Veranstaltungen, Ausstellungen und Wettbewerbe
Empfehlungen des Demokratischen Salons
Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungen und Ausstellungen, gelegentlich auch den ein oder anderen Wettbewerb, die ich Ihnen empfehlen möchte. Es handelt sich um eine rein subjektive Auswahl. Die Termine und Kurzbeschreibungen werden regelmäßig ergänzt, abgelaufene Termine werden gestrichen, sodass Sie sich jederzeit aktuell informieren können, wo Sie vielleicht demnächst einmal vorbeischauen können.
Sie können detaillierte Informationen über die hier empfohlenen Veranstaltungen und Ausstellungen nach Orten sortiert direkt über die Sprungmarken erreichen. Sie finden Veranstaltungen und Ausstellungen in Berlin (Ausstellung Iz Öztat, Gesprächsreihe bei Publix, Jüdische Abgeordnete im Deutschen Bundestag, Buchvorstellung Shelly Kupferberg, Netzwerktagung Demokratiepädagogik), Bochum (Fantastik in der Literatur), Bonn ( Gespräch mit Souad Samboural: Die Demokratie der Anderen, Raubkunst, Fairer Handel), Essen (Holo-Voices), Frankfurt am Main (Woche der Meinungsfreiheit), Hamburg (Jüdische Kinderwelten), Lübeck (125 Jahre Buddenbrooks), Mannheim (Kaari Upson), München (Weimarer Ferngespräche), Solingen (Jüdische Künstlerinnen, Dada und Politik), Wien (Theaterfassung von Shelly Kupferbergs Roman „Isidor“), Wiesbaden (Programm des Jüdischen Lehrhauses bis Juni 2026, unter anderem mit Stephan Kramer, Shelly Kupferberg, Sarah Levy und Karoline Preisler und zu Menasseh Ben Israel, Mascha Kaléko, dem Schweigen der Täter nach 1945 sowie der Einsamkeit der befreiten Jüdinnen und Juden nach 1945).
Berlin
„Sind wir noch zu retten?“ Eine Gesprächsreihe von Publix und Correctiv: Am 19. Februar 2026, 18:30 Uhr moderiert die Publix-Intendantin Maria Exner ein Gespräch mit Katja Gloger und Georg Mascolo über die Versäumnisse der deutschen Russlandspolitik. Anlass ist deren investigatives Buch „Das Versagen. Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik“, in dem Katja Gloger und Georg Mascolo im Detail belegen, wie die deutsche Politik über Jahrzehnte den absehbaren Kurs Russlands unter Putin ignorierte, nicht nur die SPD, sondern auch CDU, CSU, FDP und Wirtschaftsverbände, die gleichermaßen die Thesen und Ankündigungen Putins herunterspielten, um ihre Geschäfte zu machen. Am 12. März 2026, 18:30 Uhr wird Maria Exner mit Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin und Co-Gründerin von HateAid, sprechen. Es geht um die Frage, welche Möglichkeiten der demokratische Rechtsstaat hat, gegen Hass im Netz vorzugehen. Dies betrifft Polizei und Justiz ebenso wie Medien und Politik, nicht zuletzt im Hinblick auf den Digital Service Act. Das US-Außenministerium hat Anna-Lena von Hodenberg und ihre Kollegin Josephine Ballon mit einem Einreiseverbot belegt. Am 28. Februar 2026, 18:30 Uhr sprechen Justus von Daniels und Maria Exner mit der deutschen Bundesfamilien- und Bildungsministerin Karin Prien. Thema sind mögliche Beiträge von Bildungs- und Familienpolitik zur Stärkung der Demokratie. Alle Veranstaltungen finden im Haus von Publix (Hermannstr. 90, 12051 Berlin) statt. Tickets und weitere Informationen gibt es auf der Seite von Publix.
Vorbei mit der Übeltäterei: So endet die Geschichte von Max und Moritz. In der Galerie Zilberman (Goethestr. 82, 10623 Berlin) präsentiert Iz Öztat (geboren in Istanbul, sie lebt in Berlin) ihre Solo-Ausstellung „Done with Evil-Doing“. Die Ausstellung wird am 19. Februar 2026, 18:00 Uhr eröffnet und ist bis zum 3. Mai 2026 zu sehen. Eine der Skulpturen ist dem Schluss der graphischen Erzählung von Wilhelm Busch nachempfunden. Weitere Topoi der deutschen Legenden beruhen auf der Faust-Erzählung oder dem Kasperle-Theater. Die Kuratorin Lotte Laub schreibt, dass Max und Moritz ursprünglich nicht – wie später in der Rezeption – als (schwarze) Pädagogik, sondern vor allem als Satire auf eine autoritäre Gesellschaft gedacht gewesen sei. „Öztat verwendet traditionelle erzählerische Materialien und Themen um zu untersuchen, wie in der der kollektiven Erinnerung verankerte sind, verbunden durch nationale Ideologien, und weiterhin Normen und Verhaltensweisen der heutigen Zeit formen. Dabei wirft sie Fragen auf zum künstlerischen Handeln und zu künstlerischer Komplizität, Gehorsam und Ungehorsam ebenso wie Dämonisierung und Bestrafung.“ (Übersetzung aus dem Englischen NR) Es gibt einen Katalog mit einem Essay von Banu Karaca.
Jüdische Abgeordnete im ersten deutschen Bundestag: Im Deutschen Bundestag (Paul-Löbe-Haus) zu sehen ist bis zum 6. März 2026 die Ausstellung „An eine Zukunft glauben – Jüdische Biografien in der parlamentarischen Gründergeneration nach 1945“. Im Mittelpunkt stehen die Abgeordneten Jeannette Wolf (SPD, 1888-1976) und Erik Blumenfeld (CDU, 1915-1997). Grundlage der Ausstellung sind unter anderem Sätze von Erik Blumenfeld: „Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt glaubte ich wieder an eine Zukunft – ohne Krieg, Terror, brutale Geheimpolizei. Eine Zukunft, die ich für meine Freunde, für mich, aber ebenso für das am Boden liegende Deutschland mitgestalten wollte.“ Zur Ausstellung gibt es online Interviews und pädagogisches Begleitmaterial für Schüler:innen der 9. und 10. Klassen. Weitere Informationen und Anmeldemodalitäten auf der Seite des Deutschen Bundestags.
Neuer Roman von Shelly Kupferberg: Am 17. März 2026, 19.30 Uhr, stellt Shelly Kupferberg im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin ihr neues Buch „Stunden wie Tage“ vor, das ebenso wie „Isidor – Ein jüdisches Leben“ bei Diogenes erscheint. Es moderiert Anne-Dore Krohn. Der Verlag bietet auf seiner Internetseite einen ersten Einblick in das Buch sowie die Möglichkeit zur Vorbestellung. Tickets für die Buchvorstellung sind bereits jetzt erhältlich. Zu Shelly Kupferbergs erstem Roman „Isidor – Ein jüdisches Leben“ (2022) gibt es im Demokratischen Salon ein Gespräch mit der Autorin: „Das Reh im Palais“.
Demokratiepädagogik: Die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik lädt für den 26. März 2026 zur nächsten Konferenz des bundesweiten Bündnisses „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“ unter dem Titel „Wie politisch muss die Bildung sein?!“ in Berlin (martas Gästehäuser Hauptbahnhof Berlin, Lehrter Straße 68, 10557 Berlin) ein. Die Veranstaltung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil (ab 9:30 Uhr) richtet sich an Partnerorganisationen, der zweite (ab 12:30 Uhr) an die weitere Fachöffentlichkeit. Es geht um Strategien zur Sicherung und zur Stärkung demokratischer Bildungsarbeit. Impulse setzen Timo Reinfrank (Amadeu-Antonio-Stiftung) und Jan Hofmann (Kultusstaatssekretär Sachsen-Anhalt a.D.) Ein offenes Barcamp und TED Talks bieten Raum für Begegnung, die Vorstellung eigener Projekte, das Knüpfen neuer Kooperationen und Impulse für die Arbeit. Weitere Informationen, auch über Publikationen, sowie das Anmeldungsformular finden Sie über die Website der Gesellschaft. (Newsletter der Gesellschaft vom 16. Dezember 2025 und vom 23. Februar 2026)
Bochum:
Fantastik in der Literatur: Michael Wehren hat eine Reise durch moderne fantastische Literatur organisiert: „Phantastisch! All Tomorrow’s Parties“. Alle Veranstaltungen finden im Prinzregententheater statt (Prinz-Regent-Straße 50-60, 44795 Bochum), Beginn jeweils um 19:30 Uhr. Nächste Veranstaltung am 13. März 2026 Luise Meier, im April (Termin noch offen) Isabella Hermann. Zu dem von ihm entwickelten Konzept schreibt Michael Wehren: „Denn Zukunft macht Lust aber auch Angst, die Umbrüche und Risse der Gegenwart sind oft erschreckend und nicht selten gewaltsam. Grund genug, uns gerade jetzt von phantastischen Utopien inspirieren zu lassen: Wir bringen die Gegenwart in Bewegung und präsentieren Science Fiction und Fantasy, die direkt aus der Zukunft kommen: vielstimmig, urban, postmigrantisch, engagiert, kritisch, feministisch – ganz nah dran an den Transformationen von Leben und Lieben, Stadt und Welt.“ Tickets gibt es jeweils über die Internetseite.
Bonn:
„Die Demokratie der Anderen“: Am 13. März 2026, 19 Uhr, diskutieren in Bonn im Haus Mondial (Fritz-Tillmann-Str. 8-12, 53113 Bonn) die Migrationsexpertin, Buchautorin und Kommunalbeamtin Souad Lamboural, der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus, Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer IHK Berufsbildung und Fachkräftesicherung, sowie ein:e Berater:n aus der Geflüchtetenarbeit über Stand und Perspektiven von Integrationsarbeit und gesellschaftlicher Teilhabe in Bonn. Eine Grundlage des Gesprächs sind die Bücher „Die Demokratie der anderen“ und „Yallah Deutschland Wir müssen reden!“ von Souad Lamboural. Die Ankündigung konkretisiert die Frage: „Der Wunsch nach Zugehörigkeit in einer Demokratie prägt viele Menschen. Aber für wen ist wirklich Platz in unserer Gesellschaft? Steht sie allen offen oder nur Menschen, die sich anpassen und bereit sind, ihre kulturellen Werte über Bord zu werfen und einer diffusen Vorstellung vom ‚Deutsch-Sein‘ zu entsprechen.“ Weitere Informationen und ein Anmeldungsformular finden Sie auf der Seite des Evangelischen Forums Bonn. Souad Lamboural beteiligt sich seit 2021 an der Bielefelder Mitte-Studie. Eine Besprechung der Bücher von Souad Lamboural finden Sie noch vor der Veranstaltung im Demokratischen Salon.
Raubkunst: Bis zum 26. April 2026 ist im Gustav-Stresemann-Institut Bonn (GSI, Langer Grabenweg 68) die Wanderausstellung „Rose Valland – Auf der Suche nach enteigneter Kunst“ zu sehen. Sie würdigt den Beitrag der Kunsthistorikerin Rose Valland zur Rettung europäischer Kunstschätze im Zweiten Weltkrieg und beleuchtet zugleich einen besonderen Aspekt der deutsch-französischen Geschichte. Sie erstellte in der Besatzungszeit akribische Listen und konnte erreichen, dass nach dem Ende des Krieges etwa 60.000 Werke wieder nach Frankreich zurückgebracht werden konnten. Die Ausstellung kann täglich von 7:00 Uhr bis 21:00 Uhr kostenfrei besucht werden. Termine für Gruppenführungen können bei Sarah Barnoin angemeldet werden: s.barnoin@gsi-bonn.de. Die deutschsprachige Wanderausstellung entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Musée Dauphinois in Grenoble, dem Département Isère und dem Jagdschloss Schorfheide. Sie wird vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds unterstützt. (Information laut Newsletter des GSI vom 29. Januar 2026)
Fairer Handel: Am 24. Juni 2026 lädt das Vernetzungstreffen der Fairtrade-Towns in Nordrhein-Westfalen nach Bonn ins Haus der evangelischen Kirche (Adenauerallee 37, 53113 Bonn) ein. Die NRW-weite Veranstaltung soll Mut machen, Austausch ermöglichen und zeigen, wie wichtig unser gemeinsames Dranbleiben ist: für faire Handelsbeziehungen, für soziale Gerechtigkeit und für eine nachhaltige Zukunft, die wir aktiv mitgestalten. Das Vernetzungstreffen bietet Impulse, Praxisbeispiele, Workshops und Austauschformate rund um faire Handelsbeziehungen, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Engagement. Organisiert wird das Treffen in Kooperation mit der Stadt Bonn, Fairtrade Deutschland, der Eine Welt-Regionalpromotorin für die Region Bonn/Südliches NRW und dem Weltladen Bonn. (Die Ankündigung erfolgte gemäß Newsletter der Eine Welt-Regionalstelle Südliches NRW/Region Bonn vom Februar 2026, dort sind auch demnächst weitere Informationen zu Programm, genauen Zeiten und Anmeldekonditionen zu finden.)
Essen:
Zeitzeug:innen – Zweitzeug:innen: Es leben nur noch wenige Überlebende der Shoah. Um ihr Vermächtnis, ihre Erzählungen auch in der Zukunft lebendig zu erhalten, bieten HoloTechnik und KI neue Möglichkeiten des Dialogs. Am 27. Januar 2026 wurde in Essen in der Zeche Zollverein die Ausstellung „Holo-Voices: Begegnen – Fragen – Weitersagen“ eröffnet. Das interaktive Projekt wurde von der Organisation Zweitzeugen e.V. kuratiert. Vorbild war ein US-amerikanisches Projekt. Es geht in dem Projekt darum, mit „KI-Technik eine lebendige Interaktion mit Zeitzeug:innen des Holocausts“ zu ermöglichen. Angewandt wird die die Technik Natural Language Processing (NLP), über die die Besucher:innen „originale Videoantworten der Zeitzeug:innen“ erhalten. Grundlage waren unter anderem Interviews des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek und die Frankfurter Ausstellung „Frag nach!“ Ab Februar 2026 wird ein didaktisches Begleitprogramm für Schulklassen/Jugendgruppen (ab 14 Jahre) und Erwachsene umgesetzt. Weitere begleitende Formate werden entwickelt und auf der Internetseite von Zeitzeugen e.V. vorgestellt. Anmeldungen sind jederzeit möglich: a.olek@zweitzeugen.de Es ist möglich, eine Führung durch die Ausstellung mit der Ausstellung „Unter Tage – Unter Zwang“ (Thema Zwangsarbeit im Ruhrgebiet) zu kombinieren. Projektträger ist die TU Dortmund Die Ausstellung wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, von der RAG-Stiftung, der Krupp-Stiftung und der Brost-Stiftung gefördert.
Frankfurt am Main
Woche der Meinungsfreiheit: Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ bewegt sich die bundesweite Aktionswoche im Spannungsfeld zwischen Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. Die Eröffnung der Woche der Meinungsfreiheit findet am 5. Mai in der Paulskirche in Frankfurt statt. Weitere Veranstaltungen sind deutschlandweit in Planung. Es geht unter anderem um folgende Fragen: Dürfen Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten? Können sie sich auf Meinungsfreiheit berufen. Welche Grenzen braucht eine Gesellschaft und welche Rolle spielen die Medien? (Quelle: Newsletter der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main)
Hamburg:
Jüdische Kinderwelten: In Hamburg wurde im Juli 2025 die Dauerausstellung „Jüdische Kinderwelten – Die Geschichte der Israelitischen Töchterschule“ eröffnet. Sie ist in der gleichnamigen Volkshochschul-Gedenk- und Bildungsstätte in der Karolinenstraße 35 zu sehen (Do 14.00 – 17.00 Uhr, So 10.00 – 14.00 Uhr) Heike Linde-Lembke berichtete in der Jüdischen Allgemeinen: Zu sehen sind „Gegenstände aus einer anderen Zeit, die für die Schülerinnen der Israelitischen Töchterschule in Hamburg einmal sehr wichtig waren“: eine Schultasche, Schlittschuhe, Lehrbücher, Briefe von Schülerinnen an eine Lehrerin. Die Schule pflegte „ein modernes Bildungsprogramm“, Fremdsprachen, Naturwissenschaften ebenso wie religiöse Bildung. Unterrichtet wurden etwa 500 Schülerinnen in 16 Klassenräumen. Die Ausstellung zeigt jüdisches Leben in der Kaiserzeit, der Weimarer Zeit und unter dem Nationalsozialismus. Die Schule wurde in den Jahren 1933 bis 1942 „zu einer Art Zufluchtsort für jüdische Kinder. Die Ausstellung endet mit der Frage: ‚Wie wollen wir heute erinnern und handeln?‘“ Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Gedenkstätte Anna von Villiez kuratiert. Schulklassen sind willkommen.
Lübeck:
125 Jahre Buddenbrooks: Thomas Manns Debütroman wird 125 Jahre alt. Gemeinsam mit dem Theater Lübeck veranstaltet das Buddenbrookhaus das ganze Jahr über Lesungen des Romans unter dem Titel „Buddenbrooks in Lübeck. Ein Jahr, ein Buch“. Jeden Monat gibt es ein Kapitel, gelesen von Michael Fuchs und Gästen. Mit dieser Reihe bewegen wir uns durch Lübeck, an Orte, die passend zu den Themen des jeweiligen Kapitels ausgewählt wurden. Musikalisch werden Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck durch die Abende führen. Das erste Kapitel wurde am 21. Januar 2026 gelesen, Kapitel 2 folgt am 25. Februar 2026, 19:00 Uhr, in der Ernestinenschule. Des Weiteren beginnt am 17. Februar 2026, 19:00 bis 20:20 Uhr die Ringvorlesung „Eine Stadt liest einen Roman – 125 Jahre Buddenbrooks“ mit einem Vortrag von Hans Wißjkirchen: „Der unsichere Mann und Maskerade in Buddenbrooks“. Der Vortrag wird wie auch die folgenden sechs Termine von Studierenden der Musikhochschule musikalisch begleitet. Weitere Termine sowie einen Aufruf zur Beteiligung an der Gestaltung der Jubiläumsausstellung „Family Affairs. 125 Jahre Buddenbrooks“ finden Sie auf der Seite des Buddenbrookhauses. Die Lesereihe soll die Vorfreude auf die Jubiläumsausstellung versüßen. Diese wird ab dem 30. Oktober 2026 wieder im St. Annen Museum zu sehen sein. (Text orientiert sich an dem regelmäßig erscheinenden Newsletter des Buddenbrookhauses).
Mannheim:
Dollhouse – Kaari Upson: Vom 13. Februar bis zum 31. Mai 2025 zeigt die Kunsthalle Mannheim die erste Retrospektive der amerikanischen Künstlerin Kaari Upson (1970–2021). In ihren Skulpturen, Installationen, Videos und Zeichnungen befragt sie die Grenzen von Erinnerung, Identität und gesellschaftlicher Realität und verwandelt dabei persönliche biografische Erfahrungen aus ihrer kalifornischen Heimat in universelle menschliche Geschichten. Internationale Aufmerksamkeit erhielt Upson durch ihre Teilnahme an der Biennale di Venezia im Jahr 2019. Die Kunsthalle Mannheim erwarb 2020 ein Werk für die eigene Sammlung. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören die großformatige Installation „Dollhouse“ und die erstmals gezeigten Werke aus ihrer letzten Serie „Foot Face“. Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art und dem MASI Lugano realisiert und wurde von Johan Holten gemeinsam mit Alessia Tardivo kuratiert. (Text orientiert sich an der Vorstellung der Ausstellung durch die Kunsthalle Mannheim.)
München:
Weimar: Vom 12. Mai bis zum 27. September bietet das Lenbachhaus München die Ausstellung „Ein Ferngespräch – Szenen aus der Weimarer Republik“. Kurt Tucholsky hatte gewitzelt: „Ein Ferngespräch soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst könnten die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen.“ Zu sehen sind unter anderem Bilder unter anderem von George Grosz, Käte Hoch, Jeanne Mammen, Gabriele Münter. Den Hintergrund illustrieren auch Erzählungen und Romane von Irmgard Keun oder Oskar Maria Graf. Gegenstand sind die sogenannten Golden Twenties, feministische Aktivistinnen, Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise, Aufstieg des Nationalsozialismus, antifaschistische Initiativen. Die Ausstellung wurde von Karin Althaus, Adrian Djukić und Matthias Mühling kuratiert. Die Eröffnung findet am 11. Mai, 19:00 bis 22:00 Uhr statt.
Solingen:
Jüdische Künstlerinnen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn: Im Rahmen der Woche der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit präsentiert das Zentrum für verfolgte Künste vom 12. März bis zum 26. April 2026 das Kunstprojekt „Blickwechsel – Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zeitalter der Extreme“ von Manya Gutman. Über 100 gezeichnete Porträts, ergänzt durch biografische Texte, erzählen von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn. Der Katalog zur Ausstellung wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland unterstützt. (Meldung des Zentrums vom 22. Dezember 2025)
Dada ist Politik: Vom 9. Mai bis zum 13. September 2026 widmet sich das Zentrum für verfolgte Künste mit der großen Ausstellung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf! Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen“ im Zentrum für verfolgte Künste dem antimilitaristischen und gesellschaftskritischen Potenzial der Dada-Bewegung. Mit Werken unter anderem von Hannah Höch, George Grosz, John Heartfield, Kurt Schwitters Sophie Taeuber-Arp zeigt die Ausstellung die ungebrochene Aktualität einer Kunst, die sich bewusst gegen Gewalt, Nationalismus und autoritäres Denken stellte. Begleitend findet ein Gespräch mit Rocko Schamoni über Humor, Nonsense und politische Kunst statt. Die Ausstellung wird von der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung Solingen, der Regionalen Kulturförderung des LVR und der Kunststiftung NRW gefördert. (Meldung des Zentrums vom 22. Dezember 2025)
Wien:
Isidor von Shelly Kupferberg im Burgtheater: Die Uraufführung der Theaterfassung des Romans „Isidor – Ein jüdisches Leben“ findet am 28. Februar 2026 am Burgtheater mit der Regie von Philipp Stölzl und der Dramaturgie von Caroline Brückner statt. Weitere Informationen und die Termine finden Sie auf der Seite des Burgtheaters. Der Roman erschien 2022 bei Diogenes, im Demokratischen Salon wurde er in einem Gespräch mit der Autorin unter dem Titel „Das Reh im Palais“ vorgestellt.
Wiesbaden:
Das Programm des Jüdischen Lehrhauses Wiesbaden für das erste Halbjahr 2026 (ausführliche Informationen unter diesem Link, über den auch die Anmeldungen möglich sind) liegt vor. Hier eine (subjektive Auswahl, weitere Veranstaltungen im Programm selbst, alle folgenden Kurzbeschreibungen orientierten sich an den Informationen des Jüdischen Lehrhauses).
- Am 1. März 2026, 16 Uhr liest Karoline Preisler, Juristin und Mitglied der FDP, in der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden aus ihrem Buch „Streit und Straßenkampf – Unterwegs für die Freiheit“. Das Buch erschien im Ariella-Verlag. Es moderiert die Verlegerin Myriam Halberstam. Karoline Preisler besucht seit dem 7. Oktober 2023 regelmäßig Anti-Israel-Demonstrationen, um dort wortlos am Rand stehend mit dem Schild „Rape is not Resistance“ auf die israelischen Opfer sexualisierter Gewalt und die Geiseln aufmerksam zu machen. Sie wird regelmäßig bespuckt und tätlich angegriffen, sodass sie und ihre vier Kinder mittlerweile unter Polizeischutz stehen. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Am 12. März 2026, 19 Uhr, liest Sarah Levy in der Jüdischen Gemeinde aus ihrem Buch „Kein anderes Land“ (erschienen bei Rowohlt). Sarah Levy ist freie Journalistin und Mit-Organisatorin der von der ZEIT-Stiftung unterstützten Initiative Stop Antisemitismus. In ihrem zweiten Buch nach „Fünf Wörter für Sehnsucht“ schreibt sie über die Stimmung in Israel, dessen rechtsnationale Regierung die Gesellschaft spaltet. Nach dem Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 flüchtet sie mit Partner und Kind zurück nach Frankfurt am Main und erlebt, dass Deutschland keine Heimat mehr ist. Nach ihrer Rückkehr erlebt sie wiederum, dass auch Israel um seine Seele ringt. Sie fragt sich, in welcher Welt, in welcher Gesellschaft ihr Sohn aufwachsen wird. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Am 15. April 2026, 19 Uhr, trägt Stephan Kramer, Präsident des Amtes für Verfassungsschutz in Thüringen, in der Jüdischen Gemeinde vor: Demokratie sei kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess, der Engagement braucht. Jede und jeder von uns trage Verantwortung, sie zu bewahren. Es reiche nicht, die Gefahren von Populismus und Extremismus, Desinformation und digitaler Manipulation sowie dem Zweifel vieler Menschen an den Institutionen der Demokratie zu erkennen. Sein Vortrag soll zeigen, was auf dem Spiel steht, warum sich der Einsatz lohnt und welche Schritte wir jetzt gehen müssen, um unsere Demokratie zu verteidigen, die Stabilität, Freiheit und Mitbestimmung garantiert, Vielfalt ermöglicht und unser aller Rechte schützt. (Anmeldung ist erforderlich. Die Veranstaltung kann auch über zoom verfolgt werden.)
- Am 11. Juni 2026, 19 Uhr, liest Shelly Kupferberg aus ihrem zweiten Roman „Stunden wie Tage“ (erscheint im März bei Diogenes). Das Buch beginnt im Berlin der frühen 1940er Jahre. Martha E., fleißig und sparsam, arbeitet als Hausbesorgerin im Schöneberger Mietshaus der Brüder Berkowitz. Liane Berkowitz, ein neugieriges, lebenslustiges Mädchen aus gutem Hause, lernt im Krieg die Liebe und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten kennen. Jahrzehnte später wandert Martha die Straßen Schönebergs entlang, zerlumpt und abgerissen. Jeder kennt sie, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist: eine Millionärin und Zeugin von Lianes Leben. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Am 21. Juni 2026, 11 bis 15 Uhr, referiert der Judaist und Islamwissenschaftler Oliver Glatz über „Juden unter dem Halbmond –Jerusalem des Westens, Menasseh ben Israel und die sephardischen Juden in Amsterdam“. „Auch in den Niederlanden werden die Juden mit Güte und Wohlwollen empfangen, besonders in dieser berühmten Stadt Amsterdam, in der es nicht weniger als 400 jüdische Familien gibt“, schrieb Menasseh ben Israel 1641 an Oliver Cromwell, den „Lord Protector“ des Commonwealth. So wollte er Cromwell überzeugen, Juden die Niederlassung in Großbritannien wieder zu erlauben. Menasseh ben Israel kam aus einer portugiesisch-jüdischen Familie, die nach Zwangskonversion und Verfolgung 1610 im Amsterdam Zuflucht fand. Er wurde ein herausragender Gelehrter, Schriftsteller, Drucker und Diplomat, eine der prägenden Stimmen des frühneuzeitlichen Judentums in Europa zwischen Amsterdam, der Neuen Welt und London. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Darüber hinaus bietet das Lehrhaus weitere Veranstaltungen, unter anderem Kochkurse, Kurse mit israelischen Tänzen, Führungen über den jüdischen Friedhof Platter Straße sowie Besuche der Synagoge, alle im Detail im Halbjahresprogramm aufgeführt.
