Veranstaltungen und Ausstellungen
Empfehlungen des Demokratischen Salons
Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungen und Ausstellungen, die ich Ihnen empfehlen möchte. Es handelt sich um eine rein subjektive Auswahl. Die Termine und Kurzbeschreibungen werden regelmäßig ergänzt, abgelaufene Termine werden gestrichen, sodass Sie sich jederzeit aktuell informieren können, wo Sie vielleicht demnächst einmal vorbeischauen können.
Sie können detaillierte Informationen über die hier empfohlenen Veranstaltungen und Ausstellungen nach Orten sortiert direkt über die Sprungmarken erreichen. Sie finden Veranstaltungen und Ausstellungen in Augsburg (Jewish Chamber Orchestra Munich), Berlin (Buchpremiere mit Lebensgeschichten verfolgter Menschen, Buchvorstellung zu Bruno Kreisky, Antisemitismus im Kinder- und Jugendalter, Geschichte im digitalen Zeitalter, Autorinnen aus Afghanistan, Ringvorlesung Interventionismus, Exil, Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?), Bochum (Gruppenausstellung „Die Kids sind nicht alright“), Bonn (Fairer Handel, Kunst aus der Ukraine), Braunschweig (Geschichte des Zentralrats der Juden), Düsseldorf (Flucht über das Mittelmeer), Essen (Holo-Voices), Frankfurt am Main (Ausstellung Mischpocha), Halle an der Saale (Fotoausstellung Halle 1983-1985), Köln (Judentum und Islam) Hamburg (Jüdische Kinderwelten), Lübeck (125 Jahre Buddenbrooks), München (Weimar: Ein Ferngespräch), Solingen (Dada und Politik), Wien (Theaterfassung von Shelly Kupferbergs Roman „Isidor“), Wiesbaden (Jüdisches Lehrhaus im Juni 2026, mit Shelly Kupferberg „Stunden wie Tage“ und zu Menasseh Ben Israel). Eine Lesereise zur Literatur aus Guinea-Bissau findet in sechs Städten statt: Berlin, Meißen, Hannover, Münster, Köln und Hamburg
Augsburg:
Melodien aus Osteuropa: Das Jewish Chamber Orchestra Munich unter Leitung von Daniel Grossmann und mit der Mezzosopranistin Shachar Levi präsentiert am 17. Juni 2026, 19:00 Uhr in der spektakulären Jugendstil-Synagoge in Augsburg Lieder von Joel Engel und Mieczysław Weinberg Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ in der Kammerorchester-Fassung von Gustav Mahler. Der Ticketvorverkauf hat begonnen.
Berlin
Bruno Kreisky: Das Leo Baeck Institute New York / Berlin lädt in Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum am 2. Juni 2026, 19:00 Uhr zu einer Buchpräsentation und Diskussion „Kreisky, Israel und die Juden“ ein. Thema des Buches des israelischen Diplomaten Daniel Aschheim sind die Beziehung des sozialdemokratischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky (1911-1990), seine Beziehung zu Israel und die bis heute aktuelle Debatte über jüdische Identität, Nahostpolitik und politische Verantwortung. Mit dem Autor diskutiert Eric Frey (Der Standard). Das Gespräch findet in englischer Sprache statt. Das Buch erschien im ecoWing Verlag bei Benevento Publishing Salzburg (Wien, Salzburg 2025). Zum Antisemitismus in Österreich und zur umstrittenen Rolle Bruno Kreiskys siehe im Demokratischen Salon den Beitrag „Die antisemitische Achterbahn“. Der Ort der Veranstaltung wird nach Anmeldung mitgeteilt.
Exil, Flucht und Migration: Das Leo Baeck Institut e.V. lädt zum 10. Juni 2026, 19:00 (Einlass ab 18:30 Uhr) ein zu einer Abendveranstaltung zum Thema „Exil, Flucht und Migration“ mit einem Gespräch mit Ursula Krechel, Schriftstellerin und Georg-Büchner-Preisträgerin 2025, und. Michael Brenner, intern. Präsident des Leo Baeck Instituts. Ort: Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin (Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin). Weitere Informationen sowie die offizielle Einladung mit Programm und Anmeldemöglichkeiten folgen in Kürze auf der Website des LBI.
Antisemitismus im Kinder- und Jugendalter: Das Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung lädt gemeinsam mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung am 11. Juni 2026, 15:30 Uhr bis 19:00 Uhr zu einem Fachgespräch zur Studie „Antisemitismus im Kindes- und frühen Jugendalter – Erfahrungen, Deutungen und Bedarfe“ ein. Die Studie geht davon aus, dass junge Kinder antisemitische Stereotype verinnerlichen und diese im Spiel oder verbalen Äußerungen anwenden, Lehr- und Bildungspläne eine systematische Auseinandersetzung mit Antisemitismus erst in höheren Klassenstufen vorsehen. Biografische Studien zeigen, dass jüdische Kinder bereits im Kita- und Grundschulalter antisemitischen Wissensbeständen ausgesetzt sind. Ihre Perspektiven werden kaum berücksichtigt. Jüdische Jugendliche und junge Erwachsene schildern Passivität und Unentschlossenheit der Pädagog:innen, die sie oft genug auffordern, antisemitische Sprachhandlungen nicht so ernst zu nehmen. Diplom-Psychologin Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) und Friederike Lorenz-Sinai, Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex), Universität Tübingen, werden in die Studie einführen. Anschließend sprechen Tabea Adler, Leitende Beraterin OFEK e.V., Sabine Achour, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Arbeitsschwerpunkt Politikdidaktik & Politische Bildung, Aylin Anasal Jordan, wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Schwerpunkt Lehre, Grundschulpädagogik und Sachunterricht HU Berlin und Romina Wiegemann, Leitung Pädagogik und Bildungsprogramme KOAS, moderiert von Franziska Göpner, Anne Frank Zentrum, über die Studie. Zum Abschluss kommentiert Janne Braband (Frankfurt am Main, Goethe-Universität Frankfurt am Main). Um Anmeldung wird gebeten. Der Veranstaltungsort wird nach Anmeldung mitgeteilt.
Geschichte erzählen im digitalen Zeitalter: In der letzten Veranstaltung der Reihe Backup der Geschichte 2.0 des Leo Baeck Institute New York / Berlin am 22. Juni 2026, 18:00 Uhr geht es um „KI in der Erinnerungsarbeit – Chancen, Risiken und demokratische Perspektiven“. Teilnehmen werden die Mathematikerin und Professorin für Data Science an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin Helena Mihaljević, die Provenienzforscherin mit Schwerpunkt NS-Raubkunst Anne Uhrlandt . Die Moderation übernimmt die Journalistin, Publizistin und Fotografin Sharon Adler. Anmeldung ist erforderlich. Der Veranstaltungsort wird nach der Anmeldung mitgeteilt.
Autorinnen aus Afghanistan: Afghanische Autorinnen und ihre deutschen Tandempartnerinnen begegnen sich ach einem literarischen Briefwechsel begegnen sich die jeweiligen Autorinnen zum ersten Mal persönlich und geben Einblicke in ihr Schreiben: „Was wir uns schreiben“. Am 18. Juni 2026, 19:00 Uhr begegnen sich in der KfW-Bankengruppe Berln, Historischer Kassensaal (Behrensstraße 33, Berlin) Batool Haidari & Marica Bodrožić. Es moderiert Vivian Perkovic (Journalistin, Redakteurin und Moderatorin beim Deutschlandradio Kultur). Anmeldung ist erforderlich und über die Internetseite der KfW-Stiftung möglich, wo auch weitere Informationen zu finden sind. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt. Beiträge in Dari werden simultan übersetzt. Hintergrund sind das von der KfW-Stiftung in Kooperation mit Untold Narratives (London) und Weiter Schreiben (Berlin) geförderte Programm „Untold Narratives – Paranda Network“. Das Projekt „Untold Narratives – Weiter Schreiben – Briefwechsel mit afghanischen Autorinnen setzt in diesem Rahmen eine bereits vor der Machtübernahme der Taliban 2021 begonnene Initiative fort. Die Kooperation öffnet afghanischen Autorinnen Türen in den deutschsprachigen Literaturbetrieb und erzählt kaum gehörte Geschichten aus dem Leben der Frauen. Die Veranstaltungsreihe wird am 6. Oktober 2026 in der Villa 102 in Frankfurt am Main mit Tamanna Easar & Yael Inokai fortgesetzt. (Pressemitteilung von Weiter Schreiben vom 5. Mai 2026.)
Lebensgeschichten verfolgter Menschen: Der Ariella Verlag lädt zur Buch-Premiere „Bin Mensch nicht auch ich?“ am 25. Juni 2026, 18:00 bis 19:30 Uhr in die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) – Amerika-Gedenkbibliothek (Blücherplatz 1, 10961 Berlin). Fünf Illustratorinnen, Inbal Leitner (Israel/UK), Bianca Schaalburg, Lisa Rock, Marion Goedelt, Stephanie Lunkewitz, erzählen fünf Lebensgeschichten: Die historisch dokumentierten Biografien werden in Form von grafischen Kurzgeschichten im Stil einer Graphic Novel zu den lebendigen Erlebnissen und Erfahrungen der fünf Protagonist:innen. Modern inszeniert und grafisch erzählt, ist „Bin Mensch nicht auch ich?“ ein Buch für junge Leser:innen, die sich für die Zeit des Nationalsozialismus und die Lebensgeschichten verfolgter Menschen interessieren. Das Buch kann auch im Schulunterricht eingesetzt werden. Anwesend sind die Illustratorinnen des Buches, die Verlegerin Myriam Halberstam sowie die Herausgeberin Jana Mikota. Anmeldung bitte an presse@ariella-verlag.de. (Aus der Pressemitteilung des Verlags vom 8. Mai 2026.)
Ringvorlesung Interventionismus: Im Sommersemester 2026 richten die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Berliner Kolleg Kalter Krieg, das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und die Humboldt-Universität eine Ringvorlesung zum Thema „Interventionismus in Europa: Militärisches und humanitäres Eingreifen seit 1945“ an. Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Raum 1072 (Unter den Linden 6, 10117 Berlin). Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18:00 Uhr c.t.:
- 23. April 2026: Hermann Wentker, „Moskaus Interventionen im Ostblock (1953–1981). Hintergründe und Auswirkungen auf das sowjetische Imperium“.
- 5. Mai 2026: Konstanze Soch, zu „Nahrungsmittelhilfe über den Eisernen Vorhang hinweg: Karitative Aktion oder politische Intervention?“
- 19. Mai 2026: Hubert Zimmermann, „(Post-)Interventionismus? Die Debatte um Auslandseinsätze der Bundeswehr vor und nach 1990“.
- 2. Juni 2026: Bernd Rother, „Intervention zur Abwehr des Kommunismus? Das westliche Bündnis und der Sturz der Diktatur in Portugal (1974)“.
- 16. Juni 2026: Hannes Grandits, „UN-Blauhelme und NATO-Luftschläge: Die Jugoslawienkriege (1991–1995)“.
- 30. Juni 2026: Kristóf Gosztonyi, „Lessons Learned? Der Kosovo-Krieg (1999) im Lichte der bosnischen Interventionserfahrungen“.
- 7. Juli 2026: Agnes Bresselau von Bressensdorf, „Flucht, Recht, Verantwortung: Humanitärer Interventionismus und die Entstehung der Responsibility to Protect“.
Weitere Informationen zur Ringvorlesung, auch zu den einzelnen Vorträgen sowie den Flyer finden Sie auf der Website der Bundesstiftung Aufarbeitung. (Pressemitteilung der Stiftung vom 14. April 2026.)
„Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?“ Die von Christian Schmittwilken kuratierte Ausstellung ist bis zum 31. Januar 2027 im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors zu sehen. Die Ausstellung befasst sich mit der Frage, was im Deutschen Reich zu welcher Zeit über den Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden, aber auch über andere Massenverbrechen bekannt war oder gewusst werden konnte. Die Ausstellung präsentiert rund 300 Exponate aus 95 Archiven, öffentlichen Sammlungen und privatem Besitz. Mit diesem Material – darunter Reproduktionen von Fotografien und Dokumenten, Audio- und Videoaufnahmen sowie Originalobjekte – werden viele bislang kaum bekannte Geschichten erzählt. Es gibt einen Begleitband in deutscher und in englischer Sprache. Die Veranstaltungen im Begleitprogramm können auch im Livestream verfolgt werden:
- Der Holocaust. Was wussten die Deutschen – und wie verhielten sie sich? Podiumsgespräch am 12. Mai 20206, 19:00 Uhr, mit Bernward Dörner, Mary Fulbrook, Peter Longerich, Moderation: Christian Schmittwilken.
- Das Wissen der Alliierten über den Holocaust / What the Allies knew about the Holocaust, Vortrag von Michael Fleming am 2. Juni 2026, 19:00 Uhr, Moderation: Elizabeth Harvey (in englischer Sprache mit Simultanübersetzung).
- Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945. Buchpräsentation am 23. Juni 2026, 19:00 Uhr, von Felix Berge mit einem Kommentar von Andrea Riedle, Moderation: Dierk Hoffmann.
- Oberbrechen: Ein deutsches Dorf und seine NS-Vergangenheit, Buchpräsentation von Stefanie Fischer am 22. September 2026, 19:00 Uhr, Moderation: Sabine Kritter.
- Das Ungesagte, am 13. Oktober 2026, 19:00 Uhr, Dokumentarfilm, Deutschland 2025, 97 Min. (gekürzte Fassung), im Anschluss: Podiumsgespräch mit Regisseurin Patricia Hector, Regisseur Lothar Herzog und Stephanie Bohra.
- Holocaust-Gedenken von 1945 bis zur Gegenwart, Podiumsgespräch am 24. November 2026, 19:00 Uhr, mit Eva Berendsen, Elke Gryglewski, Martin Liepach, Einführung und Moderation: Martin Sabrow.
- Der Weg zum Holocaust, Vortrag am 26. Januar 2027 von Dieter Pohl, Moderation: Ulrich Baumann.
(Pressemitteilungen der Topographie des Terrors vom 16. März und 2. April 2026)
Bochum:
Kunst zur Wiedervereinigung: Vom 7. Mai bis zum 13. September 2026 ist im Museum unter Tage (Nevelstraße 29c, im Parkgelände von Haus Weitmar, 44795 Bochum, Mi bis Fr 14:00 bis 18:00 Uhr, Sa bis So 12:00 bis 18:00 Uhr) die Gruppenausstellung „Die Kids sind nicht alright“. Als im Jahr 1989 die Mauer fiel, waren die Künstler:innen der Ausstellung alle noch Kinder. Sie wuchsen in einer Zeit auf, die für die Eltern oder Großeltern vor allem Neuorientierung, Risiko und Krise bedeuteten. In ihren Arbeiten setzen sie sich mit ihren Kindheitserfahrungen in der DDR und ihrer Familiengeschichte auseinander. Sie verhandeln Fragen nach Identität, Herkunft und damit verknüpften möglichen und unmöglichen Chancen, verbunden mit einem kritischen Blick auf die politischen Systeme in Ost und West sowie auf gesellschaftliche Werte und ökonomische Wirklichkeit. In der Ausstellung zeigen zehn Künstler:innen im Medium der Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Film, Skulptur oder Rauminstallation ihre Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigung. Präsentiert werden Werke von Nadja Buttendorf (*1984, Dresden), Susan Donath (*1979, Apolda), Sophia Hirsch (*1987, Ost-Berlin), Florian Kunert (*1989, Neustadt bei Dresden), Eric Meier (*1989, Ost-Berlin), Minh Duc Pham (*1991, Schlema im Erzgebirge), David Polzin (*1982, Henningsdorf bei Berlin), Oskar Schmidt (*1977, Erlabrunn im Erzgebirge), Manuel Sékou (*1991, Dresden) und Anna Zett (*1983, Leipzig). Kuratiert wurde die Ausstellung von Meta Marina Beeck. (Presseerklärung der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum vom 18. April 2026.)
Bonn:
Fairer Handel: Am 24. Juni 2026 lädt das Vernetzungstreffen der Fairtrade-Towns in Nordrhein-Westfalen nach Bonn ins Haus der evangelischen Kirche (Adenauerallee 37, 53113 Bonn) ein. Die NRW-weite Veranstaltung soll Mut machen, Austausch ermöglichen und zeigen, wie wichtig unser gemeinsames Dranbleiben ist: für faire Handelsbeziehungen, für soziale Gerechtigkeit und für eine nachhaltige Zukunft, die wir aktiv mitgestalten. Das Vernetzungstreffen bietet Impulse, Praxisbeispiele, Workshops und Austauschformate rund um faire Handelsbeziehungen, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Engagement. Organisiert wird das Treffen in Kooperation mit der Stadt Bonn, Fairtrade Deutschland, der Eine Welt-Regionalpromotorin für die Region Bonn/Südliches NRW und dem Weltladen Bonn. (Die Ankündigung erfolgte gemäß Newsletter der Eine Welt-Regionalstelle Südliches NRW/Region Bonn vom Februar 2026, dort sind auch demnächst weitere Informationen zu Programm, genauen Zeiten und Anmeldekonditionen zu finden.)
Kunst aus der Ukraine: Das Kulturzentrum Brotfabrik zeigt bis zum 27. Juni 2026 in der Kulturkneipe (Kreuzstraße 16, 53225 Bonn) eine Ausstellung mit Bildern von Larysa Shaposhnytschenko: „neue Bilder im Krieg gemalt, schicke ich los. LG Mama“. Die Bilder entstanden während des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine in der Stadt Konotop. Sie erreichten die Galerie über einen Krankentransport. Die Künstlerin leitet in Konotop das kreative Kinderatelier „Bila Worona“ („Weiße Krähe“).
Braunschweig:
75 Jahre Zentralrat der Juden: Bis zum 20. September 2026 ist im Städtischen Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, die Ausstellung „Mit eigener Stimme“ zu sehen, die das 75. Jubiläum des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt. Die Ausstellung zeigt die Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland nach der Shoah und die Rolle der jüdischen Organisationen, insbesondere des Zentralrats sowie die verschiedenen Arbeitsbereiche des Zentralrats, unter anderem zum Sport (Kooperation mit dem jüdischen Sportverband Makkabi), Kampf gegen Antisemitismus, Dialog zwischen den Religionen (Denkfabrik Schalom Aleikum), die Akzeptanz diverser sexueller Identitäten (Unterstützung des Vereins Keshet Deutschland – Die jüdische LGBTQI*-Community in Deutschland) sowie den Musik- und Tanzwettbewerb „Jewrovision“. Die Ausstellung befasst sich auch mit den Kontroversen der vergangenen 75 Jahre zur Erinnerungskultur, beispielsweise um die Paulskirchenrede von Martin Walser, das Theaterstück „Die Stadt, der Müll und der Tod“ von Rainer Maria Fassbinder und die documenta 15. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Einen Überblick zur Ausstellung bietet Sophie Albers Ben Chamo in ihrem Beitrag „Für die Zukunft“ in der Jüdischen Allgemeinen vom 26. Februar 2026. Der Katalog der Ausstellung wurde bei Hentrich & Hentrich veröffentlicht. Er wurde von Fedor Besseler und Peter Joch herausgegeben.
Düsseldorf:
Flucht über das Mittelmeer: Vom 13. Mai bis zum 31. Juli zeigt die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf (Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf) die Foto- und Videoausstellung „Hinter dem Mittelmeer“ (Mo bis Fr jeweils ab 10:00 Uhr, Mo und Mi bis 17:00 Uhr, Di und Do bis 19:00 Uhr, Fr bis 14:00 Uhr). Die Ausstellung wurde von Mirco Keilberth kuratiert, unabhängiger Journalist, Filmemacher und Medienpädagoge mit Schwerpunkt auf Nordafrika und Südosteuropa. Er arbeitete als Journalist im Krieg im ehemaligen Jugoslawien, insbesondere in Belgrad und Sarajevo. Er bereiste mehr als 20 Länder im Subsahara-Afrika und produzierte Dokumentarfilm und Reportagen über Konflikte in Afrika. Die Ausstellung beleuchtet aktuelle Fluchtrouten, die wirtschaftliche Lage in den Herkunftsländern sowie die Strategien der Europäischen Union am südlichen und westlichen Mittelmeer. Mit Fotografien, Videos, Zahlen und Expertengesprächen vermittelt sie Einblicke in die Lebensrealitäten von Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten, von den Zeltstädten in Tunesien über den Alltag in Damaskus und Tripolis bis zu den Schmuggelrouten durch die Sahara. Die Reportagen und Bilder porträtieren Menschen aus Syrien, dem Libanon, Tunesien, Libyen, dem Sudan und Westafrika, die aufgebrochen sind, fliehen mussten oder freiwillig zurückgekehrt sind. Die Ausstellung thematisiert in der täglichen Berichterstattung oft ungestellte oder unbeantwortete bleiben. Die Eröffnung findet am 12. Mai, 19:00 Uhr im Gerhart-Hauptmann-Haus statt. Der Kurator bietet eigene Veranstaltungen für Schulklassen, Ministerien und andere interessierte Gruppen an. (Auszug aus der Presseerklärung des Gerhart-Hauptmann-Hauses vom 5. Mai 2026).
Essen:
Zeitzeug:innen – Zweitzeug:innen: Es leben nur noch wenige Überlebende der Shoah. Um ihr Vermächtnis, ihre Erzählungen auch in der Zukunft lebendig zu erhalten, bieten HoloTechnik und KI neue Möglichkeiten des Dialogs. Am 27. Januar 2026 wurde in Essen in der Zeche Zollverein die Ausstellung „Holo-Voices: Begegnen – Fragen – Weitersagen“ eröffnet. Das interaktive Projekt wurde von der Organisation Zweitzeugen e.V. kuratiert. Vorbild war ein US-amerikanisches Projekt. Es geht in dem Projekt darum, mit „KI-Technik eine lebendige Interaktion mit Zeitzeug:innen des Holocausts“ zu ermöglichen. Angewandt wird die die Technik Natural Language Processing (NLP), über die die Besucher:innen „originale Videoantworten der Zeitzeug:innen“ erhalten. Grundlage waren unter anderem Interviews des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek und die Frankfurter Ausstellung „Frag nach!“ Ab Februar 2026 wird ein didaktisches Begleitprogramm für Schulklassen/Jugendgruppen (ab 14 Jahre) und Erwachsene umgesetzt. Weitere begleitende Formate werden entwickelt und auf der Internetseite von Zeitzeugen e.V. vorgestellt. Anmeldungen sind jederzeit möglich: a.olek@zweitzeugen.de Es ist möglich, eine Führung durch die Ausstellung mit der Ausstellung „Unter Tage – Unter Zwang“ (Thema Zwangsarbeit im Ruhrgebiet) zu kombinieren. Projektträger ist die TU Dortmund Die Ausstellung wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, von der RAG-Stiftung, der Krupp-Stiftung und der Brost-Stiftung gefördert.
Frankfurt am Main:
Mishpocha: Das Jüdische Museum Frankfurt am Main zeigt bis zum 27. September 2026 (täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr) die von Franziska Krah kuratierte Ausstellung „Mischpocha – The Art of Collaboration“. Die Ausstellung deutet den jiddischen Begriff „Mischpoche“ neu – als ein Plädoyer für die Kraft des kreativen Miteinanders. Familie kann vieles bedeuten. Wer gehört dazu? Kann man in einer Familie einfach Mitglied werden? Oder ist Familie einfach ein Kreis von Freund:innen, mit denen man ein Lebensgefühl oder bestimmte Interessen und Hobbies teilt? Das sind einige der Fragen, die die Ausstellung zu beantworten versucht. Allerdings werden alle Besucher:innen möglicherweise eine andere Antwort finden. Dies liegt auch daran, dass die Ausstellung sehr künstlerisch, nicht zuletzt musikalisch angelegt ist, ausgehend vom Musiker Mike D von den Beastie Boys: „Wir konnten all dies nur dank der großartigen Menschen erreichen, denen wir begegnet sind und mit denen wir zusammengearbeitet haben.“ Zusammenwirken, Zusammenarbeit, „Collaboration“ schafft Familie und ist selbst eine Kunst. Familie ist ein Crossover von Stilen. Das interdisziplinäre und kollaborative Kunstprojekt lässt die Besucher:innen neue soziale und kulturelle Räume für künstlerische Experimente entdecken und schafft neue Möglichkeiten der Reflektion über das, was Familie im Lauf der Zeit war, ist und sein könnte. Zeichnungen, Gemälde, Konzeptkunst, Fotografien und Videoarbeiten reflektieren Familiengeschichte(n), gerade in Zeiten von Flucht und Migration, im Exil, in der Diaspora. In einem der Räume können die Besucher:innen anhand von Musik des Punk, der Riot Grrrl-Bewegung, des Techno und des Hip-Hop ihre musikalischen Erlebnisse selbst gestalten.
Halle in den 1980er Jahren: Mitte der 1980er Jahre gelang Helga Paris mit der Serie „Häuser und Gesichter“ in über 100 eindrücklichen Fotografien ein sensibles Porträt der Stadt Halle (Saale) und der dort lebenden Menschen der Jahre 1983 bis 1985. Eine für 1986 geplante Ausstellung fiel der DDR-Zensur zum Opfer: Zu deutlich ließen die Bilder den architektonischen Verfall erkennen. 40 Jahre später präsentiert das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) diesen nach einem Text des Lyrikers Detlef Opitz als „Diva in Grau“ bekannt gewordenen Klassiker der Fotogeschichte. Diese Publikation vereinte 1991 Fotografien mit literarischen Texten. Die Ausstellung ist vom 12. Juni bis zum 19. September 2026 im Kunstmuseum Moritzburg zu sehen (Friedemann-Bach Platz 5, 06108 Halle, geöffnet von 10:00 bis 18:00 Uhr außer mittwochs). Die Ausstellung wurde von Jule Schaffner kuratiert. Zur Finissage am 19. September 2026 lesen Autor:innen aus ihren Texten und sprechen über die hallesche Literaturszene in den 1980er-Jahren. Es beteiligen sich Wilhelm Bartsch, Jörg Kowalski Christa Moog und Detlef Opitz. Es moderiert Leiter des Literaturhauses Halle Alexander Suckel. Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm.
Köln:
Judentum und Islam: Das Katholische Bildungswerk Köln und die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit laden am 15. Juni 2026, 19:30 Uhr zu einem Gespräch mit dem muslimischen Theologen Mouhanad Khorchide über sein neues Buch „Ohne Judentum kein Islam – Die verleugnete Quelle“ ins Kölner DOMFORUM (Domkloster 3, 50667 Köln) ein. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster, befasst sich mit den jüdischen Quellen und Voraussetzungen des Koran. Er setzt sich darüber hinaus mit der Frage auseinander, warum Antisemitismus unter Muslimen so viel Anklang findet und welche Allianzen ein radikaler islamischer Antisemitismus eingeht.
Hamburg:
Jüdische Kinderwelten: In Hamburg wurde im Juli 2025 die Dauerausstellung „Jüdische Kinderwelten – Die Geschichte der Israelitischen Töchterschule“ eröffnet. Sie ist in der gleichnamigen Volkshochschul-Gedenk- und Bildungsstätte in der Karolinenstraße 35 zu sehen (Do 14.00 – 17.00 Uhr, So 10.00 – 14.00 Uhr) Heike Linde-Lembke berichtete in der Jüdischen Allgemeinen: Zu sehen sind „Gegenstände aus einer anderen Zeit, die für die Schülerinnen der Israelitischen Töchterschule in Hamburg einmal sehr wichtig waren“: eine Schultasche, Schlittschuhe, Lehrbücher, Briefe von Schülerinnen an eine Lehrerin. Die Schule pflegte „ein modernes Bildungsprogramm“, Fremdsprachen, Naturwissenschaften ebenso wie religiöse Bildung. Unterrichtet wurden etwa 500 Schülerinnen in 16 Klassenräumen. Die Ausstellung zeigt jüdisches Leben in der Kaiserzeit, der Weimarer Zeit und unter dem Nationalsozialismus. Die Schule wurde in den Jahren 1933 bis 1942 „zu einer Art Zufluchtsort für jüdische Kinder. Die Ausstellung endet mit der Frage: ‚Wie wollen wir heute erinnern und handeln?‘“ Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Gedenkstätte Anna von Villiez kuratiert. Schulklassen sind willkommen.
Lübeck:
125 Jahre Buddenbrooks: Thomas Manns Debütroman wird 125 Jahre alt. Gemeinsam mit dem Theater Lübeck veranstaltet das Buddenbrookhaus das ganze Jahr über Lesungen des Romans unter dem Titel „Buddenbrooks in Lübeck. Ein Jahr, ein Buch“. Jeden Monat gibt es Auszüge aus einem Kapitel, gelesen von Michael Fuchs und Gästen. Mit dieser Reihe bewegen wir uns durch Lübeck, an Orte, die passend zu den Themen des jeweiligen Kapitels ausgewählt wurden. Musikalisch werden Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck durch die Abende führen. Das erste Kapitel wurde am 21. Januar 2026 gelesen (Einzug und Einweihung des Hauses in der Mengstraße), das zweite am 25. Februar 2026 (Tonys Zeit im Mädchenpensionat Sesemis). Die einzelnen Termine:
- 25. März 2026: Tony und Thomas in Travemünde (ATLANTIC Grand Hotel Travemünde).
- 22. April 2026: Umzug in das Haus in der Breiten Straße (Commerzbank, Breite Straße) – Video auf youtube.
- 20. Mai 2026: Jerusalemsabende (Ort noch offen).
- 10. Juni 2026: Christians Zeit im Club (Theaterrestaurant).
- 8. Juli 2026: Wahl des Senators (Reformierte Kirche).
- 2. September 2026: Weihnachten (Heiliggeisthospital).
- 7. Oktober 2026: Tod der Konsulin / Bruderstreit (Kolumbarium).
- 11. November 2026: Thomas stirbt nach Besuch beim Zahnarzt (Center of Brain, Behavior and Metabolism, Universität zu Lübeck, Geb. 66, Marie-Curie-Straße, 23562 Lübeck).
- 9. Dezember 2026: Hannos Schulerlebnis (Kathrarineum).
Des Weiteren begann am 17. Februar 2026, 19:00 bis 20:20 Uhr die Ringvorlesung „Eine Stadt liest einen Roman – 125 Jahre Buddenbrooks“ mit einem Vortrag von Hans Wißkirchen: „Der unsichere Mann und Maskerade in Buddenbrooks“ (Video auf youtube). Alle Vorträge jeweils um 19:00 Uhr in der Villa Brahms, Lübeck. Sie werden von Studierenden der Musikhochschule musikalisch begleitet. Sie sind schließlich in dem zur Ausstellung vorbereiteten Katalog nachzulesen und kurz nach dem Termin auch auf youtube online zu sehen. Hier die einzelnen Termine:
- 11. März 2026: Susanne Fritz: „Aber am schlimmsten ist dein Schweigen“ – Die Familie Buddenbrook: Privileg und Abgrund (Video auf youtube).
- 7. April 2026: Irmtraud Hniclica: Grabow, Langhals, Brecht: Ärzte als Verfallskomplizen in Buddenbrooks.
- 12. Mai 2026: Peggy Morenz und Michael Angern: Condolenz-Visiten und Abschiedsszenen – Tod und Trauer in den Buddenbrooks im Licht der neueren Gedächtnisforschung.
- 2. Juni 2026: Veronika Schuchter: Dumme Gans und femme fatale oder: Männer, die auf Frauen starren.
- 7. Juli 2026: Christiane Tewinkel: Quinquilieren und Phantasieren – Musik erleben in Buddenbrooks.
- 4. August 2026: noch offen.
Weitere Termine sowie einen Aufruf zur Beteiligung an der Gestaltung der Jubiläumsausstellung „Family Affairs. 125 Jahre Buddenbrooks“ finden Sie auf der Seite des Buddenbrookhauses. Ringvorlesung und Lesereihe soll die Vorfreude auf die Jubiläumsausstellung versüßen. Diese wird ab dem 30. Oktober 2026 wieder im St. Annen Museum zu sehen sein. (Text orientiert sich an dem regelmäßig erscheinenden Newsletter des Buddenbrookhauses).
München:
Weimar: Vom 12. Mai bis zum 27. September bietet das Lenbachhaus München die Ausstellung „Ein Ferngespräch – Szenen aus der Weimarer Republik“. Kurt Tucholsky hatte gewitzelt: „Ein Ferngespräch soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst könnten die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen.“ Zu sehen sind unter anderem Bilder unter anderem von George Grosz, Käte Hoch, Jeanne Mammen, Gabriele Münter. Den Hintergrund illustrieren auch Erzählungen und Romane von Irmgard Keun oder Oskar Maria Graf. Gegenstand sind die sogenannten Golden Twenties, feministische Aktivistinnen, Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise, Aufstieg des Nationalsozialismus, antifaschistische Initiativen. Die Ausstellung wurde von Karin Althaus, Adrian Djukić und Matthias Mühling kuratiert. Die Eröffnung findet am 11. Mai, 19:00 bis 22:00 Uhr statt.
Solingen:
Dada ist Politik: Vom 9. Mai bis zum 13. September 2026 widmet sich das Zentrum für verfolgte Künste mit der großen Ausstellung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf! Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen“ im Zentrum für verfolgte Künste dem antimilitaristischen und gesellschaftskritischen Potenzial der Dada-Bewegung. Mit Werken unter anderem von Hannah Höch, George Grosz, John Heartfield, Kurt Schwitters Sophie Taeuber-Arp zeigt die Ausstellung die ungebrochene Aktualität einer Kunst, die sich bewusst gegen Gewalt, Nationalismus und autoritäres Denken stellte. Begleitend findet ein Gespräch mit Rocko Schamoni über Humor, Nonsense und politische Kunst statt. Die Ausstellung wird von der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung Solingen, der Regionalen Kulturförderung des LVR und der Kunststiftung NRW gefördert. (Meldung des Zentrums vom 22. Dezember 2025)
Wien:
Isidor von Shelly Kupferberg im Burgtheater: Die Uraufführung der Theaterfassung des Romans „Isidor – Ein jüdisches Leben“ fand am 28. Februar 2026 am Burgtheater mit der Regie von Philipp Stölzl und der Dramaturgie von Caroline Brückner statt. Weitere Informationen und die Termine finden Sie auf der Seite des Burgtheaters. Der Roman erschien 2022 bei Diogenes, im Demokratischen Salon wurde er in einem Gespräch mit der Autorin unter dem Titel „Das Reh im Palais“ vorgestellt. Aufführungen im Burgtheater gibt es verteilt über das gesamte Jahr 2026.
Wiesbaden:
Das Programm des Jüdischen Lehrhauses Wiesbaden für das erste Halbjahr 2026 (ausführliche Informationen unter diesem Link, über den auch die Anmeldungen möglich sind) liegt vor. Hier die Veranstaltungen im Juni 2026:
- Am 11. Juni 2026, 19 Uhr, liest Shelly Kupferberg aus ihrem zweiten Roman „Stunden wie Tage“ . Das Buch beginnt im Berlin der frühen 1940er Jahre. Martha E., fleißig und sparsam, arbeitet als Hausbesorgerin im Schöneberger Mietshaus der Brüder Berkowitz. Liane Berkowitz, ein neugieriges, lebenslustiges Mädchen aus gutem Hause, lernt im Krieg die Liebe und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten kennen. Jahrzehnte später wandert Martha die Straßen Schönebergs entlang, zerlumpt und abgerissen. Jeder kennt sie, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist: eine Millionärin und Zeugin von Lianes Leben. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Am 21. Juni 2026, 11 bis 15 Uhr, referiert der Judaist und Islamwissenschaftler Oliver Glatz über „Juden unter dem Halbmond –Jerusalem des Westens, Menasseh ben Israel und die sephardischen Juden in Amsterdam“. „Auch in den Niederlanden werden die Juden mit Güte und Wohlwollen empfangen, besonders in dieser berühmten Stadt Amsterdam, in der es nicht weniger als 400 jüdische Familien gibt“, schrieb Menasseh ben Israel 1641 an Oliver Cromwell, den „Lord Protector“ des Commonwealth. So wollte er Cromwell überzeugen, Juden die Niederlassung in Großbritannien wieder zu erlauben. Menasseh ben Israel kam aus einer portugiesisch-jüdischen Familie, die nach Zwangskonversion und Verfolgung 1610 im Amsterdam Zuflucht fand. Er wurde ein herausragender Gelehrter, Schriftsteller, Drucker und Diplomat, eine der prägenden Stimmen des frühneuzeitlichen Judentums in Europa zwischen Amsterdam, der Neuen Welt und London. (Anmeldung ist erforderlich.)
- Darüber hinaus bietet das Lehrhaus weitere Veranstaltungen, unter anderem Kochkurse, Kurse mit israelischen Tänzen, Führungen über den jüdischen Friedhof Platter Straße sowie Besuche der Synagoge, alle im Detail im Halbjahresprogramm aufgeführt.
Lesereise in Berlin, Meißen, Hannover, Münster, Köln und Hamburg:
Literatur aus Guinea-Bissau: Renate Heß und Rosa Rodrigues haben mehrere Autorinnen und Autoren aus Guinea-Bissau aus dem Portugiesischen ins Deutsche übersetzt. Renate Heß, Übersetzerin mehrerer Bücher von Abdulai Sila, hat im Demokratischen Salon die Literatur des Landes vorgestellt. Rosa Rodrigues hat zuletzt den Roman „Jasmin“ von Amadú Dafé übersetzt (Leipziger Literaturverlag). die beiden Übersetzerinnen haben in der Anthologie „Der Pitangabaum der Nachbarin“, erschienen in der Edition Noack & Block, sieben Erzählungen von Waldir Araújo, Amadú Dafé, Edson Incopté, Claudiany Pereira und Marinho de Pina versammelt. Die Erzählungen kreisen um Familiengeschichten, Träume und enttäuschte Lebenspläne, Tradition und Entwurzelung, Ungerechtigkeit und Freiheitskämpfe. Gemeinsam mit Edson Incopté stellen sie im Juni 2026 das Buch mit sieben Lesungen in sechs Städten vor: am 10. Juni 2026, 19:00 Uhr in A Livraria & Mondolibro Berlin (Torstr. 159, 10115 Berlin), am 11. Juni, 18:30 Uhr, im Afrika-Haus Berlin (Bochumer Str. 25, 10555 Berlin), am 13. Juni, 18:30 Uhr, im Meißner Literaturfestival (Interkulturelle Bühne, Schulplatz), am 14. Juni, 16:30 Uhr, im Stadtteilzentrum Lister Turm in Hannover (Walderseestr. 100, 30177 Hannover), am 16. Juni, 19:00 Uhr, in der Stadtbücherei Münster (Alter Steinweg 11, 48143 Münster), am 17. Juni, 19:00 Uhr, in Der andere Buchladen in Köln (Weyertal 32, 50937 Köln), am 18. Juni, 18:30 Uhr, im WillkommensKulturHaus in Hamburg (Bernadottestr. 7, 22763 Hamburg) .Der Afrikanist, Dichter und Schriftsteller Edson Incopté (*1987) koordiniert die Academia Ubuntu Guiné-Bissau, ist Sekretär des PEN-Zentrums Guiné-Bissau und des Schriftstellerverbands Associaçião de Excritores da Guiné-Bissau (AEGUI). Im Februar 2026 hat Renate Heß im Demokratischen Salon die Lage in Guinea-Bissau nach dem Militärputsch vom November 2025 beschrieben. Veranstalter der Lesereise ist die Amilcar-Cabral-Gesellschaft. Die Veranstaltungen werden von Engagement Global mit Mitteln des BMZ und in Niedersachsen durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gefördert.
