajohr, die Ausstellung enthalte „zwei zentrale Botschaften. Es sei wichtig, ‚die Frage zu stellen, wer die Opfer zu Opfern gemacht hat.' Es könne nicht sein, der Opfer zu gedenken, aber zu sagen: ‚Opa war kein Nazi.' Zweitens, mit Verweis auf Fritz Bauer, der Eichmanns Aufenthaltsort an den Mossad weitergab: ‚Das Beispiel Eichmann zeigt, dass Gerechtigkeit manchmal etwas ungerade Wege gehen muss.' (…) Vielleicht, so Bajohr, würden sich russische Soldaten und deren Befehlshaber dereinst im Jahr 2080 auch dafür verantworten müssen, was 2022 in Butscha geschah. ‚Es ist nie zu spät.'" Weitere Informationen im Demokratischen Salon im Interview mit Christoph Rückel, der die Ausstellung nach Deutschland holte: „Zivilcourage und Rechtsstaat". Der Film im Kontext der Ausstellung entstandene Spielfilm „Operation Finale" ist bei Netflix im Programm.

Solingen: 

Die Kunst der Erinnerung: Das Solinger Zentrum für verfolgte Künste (Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen) erinnert an Marian Ruzamski (1869-1945). Die Ausstellung ist bis zum 14. September 2025 (Di bis So 10.00 bis 17.00 Uhr) zu sehen. Initiator der Ausstellung war der große Zeitzeuge und Auschwitz-Überlebende Marian Turski sel. A., der am 18. Februar 2025 starb. Ihm ist die Ausstellung gewidmet. Über 130 Kunstwerke werden erstmals in einer großen Gesamtschau gezeigt, von frühen Zeichnungen aus seinem Kunststudium an der Akademie der Künste in Krakau bei Jacek Malczewski über Arbeiten aus der Gefangenschaft während des Ersten Weltkriegs, Werke aus der Zwischenkriegszeit bis hin zu den erschütternden Porträts, die Ruzamski im Lager-Krankenbau des Konzentrationslagers Auschwitz schuf – die von ihm so betitelte „Auschwitz-Mappe". Diese 47 Porträts bilden den tragischen Höhepunkt seines Werks. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Tarnowski-Schlossmuseum in Tarnobrzeg und dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau. Sie wird von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, dem Polnischen Institut Düsseldorf, der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung Solingen sowie weiteren Förderern unterstützt. Im Herbst 2025 wandert die Ausstellung nach Tarnobrzeg, der letzten Heimat Ruzamskis, und im Frühjahr 2026 in den Palast der Schönen Künste in Krakau, wo der Künstler im Jahr 1925 seine letzte Einzelausstellung hatte. Im Anschluss an die Feierabendführung am Mittwoch, 28. August 2025 um 18:00 Uhr durch die Ausstellung eröffnet Dr. Jürgen Kaumkötter die Video-Installation Tower of Torment der israelischen Künstlerin Sigalit Landau in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar, ein Gedenkprojekt zum 80. Jahrestag der Befreiung der Menschen im Konzentrationslager Buchenwald. Die Installation ist bis zum 11. September 2025 im Zentrum für verfolgte Künste zu sehen.

Stiftung StraightForward: Der Förderkreis #Wir_erinnern – Wir_gestalten des Zentrums für verfolgte Künste e.V. lädt am 28. August 2025, 19.00 Uhr im Zentrum für verfolgte Künste zu einem Gespräch mit Felix Sandalov, dem Geschäftsführer von Verein StraightForward (Berlin) Lesung ein. Der Verein StraightForward (Berlin) setzt der staatlichen Zensur entschlossen literarischen Widerstand entgegen. Felix Sandalov berichtet über die aktuelle juristische Verfolgung ehemaliger Kolleg:innen in Moskau, wie die russische Propaganda versucht, literarische Stimmen zu vereinnahmen oder zum Verstummen zu bringen und welche Strategien Literatur und Zivilgesellschaft dem entgegensetzen. Zu Gast ist Nina Nazarova, Journalistin der BBC Russisch und Mitautorin des Buches „Gestohlene Jugend – Wie Russland ukrainische Kinder entführt – und wie die Ukrainer sie zurückbekommen". Die Schauspielerin Claudia Gahrke liest zwei Abschnitte in deutscher Übersetzung. (Auszug aus einer Presseerklärung des Zentrums für verfolgte Künste vom 21. August 2025). Im Demokratischen Salon finden Sie weitere Informationen über die Geschichte und die Angebote von Straight Forward in einem Interview mit Felix Sandalov.

Weimar: 

Kunstfest Weimar 2025: Das komplette Programm ist online. Es wurde am 11. Juni 2025 offiziell vorgestellt. Die Vorstellung war als Livestream, über die sozialen Netzwerke und die Website kunstfest-weimar.de Rolf C. Hemke, künstlerischer Leiter stellte das Programm vor. Außerdem präsentierten mehrere Projektpartner:innen des Kunstfests ihre Projekte vor, Sigalit Landau (Bildende Kunst) „Tower of Torment", Omar Rajeh (Tanz) und Volkhard Knigge (Diskurs) „mutig leben" sowie Svetlana Dolja (Schauspiel) „Das Land, das ich liebe". Tickets unter 03643 / 755334 oder kunstfest-weimar.de. Ebenfalls auf der Internetseite zu sehen ist ein Rückblick auf das Kunstfest 2024.

Jüdisches Lehrhaus Wiesbaden: Das Programm für die zweite Jahreshälfte 2025 liegt vor. Themen sind unter anderem das Gedenken an Seligmann Baer, Feminismus und Prostitutionskritik, Paul Celans „Todesfuge", jüdisches Leben unter dem Halbmond, Erinnerung an Displaced Persons nach 1945 und die Provenienzforschung. Weitere Themen sind im Programmheft zu finden, das auch abonniert werden kann. Anmeldung ist zu allen Veranstaltungen erforderlich! Anlässlich des 200. Geburtstags von Seligmann Baer halten Rolf Faber und Rabbiner Daniel Krochmalnik am Donnerstag, 18. September, 17:30 Uhr, auf dem Jüdischen Friedhof Biebrich, Bernhard-May-Straße 26, einen Vortrag über den Gelehrten und seine Rolle bei der Vereinheitlichung des „Nussach Aschkenas", der liturgischen Tradition aschkenasischer Gemeinden. Ergänzend führt Katherine Lukat über den jüdischen Friedhof Biebrich, auf dem er beigesetzt ist. Sie wird am 12. Oktober 2025, 11:00 Uhr, auch den Friedhof „Schöne Aussicht" vorstellen, einen Ort, der von Verlust und Verfall, aber vor allem von Beharrlichkeit und kultureller Kontinuität erzählt. Die Frage nach Gerechtigkeit und Verantwortung steht am 22. Oktober, 19:00 Uhr im Mittelpunkt eines Podiumsgesprächs zur frühen Prostitutionskritik des Jüdischen Frauenbundes (Ort: Kunsthaus Wiesbaden, Schulberg 10). Mit Sabine Toppe, Cathrin Schauer-Kelpin und Anastasia Tikhomirova diskutieren drei Expertinnen, wie feministische Perspektiven jüdische Sozialarbeit prägten und über welche Aktualität diese Impulse heute verfügen. Hartmut Boger setzt sich am 28. Oktober, 18:00 Uhr in einem Vortrag mit der „Todesfuge" von Paul Celan auseinander (Ort: Villa Schnitzler, Biebricher Allee 42). Mit Oliver Glatz blicken wir am 3. November, 11:00 – 15.00 Uhr (mit Mittagsimbiss) weit über Europa hinaus auf die Familie Sassoon, jüdische Unternehmer zwischen Bagdad, Bombay und Shanghai (Ort: Jüdische Gemeinde Wiesbaden und online über ZOOM'). Historisches Zuhören ist am 26. November, 19:00 Uhr, Thema des Abends mit Axel Doßmann, der die erste Sammlung von Interviews mit Shoah-Überlebenden aus dem Jahr 1946 vorstellen wird. Ihre Stimmen wurden unmittelbar nach dem Überleben aufgenommen (Ort: Jüdische Gemeinde Wiesbaden. In Kooperation mit der Zentralen Stelle für Provenienzforschung Hessen wird Miriam Olivia Merz am 4. Dezember, 18:00 Uhr, Einblick in die Arbeit zur Aufklärung von im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts geben (Ort: Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, Vortragssaal). (Gemäß Pressemitteilung des Lehrhauses vom 24. August 2025.)

Überregionales beziehungsweise an verschiedenen Orten: 

Bildungsagenda-Projekt Gedenkanstoß: In den kommenden Wochen und Monaten plant die Stiftung EVZ mit dem Projekt „Gedenkanstoß" eine Tour durch sechs Städte – Dortmund (bereits im Mai 2025 zum Thema Fußball), Bremen, Chemnitz, Pasewalk, Karlsruhe und Nürnberg – sowie eine begleitende Social Media-Kampagne und ein umfangreiches E-Learning Format. Anlass ist die am 29. April 2025 in der Topographie des Terrors von der Stiftung EVZ und dem Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld unter Leitung von Jonas Rees vorgestellte Gedenkanstoß MEMO-Studie 2025 (Multidimensionaler Erinnerungsmonitor). Hier die nächsten Termine: In Nürnberg findet am 23. September 2025, 18.30 Uhr, im Memorium Nürnberger Prozesse, am 14. Oktober 2025, 18.30 Uhr in der Nikolaikirche in Pasewalk, in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, am 22. November 2025, 16.00 Uhr,  Das Projekt Gedenkanstoß wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

Überregionaler Wettbewerb:

Klimazukünfte: Unter dem Titel „Geschichten für morgen erzählen" bietet die Deutsche Klimastiftung die Teilnahme an einem Kreativworkshop vom 29. bis zum 31. August 2025 Es geht um persönliche Zugänge, neue Erzählformen und gemeinsame Visionen. Entstehen sollen Kurzgeschichten, Gedichte, Briefe oder poetische Reflexionen, die Ängste, Visionen und Handlungsräume sichtbar machen, Ideen für spätere Umsetzungen in anderen Medien, zum Beispiel Audio, Hörspiele, Theater, Musik, Bildende Kunst, oder etwas ganz Neues. Der Workshop richtet sich an Menschen mit erster Schreiberfahrung, die sich kreativ mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzen möchten. Es gibt keine Altersbegrenzung, junge Leute sind willkommen. Er findet in der Deutschen Klimastiftung in Bremen statt (Fr. 15.00 – 22.00 Uhr, Sa. 9.00 – 22.00 Uhr, So. 9.00 – 13.00 Uhr). Die Seminarleitung haben Nicole Duschka, Fritz Heidorn und Michael Pries, Kosten: 200 EUR. Ein Aufbauworkshop wird für den 14. bis zum 16. November 2025 angeboten. Bewerbung bis zum 1. August 2025 per e-mail an duschka@deutsche-klimastiftung.de. Bestätigung erfolgt bis zum 8. August 2025