Veranstaltungen, Ausstellungen und Wettbewerbe
Empfehlungen des Demokratischen Salons
Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungen und Ausstellungen, gelegentlich auch den ein oder anderen Wettbewerb, die ich Ihnen empfehlen möchte. Es handelt sich um eine rein subjektive Auswahl. Die Termine und Kurzbeschreibungen werden regelmäßig ergänzt, abgelaufene Termine werden gestrichen, sodass Sie sich jederzeit aktuell informieren können, wo Sie vielleicht demnächst einmal vorbeischauen können.
Sie können detaillierte Informationen über die hier empfohlenen Veranstaltungen und Ausstellungen nach Orten sortiert direkt über die Sprungmarken erreichen. Sie finden Veranstaltungen und Ausstellungen in Berlin (Ringvorlesung Interventionismus, Ausstellung Iz Öztat, Exil, Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?), Bonn (Raubkunst, Fairer Handel, Kunst aus der Ukraine), Braunschweig (Geschichte des Zentralrats der Juden), Essen (Holo-Voices), Frankfurt am Main (Antimuslimischer Rassismus, Rabbi von Bacharach, Woche der Meinungsfreiheit), Hamburg (Jüdische Kinderwelten), Lübeck (125 Jahre Buddenbrooks), Mannheim (Kaari Upson), München (Konzerte des Jewish Chamber Orchestra, Weimarer Ferngespräche), Solingen (Nürnberger Prozesse, Warschauer Ghetto-Aufstand, Jüdische Künstlerinnen, Dada und Politik), Wien (Theaterfassung von Shelly Kupferbergs Roman „Isidor“), Wiesbaden (Programm des Jüdischen Lehrhauses bis Juni 2026, unter anderem mit Stephan Kramer, Shelly Kupferberg, Sarah Levy und Karoline Preisler und zu Menasseh Ben Israel, Mascha Kaléko, dem Schweigen der Täter nach 1945 sowie der Einsamkeit der befreiten Jüdinnen und Juden nach 1945).
Berlin
Ringvorlesung Interventionismus: Im Sommersemester 2026 richten die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Berliner Kolleg Kalter Krieg, das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und die Humboldt-Universität eine Ringvorlesung zum Thema „Interventionismus in Europa: Militärisches und humanitäres Eingreifen seit 1945“ an. Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Raum 1072 (Unter den Linden 6, 10117 Berlin). Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18:00 Uhr c.t.:
- 23. April 2026: Hermann Wentker, „Moskaus Interventionen im Ostblock (1953–1981). Hintergründe und Auswirkungen auf das sowjetische Imperium“.
- 5. Mai 2026: Konstanze Soch, zu „Nahrungsmittelhilfe über den Eisernen Vorhang hinweg: Karitative Aktion oder politische Intervention?“
- 19. Mai 2026: Hubert Zimmermann, „(Post-)Interventionismus? Die Debatte um Auslandseinsätze der Bundeswehr vor und nach 1990“.
- 2. Juni 2026: Bernd Rother, „Intervention zur Abwehr des Kommunismus? Das westliche Bündnis und der Sturz der Diktatur in Portugal (1974)“.
- 16. Juni 2026: Hannes Grandits, „UN-Blauhelme und NATO-Luftschläge: Die Jugoslawienkriege (1991–1995)“.
- 30. Juni 2026: Kristóf Gosztonyi, „Lessons Learned? Der Kosovo-Krieg (1999) im Lichte der bosnischen Interventionserfahrungen“.
- 7. Juli 2026: Agnes Bresselau von Bressensdorf, „Flucht, Recht, Verantwortung: Humanitärer Interventionismus und die Entstehung der Responsibility to Protect“.
Weitere Informationen zur Ringvorlesung, auch zu den einzelnen Vorträgen sowie den Flyer finden Sie auf der Website der Bundesstiftung Aufarbeitung. (Pressemitteilung der Stiftung vom 14. April 2026.)
Vorbei mit der Übeltäterei: So endet die Geschichte von Max und Moritz. In der Galerie Zilberman (Goethestr. 82, 10623 Berlin) präsentiert Iz Öztat (geboren in Istanbul, sie lebt in Berlin) ihre Solo-Ausstellung „Done with Evil-Doing“. Die Ausstellung ist bis zum 3. Mai 2026 zu sehen. Eine der Skulpturen ist dem Schluss der graphischen Erzählung von Wilhelm Busch nachempfunden. Weitere Topoi der deutschen Legenden beruhen auf der Faust-Erzählung oder dem Kasperle-Theater. Die Kuratorin Lotte Laub schreibt, dass Max und Moritz ursprünglich nicht – wie später in der Rezeption – als (schwarze) Pädagogik, sondern vor allem als Satire auf eine autoritäre Gesellschaft gedacht gewesen sei. „Öztat verwendet traditionelle erzählerische Materialien und Themen um zu untersuchen, wie in der der kollektiven Erinnerung verankerte sind, verbunden durch nationale Ideologien, und weiterhin Normen und Verhaltensweisen der heutigen Zeit formen. Dabei wirft sie Fragen auf zum künstlerischen Handeln und zu künstlerischer Komplizität, Gehorsam und Ungehorsam ebenso wie Dämonisierung und Bestrafung.“ (Übersetzung aus dem Englischen NR) Es gibt einen Katalog mit einem Essay von Banu Karaca.
Exil, Flucht und Migration: Das Leo Baeck Institut e.V. lädt zum 10. Juni 2026, 19:00 (Einlass ab 18:30 Uhr) ein zu einer Abendveranstaltung zum Thema „Exil, Flucht und Migration“ mit einem Gespräch mit Ursula Krechel, Schriftstellerin und Georg-Büchner-Preisträgerin 2025, und. Michael Brenner, intern. Präsident des Leo Baeck Instituts. Ort: Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin (Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin). Weitere Informationen sowie die offizielle Einladung mit Programm und Anmeldemöglichkeiten folgen in Kürze auf der Website des LBI.
„Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?“ Die von Christian Schmittwilken kuratierte Ausstellung ist bis zum 31. Januar 2027 im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors zu sehen. Die Ausstellung befasst sich mit der Frage, was im Deutschen Reich zu welcher Zeit über den Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden, aber auch über andere Massenverbrechen bekannt war oder gewusst werden konnte. Die Ausstellung präsentiert rund 300 Exponate aus 95 Archiven, öffentlichen Sammlungen und privatem Besitz. Mit diesem Material – darunter Reproduktionen von Fotografien und Dokumenten, Audio- und Videoaufnahmen sowie Originalobjekte – werden viele bislang kaum bekannte Geschichten erzählt. Es gibt einen Begleitband in deutscher und in englischer Sprache. Die Veranstaltungen im Begleitprogramm können auch im Livestream verfolgt werden:
- Der Holocaust. Was wussten die Deutschen – und wie verhielten sie sich? Podiumsgespräch am 12. Mai 20206, 19:00 Uhr, mit Bernward Dörner, Mary Fulbrook, Peter Longerich, Moderation: Christian Schmittwilken.
- Das Wissen der Alliierten über den Holocaust / What the Allies knew about the Holocaust, Vortrag von Michael Fleming am 2. Juni 2026, 19:00 Uhr, Moderation: Elizabeth Harvey (in englischer Sprache mit Simultanübersetzung).
- Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945. Buchpräsentation am 23. Juni 2026, 19:00 Uhr, von Felix Berge mit einem Kommentar von Andrea Riedle, Moderation: Dierk Hoffmann.
- Oberbrechen: Ein deutsches Dorf und seine NS-Vergangenheit, Buchpräsentation von Stefanie Fischer am 22. September 2026, 19:00 Uhr, Moderation: Sabine Kritter.
- Das Ungesagte, am 13. Oktober 2026, 19:00 Uhr, Dokumentarfilm, Deutschland 2025, 97 Min. (gekürzte Fassung), im Anschluss: Podiumsgespräch mit Regisseurin Patricia Hector, Regisseur Lothar Herzog und Stephanie Bohra.
- Holocaust-Gedenken von 1945 bis zur Gegenwart, Podiumsgespräch am 24. November 2026, 19:00 Uhr, mit Eva Berendsen, Elke Gryglewski, Martin Liepach, Einführung und Moderation: Martin Sabrow.
- Der Weg zum Holocaust, Vortrag am 26. Januar 2027 von Dieter Pohl, Moderation: Ulrich Baumann.
(Pressemitteilungen der Topographie des Terrors vom 16. März und 2. April 2026)
Bonn:
Raubkunst: Bis zum 26. April 2026 ist im Gustav-Stresemann-Institut Bonn (GSI, Langer Grabenweg 68) die Wanderausstellung „Rose Valland – Auf der Suche nach enteigneter Kunst“ zu sehen. Sie würdigt den Beitrag der Kunsthistorikerin Rose Valland zur Rettung europäischer Kunstschätze im Zweiten Weltkrieg und beleuchtet zugleich einen besonderen Aspekt der deutsch-französischen Geschichte. Sie erstellte in der Besatzungszeit akribische Listen und konnte erreichen, dass nach dem Ende des Krieges etwa 60.000 Werke wieder nach Frankreich zurückgebracht werden konnten. Die Ausstellung kann täglich von 7:00 Uhr bis 21:00 Uhr kostenfrei besucht werden. Termine für Gruppenführungen können bei Sarah Barnoin angemeldet werden: s.barnoin@gsi-bonn.de. Die deutschsprachige Wanderausstellung entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Musée Dauphinois in Grenoble, dem Département Isère und dem Jagdschloss Schorfheide. Sie wird vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds unterstützt. (Information laut Newsletter des GSI vom 29. Januar 2026)
Fairer Handel: Am 24. Juni 2026 lädt das Vernetzungstreffen der Fairtrade-Towns in Nordrhein-Westfalen nach Bonn ins Haus der evangelischen Kirche (Adenauerallee 37, 53113 Bonn) ein. Die NRW-weite Veranstaltung soll Mut machen, Austausch ermöglichen und zeigen, wie wichtig unser gemeinsames Dranbleiben ist: für faire Handelsbeziehungen, für soziale Gerechtigkeit und für eine nachhaltige Zukunft, die wir aktiv mitgestalten. Das Vernetzungstreffen bietet Impulse, Praxisbeispiele, Workshops und Austauschformate rund um faire Handelsbeziehungen, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Engagement. Organisiert wird das Treffen in Kooperation mit der Stadt Bonn, Fairtrade Deutschland, der Eine Welt-Regionalpromotorin für die Region Bonn/Südliches NRW und dem Weltladen Bonn. (Die Ankündigung erfolgte gemäß Newsletter der Eine Welt-Regionalstelle Südliches NRW/Region Bonn vom Februar 2026, dort sind auch demnächst weitere Informationen zu Programm, genauen Zeiten und Anmeldekonditionen zu finden.)
Kunst aus der Ukraine: Das Kulturzentrum Brotfabrik zeigt bis zum 27. Juni 2026 in der Kulturkneipe (Kreuzstraße 16, 53225 Bonn) eine Ausstellung mit Bildern von Larysa Shaposhnytschenko: „neue Bilder im Krieg gemalt, schicke ich los. LG Mama“. Die Bilder entstanden während des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine in der Stadt Konotop. Sie erreichten die Galerie über einen Krankentransport. Die Künstlerin leitet in Konotop das kreative Kinderatelier „Bila Worona“ („Weiße Krähe“).
Braunschweig:
75 Jahre Zentralrat der Juden: Bis zum 20. September 2026 ist im Städtischen Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, die Ausstellung „Mit eigener Stimme“ zu sehen, die das 75. Jubiläum des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt. Die Ausstellung zeigt die Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland nach der Shoah und die Rolle der jüdischen Organisationen, insbesondere des Zentralrats sowie die verschiedenen Arbeitsbereiche des Zentralrats, unter anderem zum Sport (Kooperation mit dem jüdischen Sportverband Makkabi), Kampf gegen Antisemitismus, Dialog zwischen den Religionen (Denkfabrik Schalom Aleikum), die Akzeptanz diverser sexueller Identitäten (Unterstützung des Vereins Keshet Deutschland – Die jüdische LGBTQI*-Community in Deutschland) sowie den Musik- und Tanzwettbewerb „Jewrovision“. Die Ausstellung befasst sich auch mit den Kontroversen der vergangenen 75 Jahre zur Erinnerungskultur, beispielsweise um die Paulskirchenrede von Martin Walser, das Theaterstück „Die Stadt, der Müll und der Tod“ von Rainer Maria Fassbinder und die documenta 15. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Einen Überblick zur Ausstellung bietet Sophie Albers Ben Chamo in ihrem Beitrag „Für die Zukunft“ in der Jüdischen Allgemeinen vom 26. Februar 2026. Der Katalog der Ausstellung wurde bei Hentrich & Hentrich veröffentlicht. Er wurde von Fedor Besseler und Peter Joch herausgegeben.
Essen:
Zeitzeug:innen – Zweitzeug:innen: Es leben nur noch wenige Überlebende der Shoah. Um ihr Vermächtnis, ihre Erzählungen auch in der Zukunft lebendig zu erhalten, bieten HoloTechnik und KI neue Möglichkeiten des Dialogs. Am 27. Januar 2026 wurde in Essen in der Zeche Zollverein die Ausstellung „Holo-Voices: Begegnen – Fragen – Weitersagen“ eröffnet. Das interaktive Projekt wurde von der Organisation Zweitzeugen e.V. kuratiert. Vorbild war ein US-amerikanisches Projekt. Es geht in dem Projekt darum, mit „KI-Technik eine lebendige Interaktion mit Zeitzeug:innen des Holocausts“ zu ermöglichen. Angewandt wird die die Technik Natural Language Processing (NLP), über die die Besucher:innen „originale Videoantworten der Zeitzeug:innen“ erhalten. Grundlage waren unter anderem Interviews des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek und die Frankfurter Ausstellung „Frag nach!“ Ab Februar 2026 wird ein didaktisches Begleitprogramm für Schulklassen/Jugendgruppen (ab 14 Jahre) und Erwachsene umgesetzt. Weitere begleitende Formate werden entwickelt und auf der Internetseite von Zeitzeugen e.V. vorgestellt. Anmeldungen sind jederzeit möglich: a.olek@zweitzeugen.de Es ist möglich, eine Führung durch die Ausstellung mit der Ausstellung „Unter Tage – Unter Zwang“ (Thema Zwangsarbeit im Ruhrgebiet) zu kombinieren. Projektträger ist die TU Dortmund Die Ausstellung wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, von der RAG-Stiftung, der Krupp-Stiftung und der Brost-Stiftung gefördert.
Frankfurt am Main:
Antimuslimischer Rassismus: Am 28. April 2026, 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr, findet auf Einladung der Bildungsstätte Anne Frank im Massif Central (Bethmannstraße 7-9, Frankfurt am Main) der Fachtag „Zwischen den Zeilen – Antimuslimischer Rassismus im Journalismus“ statt. In der Ankündigung schreibt die Bildungsstätte: „Themen rund um den Islam und Muslim:innen werden häufig problemzentriert verhandelt, während gesellschaftliche Normalität und Diversität unterrepräsentiert bleiben. Gleichzeitig stehen Redaktionen vor der Herausforderung, komplexe Themen unter Zeitdruck einzuordnen, ohne stereotype Deutungsmuster zu reproduzieren“. Der Fachtag richtet sich an Journalist:innen, Medienschaffende, Studierende & Interessierte bundesweit. Die Keynote von Kai Hafez (Professur für Kommunikationswissenschaften, Universität Erfurt) stehen vor allem praxisnahe Workshops im Fokus, die konkrete Handlungsmöglichkeiten für den redaktionellen Alltag vermitteln oder tieferen Einblick in die Themen bieten. Die abschließende Podiumsdiskussion greift aktuelle Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven auf und fragt danach, wie ein differenzierter und verantwortungsvoller Journalismus aussehen kann. Die Moderation übernimmt Furkan Yüksel. Die Teilnahme ist kostenlos.
Woche der Meinungsfreiheit: Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ bewegt sich die bundesweite Aktionswoche im Spannungsfeld zwischen Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. Die Eröffnung der Woche der Meinungsfreiheit findet am 5. Mai in der Paulskirche in Frankfurt statt. Weitere Veranstaltungen sind deutschlandweit in Planung. Es geht unter anderem um folgende Fragen: Dürfen Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten? Können sie sich auf Meinungsfreiheit berufen. Welche Grenzen braucht eine Gesellschaft und welche Rolle spielen die Medien? (Quelle: Newsletter der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main)
Hamburg:
Jüdische Kinderwelten: In Hamburg wurde im Juli 2025 die Dauerausstellung „Jüdische Kinderwelten – Die Geschichte der Israelitischen Töchterschule“ eröffnet. Sie ist in der gleichnamigen Volkshochschul-Gedenk- und Bildungsstätte in der Karolinenstraße 35 zu sehen (Do 14.00 – 17.00 Uhr, So 10.00 – 14.00 Uhr) Heike Linde-Lembke berichtete in der Jüdischen Allgemeinen: Zu sehen sind „Gegenstände aus einer anderen Zeit, die für die Schülerinnen der Israelitischen Töchterschule in Hamburg einmal sehr wichtig waren“: eine Schultasche, Schlittschuhe, Lehrbücher, Briefe von Schülerinnen an eine Lehrerin. Die Schule pflegte „ein modernes Bildungsprogramm“, Fremdsprachen, Naturwissenschaften ebenso wie religiöse Bildung. Unterrichtet wurden etwa 500 Schülerinnen in 16 Klassenräumen. Die Ausstellung zeigt jüdisches Leben in der Kaiserzeit, der Weimarer Zeit und unter dem Nationalsozialismus. Die Schule wurde in den Jahren 1933 bis 1942 „zu einer Art Zufluchtsort für jüdische Kinder. Die Ausstellung endet mit der Frage: ‚Wie wollen wir heute erinnern und handeln?‘“ Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Gedenkstätte Anna von Villiez kuratiert. Schulklassen sind willkommen.
Lübeck:
125 Jahre Buddenbrooks: Thomas Manns Debütroman wird 125 Jahre alt. Gemeinsam mit dem Theater Lübeck veranstaltet das Buddenbrookhaus das ganze Jahr über Lesungen des Romans unter dem Titel „Buddenbrooks in Lübeck. Ein Jahr, ein Buch“. Jeden Monat gibt es Auszüge aus einem Kapitel, gelesen von Michael Fuchs und Gästen. Mit dieser Reihe bewegen wir uns durch Lübeck, an Orte, die passend zu den Themen des jeweiligen Kapitels ausgewählt wurden. Musikalisch werden Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck durch die Abende führen. Das erste Kapitel wurde am 21. Januar 2026 gelesen (Einzug und Einweihung des Hauses in der Mengstraße), das zweite am 25. Februar 2026 (Tonys Zeit im Mädchenpensionat Sesemis). Die einzelnen Termine:
- 25. März 2026: Tony und Thomas in Travemünde (ATLANTIC Grand Hotel Travemünde).
- 22. April 2026: Umzug in das Haus in der Breiten Straße (Commerzbank, Breite Straße).
- 20. Mai 2026: Jerusalemsabende (Ort noch offen).
- 10. Juni 2026: Christians Zeit im Club (Theaterrestaurant).
- 8. Juli 2026: Wahl des Senators (Reformierte Kirche).
- 2. September 2026: Weihnachten (Heiliggeisthospital).
- 7. Oktober 2026: Tod der Konsulin / Bruderstreit (Kolumbarium).
- 11. November 2026: Thomas stirbt nach Besuch beim Zahnarzt (Center of Brain, Behavior and Metabolism, Universität zu Lübeck, Geb. 66, Marie-Curie-Straße, 23562 Lübeck).
- 9. Dezember 2026: Hannos Schulerlebnis (Kathrarineum).
Des Weiteren begann am 17. Februar 2026, 19:00 bis 20:20 Uhr die Ringvorlesung „Eine Stadt liest einen Roman – 125 Jahre Buddenbrooks“ mit einem Vortrag von Hans Wißkirchen: „Der unsichere Mann und Maskerade in Buddenbrooks“. Alle Vorträge jeweils um 19:00 Uhr in der Villa Brahms, Lübeck. Sie werden von Studierenden der Musikhochschule musikalisch begleitet. Sie sind schließlich in dem zur Ausstellung vorbereiteten Katalog nachzulesen. Hier die einzelnen Termine:
- 11. März 2026: Susanne Fritz: „Aber am schlimmsten ist dein Schweigen“ – Die Familie Buddenbrook: Privileg und Abgrund.
- 7. April 2026: Irmtraud Hniclica: Grabow, Langhals, Brecht: Ärzte als Verfallskomplizen in Buddenbrooks.
- 12. Mai 2026: Peggy Morenz und Michael Angern: Condolenz-Visiten und Abschiedsszenen – Tod und Trauer in den Buddenbrooks im Licht der neueren Gedächtnisforschung.
- 2. Juni 2026: Veronika Schuchter: Dumme Gans und femme fatale oder: Männer, die auf Frauen starren.
- 7. Juli 2026: Christiane Tewinkel: Quinquilieren und Phantasieren – Musik erleben in Buddenbrooks.
- 4. August 2026: noch offen.
Weitere Termine sowie einen Aufruf zur Beteiligung an der Gestaltung der Jubiläumsausstellung „Family Affairs. 125 Jahre Buddenbrooks“ finden Sie auf der Seite des Buddenbrookhauses. Ringvorlesung und Lesereihe soll die Vorfreude auf die Jubiläumsausstellung versüßen. Diese wird ab dem 30. Oktober 2026 wieder im St. Annen Museum zu sehen sein. (Text orientiert sich an dem regelmäßig erscheinenden Newsletter des Buddenbrookhauses).
Mannheim:
Dollhouse – Kaari Upson: Vom 13. Februar bis zum 31. Mai 2025 zeigt die Kunsthalle Mannheim die erste Retrospektive der amerikanischen Künstlerin Kaari Upson (1970–2021). In ihren Skulpturen, Installationen, Videos und Zeichnungen befragt sie die Grenzen von Erinnerung, Identität und gesellschaftlicher Realität und verwandelt dabei persönliche biografische Erfahrungen aus ihrer kalifornischen Heimat in universelle menschliche Geschichten. Internationale Aufmerksamkeit erhielt Upson durch ihre Teilnahme an der Biennale di Venezia im Jahr 2019. Die Kunsthalle Mannheim erwarb 2020 ein Werk für die eigene Sammlung. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören die großformatige Installation „Dollhouse“ und die erstmals gezeigten Werke aus ihrer letzten Serie „Foot Face“. Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art und dem MASI Lugano realisiert und wurde von Johan Holten gemeinsam mit Alessia Tardivo kuratiert. (Text orientiert sich an der Vorstellung der Ausstellung durch die Kunsthalle Mannheim.)
München:
Migration und Identität: Der Münchner Komponist Paul Ben-Haim musste 1933 vor dem Nationalsozialismus fliehen und fand in Tel Aviv eine neue Heimat. Dort entwickelte er eine unverwechselbare musikalische Sprache, die europäische Tradition mit Klängen des Nahen Ostens verbindet und ihn zu einem Wegbereiter der israelischen Klassik machte. In einer Konzert-Biographie am 5. Mai 2026, 20 Uhr, in den Münchner Kammerspielen wird seine bewegende Lebensgeschichte hörbar: Musik von Paul Ben-Haim trifft auf ein neues Werk der israelischen Komponistin Danielle Lurie, das seine Erfahrungen zwischen den Welten aus heutiger Perspektive reflektiert. Die Ausführenden sind Walter Hess, Schauspiel und Pantomime, Annika Neugart, Gesang, Daniel Grossmann, Dirigent (Jewish Chamber Orchestra Munich). Text und Choreographie: Martin Valdés-Stauber. Tickets erhalten Sie hier.
Das jüdische Italien: Am 20. Mai 2026, 20:00 Uhr, findet in der Synagoge Reichenbachstraße 27, München ein Konzert statt unter dem Motto „Das jüdische Italien“ mit Werken von Fanny Hensel, Felix Mendelssohn, Salomone Rossi und Mario Castelnuovo-Tedesco. Chen Reiss, Sopran, Daniel Grossmann, Dirigent, Jewish Chamber Orchestra Munich. Anmeldung ist erforderlich (Bitte beachten Sie: die Karten werden namentlich personalisiert gebucht. Beim Einlass findet eine Sicherheitskontrolle statt, planen Sie bitte ausreichend Zeit dafür ein und tragen einen amtlichen Ausweis bei sich.)
Weimar: Vom 12. Mai bis zum 27. September bietet das Lenbachhaus München die Ausstellung „Ein Ferngespräch – Szenen aus der Weimarer Republik“. Kurt Tucholsky hatte gewitzelt: „Ein Ferngespräch soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst könnten die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen.“ Zu sehen sind unter anderem Bilder unter anderem von George Grosz, Käte Hoch, Jeanne Mammen, Gabriele Münter. Den Hintergrund illustrieren auch Erzählungen und Romane von Irmgard Keun oder Oskar Maria Graf. Gegenstand sind die sogenannten Golden Twenties, feministische Aktivistinnen, Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise, Aufstieg des Nationalsozialismus, antifaschistische Initiativen. Die Ausstellung wurde von Karin Althaus, Adrian Djukić und Matthias Mühling kuratiert. Die Eröffnung findet am 11. Mai, 19:00 bis 22:00 Uhr statt.
Solingen:
Warschauer Ghetto-Aufstand: Am Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto, dem 23. April 2026, 19:00 Uhr präsentiert die Publizistin Hanka Grupińska ihr Buch „Wir waren ja nur einfache Soldaten – Gespräche mit Aufständischen des Warschauer Ghettos“ (aus dem Polnischen von Andreas Volk, Metropol Verlag, Berlin, 2025) im Zentrum für verfolgte Künste (Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen). Vor vier Jahrzehnten begann die Autorin, Stimmen des jüdischen Widerstands festzuhalten. Ihr erster Gesprächspartner war Marek Edelman, der letzte Kommandeur des Aufstands im Warschauer Ghetto. Aus diesen und vielen weiteren Begegnungen in Polen, Israel und Kanada ist ein tief berührendes Zeitzeugnis entstanden. Die Erzählungen sind keine klassischen Geschichtsberichte – sie sind subjektiv, ungeschönt und frei von falschem Heroismus. In einer Zeit, in der die letzten Augenzeugen verstorben sind, lässt dieser Band ihre individuellen Schicksale und auch die Widersprüche ihrer traumatischen Erlebnisse fortbestehen. Hanka Grupińska war Mitbegründerin der polnischen Untergrundzeitschrift „Czas Kultury“ und wurde für ihre Arbeit zur Bewahrung des jüdischen Erbes vielfach ausgezeichnet. Jürgen Kaumkötter, Direktor des Zentrums für verfolgte Künste führt durch den Abend, Bernhard Hartmann, ein renommierter Übersetzer, begleitet das Gespräch. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Polnischen Instituts Düsseldorf mit dem Zentrum für verfolgte Künste Solingen. (Pressemitteilung des Zentrums für verfolgte Künste vom 26. März 2026).
Nürnberger Prozesse: Das Polnische Institut Düsseldorf, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen und das Deutsch-Osteuropäische Forum-Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus laden am 28. April 2026, um 19:00 Uhr. Ort: Polnisches Institut Düsseldorf (Citadellstraße 7, 40213 Düsseldorf) ein zu einer Podiumsdiskussion zum 80. Jahrestag des Beginns der Nürnberger Prozesse ein: „Die Nürnberger Prozesse aus polnischer und deutscher Perspektive“. Teilnehmende sind Ute Caumanns, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Dominika Uczkiewicz, Pilecki-Institut Warschau. Es moderiert. Jürgen Kaumkötter, Direktor des Zentrums für verfolgte Künste. Anmeldung wird Anmeldung bis zum 23. April 2026 per E-Mail erbeten: duesseldorf@instytutpolski.pl
Jüdische Künstlerinnen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn: Im Rahmen der Woche der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit präsentiert das Zentrum für verfolgte Künste vom 12. März bis zum 26. April 2026 das Kunstprojekt „Blickwechsel – Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zeitalter der Extreme“ von Manya Gutman. Über 100 gezeichnete Porträts, ergänzt durch biografische Texte, erzählen von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn. Die Kurzbiographien wurden von Ellen Presser, Journalistin und Leiterin des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Jürgen Kaumkötter und der Journalistin und Autorin Henriette Schröder erstellt. Der Katalog zur Ausstellung wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland unterstützt. (Meldung des Zentrums vom 4. März 2026)
Dada ist Politik: Vom 9. Mai bis zum 13. September 2026 widmet sich das Zentrum für verfolgte Künste mit der großen Ausstellung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf! Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen“ im Zentrum für verfolgte Künste dem antimilitaristischen und gesellschaftskritischen Potenzial der Dada-Bewegung. Mit Werken unter anderem von Hannah Höch, George Grosz, John Heartfield, Kurt Schwitters Sophie Taeuber-Arp zeigt die Ausstellung die ungebrochene Aktualität einer Kunst, die sich bewusst gegen Gewalt, Nationalismus und autoritäres Denken stellte. Begleitend findet ein Gespräch mit Rocko Schamoni über Humor, Nonsense und politische Kunst statt. Die Ausstellung wird von der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung Solingen, der Regionalen Kulturförderung des LVR und der Kunststiftung NRW gefördert. (Meldung des Zentrums vom 22. Dezember 2025)
Wien:
Isidor von Shelly Kupferberg im Burgtheater: Die Uraufführung der Theaterfassung des Romans „Isidor – Ein jüdisches Leben“ fand am 28. Februar 2026 am Burgtheater mit der Regie von Philipp Stölzl und der Dramaturgie von Caroline Brückner statt. Weitere Informationen und die Termine finden Sie auf der Seite des Burgtheaters. Der Roman erschien 2022 bei Diogenes, im Demokratischen Salon wurde er in einem Gespräch mit der Autorin unter dem Titel „Das Reh im Palais“ vorgestellt. Aufführungen im Burgtheater gibt es verteilt über das gesamte Jahr 2026.
Wiesbaden:
Das Programm des Jüdischen Lehrhauses Wiesbaden für das erste Halbjahr 2026 (ausführliche Informationen unter diesem Link, über den auch die Anmeldungen möglich sind) liegt vor. Hier eine (subjektive Auswahl, weitere Veranstaltungen im Programm selbst, alle folgenden Kurzbeschreibungen orientierten sich an den Informationen des Jüdischen Lehrhauses).
- Am 15. April 2026, 19 Uhr, trägt Stephan Kramer, Präsident des Amtes für Verfassungsschutz in Thüringen, in der Jüdischen Gemeinde vor: Demokratie sei kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess, der Engagement braucht. Jede und jeder von uns trage Verantwortung, sie zu bewahren. Es reiche nicht, die Gefahren von Populismus und Extremismus, Desinformation und digitaler Manipulation sowie dem Zweifel vieler Menschen an den Institutionen der Demokratie zu erkennen. Sein Vortrag soll zeigen, was auf dem Spiel steht, warum sich der Einsatz lohnt und welche Schritte wir jetzt gehen müssen, um unsere Demokratie zu verteidigen, die Stabilität, Freiheit und Mitbestimmung garantiert, Vielfalt ermöglicht und unser aller Rechte schützt. (Anmeldung ist erforderlich. Die Veranstaltung kann auch über zoom verfolgt werden.)
- Am 11. Juni 2026, 19 Uhr, liest Shelly Kupferberg aus ihrem zweiten Roman „Stunden wie Tage“ . Das Buch beginnt im Berlin der frühen 1940er Jahre. Martha E., fleißig und sparsam, arbeitet als Hausbesorgerin im Schöneberger Mietshaus der Brüder Berkowitz. Liane Berkowitz, ein neugieriges, lebenslustiges Mädchen aus gutem Hause, lernt im Krieg die Liebe und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten kennen. Jahrzehnte später wandert Martha die Straßen Schönebergs entlang, zerlumpt und abgerissen. Jeder kennt sie, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist: eine Millionärin und Zeugin von Lianes Leben. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Am 21. Juni 2026, 11 bis 15 Uhr, referiert der Judaist und Islamwissenschaftler Oliver Glatz über „Juden unter dem Halbmond –Jerusalem des Westens, Menasseh ben Israel und die sephardischen Juden in Amsterdam“. „Auch in den Niederlanden werden die Juden mit Güte und Wohlwollen empfangen, besonders in dieser berühmten Stadt Amsterdam, in der es nicht weniger als 400 jüdische Familien gibt“, schrieb Menasseh ben Israel 1641 an Oliver Cromwell, den „Lord Protector“ des Commonwealth. So wollte er Cromwell überzeugen, Juden die Niederlassung in Großbritannien wieder zu erlauben. Menasseh ben Israel kam aus einer portugiesisch-jüdischen Familie, die nach Zwangskonversion und Verfolgung 1610 im Amsterdam Zuflucht fand. Er wurde ein herausragender Gelehrter, Schriftsteller, Drucker und Diplomat, eine der prägenden Stimmen des frühneuzeitlichen Judentums in Europa zwischen Amsterdam, der Neuen Welt und London. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Darüber hinaus bietet das Lehrhaus weitere Veranstaltungen, unter anderem Kochkurse, Kurse mit israelischen Tänzen, Führungen über den jüdischen Friedhof Platter Straße sowie Besuche der Synagoge, alle im Detail im Halbjahresprogramm aufgeführt.
