Veranstaltungen und Ausstellungen

Empfehlungen des Demokratischen Salons

Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungen und Ausstellungen, die ich Ihnen empfehlen möchte. Es handelt sich um eine rein subjektive Auswahl. Die Termine und Kurzbeschreibungen werden regelmäßig ergänzt, abgelaufene Termine werden gestrichen, sodass Sie sich jederzeit aktuell informieren können, wo Sie vielleicht demnächst einmal vorbeischauen möchten.

Sie können detaillierte Informationen über die hier empfohlenen Veranstaltungen und Ausstellungen nach Orten sortiert direkt über die Sprungmarken erreichen. Sie finden Veranstaltungen und Ausstellungen in Berlin (Weiter Schreiben, Projektionen auf den Osten, Gabriele Stötzer, Polnisch-deutsche Beziehungen, deutsch-jüdische Kochbücher, Der Holocaust – Was wussten die Deutschen? 50 Jahre Ausbürgerung von Wolf Biermann), Bochum (Skandale der WestLB), Bonn (Fotoausstellung Nicole Günther), Essen (Holo-Voices), Frankfurt am Main (Jüdisch-Politisches Lehrhaus),  Hamburg (Jüdische Kinderwelten),  Lübeck (125 Jahre Buddenbrooks), Mannheim (Kunst der 1960er Jahre), München (Chinesische Science Fiction, Rezeption des Expressionismus in der NS-Zeit, Provenienzforschung), Potsdam (80 Jahre DEFA-Filme), Rostock und Dresden (Kunst und Klimaanpassung), Solingen (Spaziergang von Deutschland in die Ukraine),  Wien (Theaterfassung von Shelly Kupferbergs Roman „Isidor“), Wiesbaden (Veranstaltungen des Jüdischen Lehrhauses), Wiesbaden, Bremen, München, Ascona (Blaue Reiterinnen), virtuelle Veranstaltungen (Vereinnahmung des Christentums in der Neuen Rechten) sowie ein Kreativwettbewerb (Climate Fiction).

Berlin

Projektionen auf den Osten: Vom 10. September bis zum 20. Dezember 2026 ist an zwei Orten in Berlin eine Fabian Bechtle und Leon Kahane kuratierte und von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Ausstellung zu sehen. Was meinen wir, wenn wir von „Osten“ sprechen? Wie und von wem wird der „Osten“ als kulturelle und politische Projektionsfläche konstruiert und wie prägt die Gegenüberstellung von „Ost“ und „West“ unsere Gegenwart, unsere Sprache, unsere Wahrnehmung? Welche politischen Folgen entfaltet sie? Die beiden Ausstellungen bringen Künstlerinnen und Künstler aus der Ukraine, der Republik Moldau, Rumänien und Deutschland zusammen und zeigt, welche kulturellen Chiffren heute die Wahrnehmung des östlichen Europa und das Bild von Ostdeutschland im Besonderen prägen, im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) (Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin) mit Anca Benera & Arnold Estefán, Pavel Brăila, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Maksym Khodak, KwieKulik, Shlomo Pozner, Hito Steyerl, Mikhail Tolmachev, Jasmin Werner, Anastasiya Yarovenko, im Schinkel-Pavillon (Oberwallstraße 32, 10117 Berlin) mit Helmar Lerski, Maria Lisogorskaya, Xavier Robles de Medina, Maya Schweizer, Andrzej Steinbach, Gabriele Stötzer. (Quelle: Newsletter der Kulturstiftung des Bundes vom 2. September 2026).

Weiter Schreiben: Das Weiter Schreiben Magazin #8 ist da! 48 druckfrische Seiten mit einer famosen Bildstrecke von Sevil Amini. „Fäden, Stoffe, Schnitte“ lautet der Titel, der Ebtesam Ahmed, Tania Arcimovich, Lily Farhadpour, Mubeen Khishany, Karima Shabrang, Meral Şimşek und Fariba Vafi zu Texten inspirierte, die Gedanken über Kleidung und Handwerk mit Reflexionen über Erzählstoffe und rote Fäden verbinden. Viele Kleidungsstücke sind mit Erinnerungen an persönliche Ereignisse verbunden, häufig solchen in der Kindheit. Genauso aber kann das Sticken oder Weben zur politischen Aktion werden. In Belarus etwa, wo Tania Arcimovich 2020 gegen den Kontrollverlust stickte. Oder in Afghanistan, wo ein selbstgewebtes Speisetuch „nicht bloß ein Stück Stoff war, sondern das kleine Stück Boden, das zu beherrschen der Frau gestattet war“, wie Karima Shabrang schreibt. Sie können das Magazin online lesen, als PDF herunterladen und mit dem Team von Weiter Schreiben und den Autor:innen feiern: Am 3. November 2026 im Acud in der Vetereanstraße in Berlin (Pressemitteilung von Weiter Schreiben vom 18. September 2026). Im Übrigen erhielt Weiter Schreiben die von der Stiftung Preußische Seehandlung verliehene Rahel Varnhagen-von Ense-Medaille 2026. Die Preisverleihung findet am 24. November 2026 in der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Annett Gröschner hält die Laudatio. Weitere Termine, beispielsweise mit Lesungen der Autor:innen, finden Sie auf der Internetseite von Weiter Schreiben. Weitere Informationen zu den einzelnen Terminen werden demnächst auf der Seite von Weiter Schreiben bekanntgegeben.

Gabriele Stötzer: In Berlin ist im Gropius-Bau bis zum 6. Dezember 2026 die Ausstellung „Gabriele Stötzer – Dabeisein und nicht schweigen“ zu sehen (Mo, Mi bis Fr 12:00–20:00, Sa und So 10:00–20:00). Die Ausstellung wurde von Julia Grosse kuratiert und von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. In der ZEIT beschrieb Alexander Cammann die Ausstellung unter der Überschrift „Körper vs. Stumpfsinn“. Er beginnt mit einer Szene der Haft Gabriele Stötzers im DDR-Gefängnis im Jahr 1976. Jetzt erhielt sie den Goslarer Kaiserring. Alexander Cammann nennt hebt unter anderem ihre Arbeit „Undine kommt“ hervor‘,“ die Ingeborg Bachmanns Erzählung ‚Undine geht‘ gleichsam optimistisch adaptiert. Vielleicht steckt genau darin der ansteckende Zauber dieser 73jährigen Künstlerin: Ihr quirliger, fröhlicher, neugieriger, unbedingt spielerischer Feminismus feiert die Experimente.“ Gabriele Stötzer ist eine der zehn Autor:innen, die Ines Geipel und Joachim Walther in ihrer Reihe „Die Verschwiegene Bibliothek“ aufgenommen hatten. Ines Geipel hat sie im Demokratischen Salon mehrfach vorgestellt, unter anderem in der dort dokumentierten Veranstaltung „Verfemte Literatur in der DDR“ und dem Gespräch „Die dritte Literatur des Ostens“. Die Ausstellung ist vom 14. März bis 26. September 2027 auch im Museum Abteiberg in Mönchengladbach zu sehen.

Polen und Deutschland: Am 7. Oktober 2026, 18:00 Uhr, findet auf Einladung des Deutschen Polen-Instituts im Deutschen Theater in Berlin (Schumannstr. 13a, 10117 Berlin), eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zwischen zwei Zeitenwenden: Aktuelle Herausforderungen für die deutsch-polnischen Beziehungen im transatlantischen Kontext“ statt. Teilnehmen werden Jana Puglierin, Leiterin des European Council on Foreign Relations (ECFR) in Berlin, Marci Shore, Osteuropahistorikerin an der Universität Toronto und Konrad Szymański, ehemaliger. Minister für EU-Angelegenheiten der Republik Polen und MdEP. Die Moderation übernimmt Christoph von Marshall, Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion beim Tagesspiegel. Die Veranstaltung wird deutsch-englisch-polnisch gedolmetscht. Sie wird von der Zeit-Stiftung Bucerius und der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung gefördert. (Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Polen-Instituts vom 22. Juli 2026.)

Ausbürgerung von Wolf Biermann: Im November 1976 wollte die DDR Wolf Biermann zum Schweigen bringen: Nach einem Konzert in Köln entzog sie ihm die Staatsbürgerschaft. Fünfzig Jahre später lädt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED Diktatur ins Kino International ein: Gemeinsam mit Pamela und Wolf Biermann am 6. November 2026, 18:00 Uhr „STIMME PROTEST FREIHEIT – Festival des kritischen Geistes“. Wolf Biermann singt und spricht über ein Leben zwischen Ost und West. Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel erinnert mit persönlichen Gedanken an seine Ausbürgerung. Pinar Atalay führt durch Gespräche mit Wolf Biermann, der Musikerin Balbina sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. In zwei literarisch-künstlerischen Panoramen begegnen prominente Stimmen aus Schauspiel, Literatur und Musik Biermanns Werk. Autorinnen und Autoren, die heute in Deutschland im Exil leben, lesen eigene Texte über Protest, Verlust, Sprache und Freiheit. Den Abschluss bildet gegen voraussichtlich 22:20 Uhr der neue Kinodokumentarfilm BIERMANN (2026). Anwesend sind auch Fabian Hinrichs, Betterov, Gabriele Stötzer, Thomas Brussig, Bettina Wegner, Durs Grünbein, Charlotte Gneuß, Andrej Hermlin, Julia Schoch, Marko Martin, Lea Streisand, Lukas Rietzschel, Doris Liebermann, Ilko-Sascha Kowalczuk und viele weitere. Tickets sind ab sofort zum Preis von 15 Euro / ermäßigt 10 Euro erhältlich. Im Saal gilt freie Platzwahl. (Pressemitteilung der Bundesstiftung Aufarbeitung vom 14. September 2026)

Deutsch-Jüdische Kochbücher: Am 1. und 2. Dezember 2026 veranstaltet das Leo Baeck Institute New York / Berlin ein Symposium zum Thema „Geschmack der Erinnerung – Essen, Familie und Identität im Spiegel deutsch-jüdischer Kochbücher“. Deutsch-jüdische Kochbücher sind weit mehr als Rezeptsammlungen. Sie erzählen von Familiengeschichten und Traditionen, von Migration und Verlust, von Kontinuitäten und kulturellem Wandel. Das Symposium bringt Wissenschaftler:innen, Köch:innen und Autor:innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um die Bedeutung von Essen und kulinarischer Überlieferung in deutsch-jüdischen Lebenswelten zu beleuchten. Im Mittelpunkt stehen Kochbücher aus den Archiven des Leo Baeck Institute als historische Quellen, Träger familiärer Erinnerungen und Ausdruck jüdischer Kulturgeschichte. Darüber hinaus werden die Rolle von Geschmack und Esskultur für die Weitergabe von Traditionen sowie die Bedeutung kulinarischer Praktiken für individuelle und kollektive Identitätsbildung diskutiert. Weitere Informationen folgen.

„Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?“ Die von Christian Schmittwilken kuratierte Ausstellung ist bis zum 31. Januar 2027 im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors zu sehen. Die Ausstellung befasst sich mit der Frage, was im Deutschen Reich zu welcher Zeit über den Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden, aber auch über andere Massenverbrechen bekannt war oder gewusst werden konnte. Die Ausstellung präsentiert rund 300 Exponate aus 95 Archiven, öffentlichen Sammlungen und privatem Besitz. Mit diesem Material – darunter Reproduktionen von Fotografien und Dokumenten, Audio- und Videoaufnahmen sowie Originalobjekte – werden viele bislang kaum bekannte Geschichten erzählt. Es gibt einen Begleitband in deutscher und in englischer Sprache. Die Veranstaltungen im Begleitprogramm können auch im Livestream verfolgt werden. Die Ausstellung wurde im Demokratischen Salon in deinem Gespräch mit dem Kurator vorgestellt: „Ein offenes Geheimnis“. Die nächsten Veranstaltungen:

  • Das Ungesagte, am 13. Oktober 2026, 19:00 Uhr, Dokumentarfilm, Deutschland 2025, 97 Min. (gekürzte Fassung), im Anschluss: Podiumsgespräch mit Regisseurin Patricia Hector, Regisseur Lothar Herzog und Stephanie Bohra.
  • Holocaust-Gedenken von 1945 bis zur Gegenwart, Podiumsgespräch am 24. November 2026, 19:00 Uhr, mit Eva Berendsen, Elke Gryglewski, Martin Liepach, Einführung und Moderation: Martin Sabrow.
  • Der Weg zum Holocaust, Vortrag am 26. Januar 2027 von Dieter Pohl, Moderation: Ulrich Baumann.

(Pressemitteilungen der Topographie des Terrors vom 16. März und 2. April 2026)

Bochum:

Kunst und Kapital: in der Ausstellung „Kunst, Geld, Skandal – was von der WestLB übrig bleibt“ geht es um die Geschichte der Bank und ihrer Sammlung. Die Bank wurde nach mehreren Skandalen im Jahr 2012 aufgelöst. Welche Kunstwerke befanden sich in der WestLB, warum kamen die Arbeiten an die RUB und können die Objekte als Zeugen des Zusammenbruchs eines international agierenden Finanzinstituts gewertet werden? Die Ausstellung ist zu sehen in den Kunstsammlungen der Ruhruniversität Bochum (Universitätsstraße 150, Forumsplatz, 44801 Bochum). Sie ist bis zum 22. November 2026 zu sehen. Gestaltet wurde sie von einem studentischen Kurator:innen-Team: Tobias Becker, Fatime Dzaferi, Kristina Jurkowski, Philipp Langweg, Marlene Sophie Pott, Melina Smutny, Jana Natalie Swieca und Lea Wittrock unter Leitung von Alexia Pooth. (Pressemitteilung vom 25. Juni 2026)

Bonn:

Fotographien Nicole Günther: Bis zum 6. November 2026 (Mo bis Fr 9 – 13 Uhr) zeigt die inzwischen auch international bekannte Fotokünstlerin Nicole Günther ihre Ausstellung „Stage Stories – Die Sprache der Bühne“ in den Räumen der Theatergemeinde Bonn (Bonner Talweg 10, 53111 Bonn Ein entscheidender Gesichtspunkt der Fotografien von Nicole Günther ist das verfremdende Spiel von Licht und Schatten, über das sich das Wesentliche einer Theaterszene enthüllt. Über die Ausstellung wird im Demokratischen Salon in dem Beitrag „Der ewige Augenblick“ berichtet. Darüber hinaus informieren zwei weitere Beiträge der Künstlerin über ihre Arbeiten: „Vom Einfangen des Wesentlichen“ und „Die Magie von Licht und Schatten“. In allen Beiträgen sind mehrere ihrer Bilder zu sehen. Ihr Atelier hat die Künstlerin im Bonner Frauenmuseum eingerichtet.

Essen
:

Zeitzeug:innen – Zweitzeug:innen: Es leben nur noch wenige Überlebende der Shoah. Um ihr Vermächtnis, ihre Erzählungen auch in der Zukunft lebendig zu erhalten, bieten HoloTechnik und KI neue Möglichkeiten des Dialogs. Am 27. Januar 2026 wurde in Essen in der Zeche Zollverein die Ausstellung „Holo-Voices: Begegnen – Fragen – Weitersagen“ eröffnet. Das interaktive Projekt wurde von der Organisation Zweitzeugen e.V. kuratiert. Vorbild war ein US-amerikanisches Projekt. Es geht in dem Projekt darum, mit „KI-Technik eine lebendige Interaktion mit Zeitzeug:innen des Holocausts“ zu ermöglichen. Angewandt wird die die Technik Natural Language Processing (NLP), über die die Besucher:innen „originale Videoantworten der Zeitzeug:innen“ erhalten. Grundlage waren unter anderem Interviews des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek und die Frankfurter Ausstellung „Frag nach!“ Ab Februar 2026 wird ein didaktisches Begleitprogramm für Schulklassen/Jugendgruppen (ab 14 Jahre) und Erwachsene umgesetzt. Weitere begleitende Formate werden entwickelt und auf der Internetseite von Zeitzeugen e.V. vorgestellt. Anmeldungen sind jederzeit möglich: a.olek@zweitzeugen.de Es ist möglich, eine Führung durch die Ausstellung mit der Ausstellung „Unter Tage – Unter Zwang“ (Thema Zwangsarbeit im Ruhrgebiet) zu kombinieren. Projektträger ist die TU Dortmund Die Ausstellung wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, von der RAG-Stiftung, der Krupp-Stiftung und der Brost-Stiftung gefördert. Im Demokratischen Salon werden die Ausstellung und die Arbeit von ZWEITZEUGEN e.V. in einem Gespräch mit Ruth-Anne Damm unter der Überschrift „Es beginnt mit dem Feuer im Herzen“ vorgestellt.

Frankfurt am Main:

Jüdisch-Politisches Lehrhaus: Das Jüdisch-Politische Lehrhaus Frankfurt am Main lädt zu weiterenVeranstaltungen ein, die jeweils im „Goldenen Apfel“ (An der Staufenmauer 11) in Frankfurt am Main stattfinden, am 10. November 2026, 19:00 Uhr mit Liliana Feierstein (Berlin) und Elisa Klapheck: „Demokratische Bildung, jüdische Werte und humanistisches Ethos – Zum Jahrzeit von Micha Brumlik sel. A.“ sowie am 14. Dezember 2026, 19:00 Uhr mit Abraham de Wolf, Sprecher des Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten: „Der Wille zur Freiheit – Jüdische Positionen zum geplanten Haus der Demokratie“. Anmeldungen werden an veranstaltungen.jmf@stadt-frankfurt.de erbeten. Der Eintritt ist kostenlos.

Hamburg
:

Jüdische Kinderwelten: In Hamburg wurde im Juli 2025 die Dauerausstellung „Jüdische Kinderwelten – Die Geschichte der Israelitischen Töchterschule“ eröffnet. Sie ist in der gleichnamigen Volkshochschul-Gedenk- und Bildungsstätte in der Karolinenstraße 35 zu sehen (Do 14.00 – 17.00 Uhr, So 10.00 – 14.00 Uhr) Heike Linde-Lembke berichtete in der Jüdischen Allgemeinen: Zu sehen sind „Gegenstände aus einer anderen Zeit, die für die Schülerinnen der Israelitischen Töchterschule in Hamburg einmal sehr wichtig waren“: eine Schultasche, Schlittschuhe, Lehrbücher, Briefe von Schülerinnen an eine Lehrerin. Die Schule pflegte „ein modernes Bildungsprogramm“, Fremdsprachen, Naturwissenschaften ebenso wie religiöse Bildung. Unterrichtet wurden etwa 500 Schülerinnen in 16 Klassenräumen. Die Ausstellung zeigt jüdisches Leben in der Kaiserzeit, der Weimarer Zeit und unter dem Nationalsozialismus. Die Schule wurde in den Jahren 1933 bis 1942 „zu einer Art Zufluchtsort für jüdische Kinder. Die Ausstellung endet mit der Frage: ‚Wie wollen wir heute erinnern und handeln?‘“ Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Gedenkstätte Anna von Villiez kuratiert. Schulklassen sind willkommen.

Lübeck:

125 Jahre Buddenbrooks: Thomas Manns Debütroman wird 125 Jahre alt. Gemeinsam mit dem Theater Lübeck veranstaltet das Buddenbrookhaus das ganze Jahr über Lesungen des Romans unter dem Titel „Buddenbrooks in Lübeck. Ein Jahr, ein Buch“. Jeden Monat gibt es Auszüge aus einem Kapitel, gelesen von Michael Fuchs und Gästen. Mit dieser Reihe bewegen wir uns durch Lübeck, an Orte, die passend zu den Themen des jeweiligen Kapitels ausgewählt wurden. Musikalisch werden Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck durch die Abende führen. Das erste Kapitel wurde am 21. Januar 2026 gelesen (Einzug und Einweihung des Hauses in der Mengstraße), das zweite am 25. Februar 2026 (Tonys Zeit im Mädchenpensionat Sesemis). Die nächsten Veranstaltungen:

  • 7. Oktober 2026: Tod der Konsulin / Bruderstreit (Kolumbarium).
  • 11. November 2026: Thomas stirbt nach Besuch beim Zahnarzt (Center of Brain, Behavior and Metabolism, Universität zu Lübeck, Geb. 66, Marie-Curie-Straße, 23562 Lübeck).
  • 9. Dezember 2026: Hannos Schulerlebnis (Kathrarineum).

Des Weiteren begann am 17. Februar 2026 die Ringvorlesung „Eine Stadt liest einen Roman – 125 Jahre Buddenbrooks“ mit einem Vortrag von Hans Wißkirchen: „Der unsichere Mann und Maskerade in Buddenbrooks“ (Video auf youtube). Alle Vorträge jeweils um 19:00 Uhr in der Villa Brahms, Lübeck. Sie werden von Studierenden der Musikhochschule musikalisch begleitet. Sie sind schließlich in dem zur Ausstellung vorbereiteten Katalog nachzulesen und kurz auch auf youtube online zu sehen.

Weitere Termine sowie einen Aufruf zur Beteiligung an der Gestaltung der Jubiläumsausstellung „Family Affairs. 125 Jahre Buddenbrooks“ finden Sie auf der Seite des Buddenbrookhauses. Ringvorlesung und Lesereihe soll die Vorfreude auf die Jubiläumsausstellung versüßen. Diese wird ab dem 30. Oktober 2026 wieder im St. Annen Museum zu sehen sein. (Text orientiert sich an dem regelmäßig erscheinenden Newsletter des Buddenbrookhauses).

Mannheim:

Kunst der 1960er Jahre: In der Kunsthalle Mannheim ist bis zum 11. Oktober 2026 die Ausstellung „Radikal. Real. Nouveau Réalisme und die Kunst der 1960er Jahre“ zu sehen. Gegenstand der Ausstellung sind der in Paris von einer Künstlergruppe um Pierre Restany konzipierte „Nouveau Réalisme“ und die Kunst der 1960er Jahre. Gezeigt werden Werke von Arman, César, Yves Klein, Mimmo Rotella, Daniel Spoerri, Niki de Saint Phalle und Jacques de la Villeglé sowie Arbeiten von Künstler*innen wie Alina Szapocznikow und anderen, die zeitgleich an ähnlichen Fragestellungen gearbeitet haben. Die Ausstellung wurde von Luisa Haase konzipiert. Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm mit zahlreichen Überblicksführungen.

München:

Chinesische Science-Fiction: In den Räumen des Goethe-Instituts München (Rablstr. 24) ist vom 27. Juli bis zum 28. Oktober 2026 die Ausstellung „Das Erbe der Menschheit“ zu sehen (Mo, Di, Do 8 – 18.30 Uhr, Mi und Fr 8 – 17.30 Uhr). Gezeigt werden Illustrationen und Grafiken der im Maro-Verlag veröffentlichten Erzählbände „Das Erbe der Menschheit“ und „Im Ozean ein Mutterschiff“, die Studierende der Hochschule Düsseldorf und der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig entwickelt haben. Zu den Motiven gehören beispielsweise das spannungsreiche Verhältnis zwischen Menschen und Technik, Städte, die auf dem Ozean wurzeln, und Künstliche Intelligenzen, die Blockbuster schreiben. Außerdem zu sehen ist ein Panorama von Illustrationen, die in der Reihe „Maro-Hefte“ veröffentlicht wurden und zur Begegnung mit fragwürdigen Verschwörungstheorien, gesellschaftlichen Absurditäten und eigenwilligen Erfindungen einladen. Der Maro-Verlag wurde bereits im Demokratischen Salon in einem Gespräch mit der Verlegerin Sarah Käsmeyer vorgestellt, ebenso die Zeitschrift „Kapsel“ und die Sammelbände mit Erzählungen zur chinesischen Science Fiction in einem Gespräch mit Lukas Dubro. (Quelle: Presseinformation des Maro-Verlags vom 22. Juli 2026)

Rezeption des Expressionismus: Am 28. Oktober, 18:30 bis 20:00 Uhr hält die Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Isgard Kracht im Lenbachhaus (Georg-Knorr-Saal) den Vortrag „Franz Marc im Nationalsozialismus – Vom Wer eines Gefallenen“. Franz Marc wurde im Nationalsozialismus als Expressionist verfemt und zugleich als 1916 gefallener deutscher Soldat vereinnahmt. Isgard Kracht verfolgt, wie sein Werk zwischen kulturpolitischer Ausgrenzung, nationaler Vereinnahmung und anhaltender Wertschätzung neu verhandelt wurde – und warum gerade der „Wert eines Gefallenen“ Marc zeitweise eine besondere Stellung verschaffte. Am selben Tag findet zwischen 15:00 und 16:30 Uhr ein Dialogrundgang mit Isgard Kracht in der Ausstellung „Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter“ statt. Thema ist anhand ausgewählter Werke die Rezeption des Expressionismus im Nationalsozialismus, über Sammlungsgeschichten und Provenienzforschung. (Newsletter des Lenbachhauses vom 15. September 2026)

Provenienzforschung: Am 18. November, 18:30 bis 20:00 Uhr hält die Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Anja Akikazu Matsuda, im Lenbachhaus (Georg-Knorr-Saal) den Vortrag „Die Arisierung der Galerie Hugo Helbing: Ein Provenienzforschungsprojekt am Lenbachhaus“. Im Jahr 1944 erwarb das Lenbachhaus fünf Arbeiten auf Papier bei Jakob Scheidwimmer, dem Inhaber der Galerie an der Wagmüllerstraße, die zuvor als Galerie Hugo Helbing bestanden hatte. Hugo Helbing und seine national wie international erfolgreiche Kunsthandlung wurden nach 1933 durch Repressalien, Boykott und Ausschluss systematisch zerstört. Hugo Helbing sowie seine Teilhaber wurden als Juden vom NS-Regime verfolgt, vertrieben und ermordet. Die Übernahme der Firma durch Jakob Scheidwimmer ist ein besonders komplexer Fall einer sogenannten „Arisierung“. Anja Akikazu Matsuda wird in ihrem Vortrag nicht nur das gemeinsame Projekt zur Erforschung der fünf Papierarbeiten erläutern, sondern auch einen tieferen Einblick in das Leben und Wirken des Kunsthändlers und Auktionators Hugo Helbing geben. Eine anschließende Diskussionsrunde erweitert den Blick auf den Münchner Kunsthandel während der NS-Zeit. (Newsletter des Lenbachhauses vom 15. September 2026)

Potsdam:

80 Jahre DEFA-Filme: Das Filmmuseum Potsdam (Breite Straße 1a / Marstall, 14467 Potsdam) zeigt bis zum 2. Mai 2027 (Dienstag bis Sonntag jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr) in Zusammenarbeit mit der Defa-Stiftung und dem Förderverein des Filmmuseums Potsdam die Ausstellung „Ohne Frühstück – Ohne Diskussion – 80 Jahre DEFA-Filme“. Zwischen 1946 und 1992 wurden etwa 750 Filme produziert. Thema der Ausstellung sind Spielfilme und Dokumentarfilme, die den Alltag der Menschen in der DDR zeigen, darunter Klassiker wie „Solo Sunny“, „Die Beunruhigung“ und „Bis daß der Tod Euch scheidet“, aber auch weniger beachtete Filme. Nicht Gegenstand der Ausstellung sind beispielsweise Märchen-, Abenteuer- und Science-Fiction-Filme. Die Sonderausstellung wird von der Foyerausstellung „Diene Ehrlich Friedlichem Aufbau“  und einer umfassenden Film- und Veranstaltungsreihe begleitet. Der Podcast „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre DEFA-Filme“ ergänzt und vertieft Ausstellung und Begleitprogramm.

Rostock und Dresden
:

Nachhaltigkeit und Klimaanpassungen: Die Kulturstiftung des Bundes veranstaltet unter dem Titel „Netzwerk Zero – Tagung für Nachhaltigkeit in Kunst, Kultur und Verwaltung“ veranstaltet eine bundesweite Reihe von Tagungen mit verschiedenen regionalen Partnern, um Wissen im Bereich Nachhaltigkeit mit Akteuren in verschiedenen Bundesländern zu teilen. Die Veranstaltungen greifen dabei auf Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Förderprogramm Zero – Klimaneutrale Kunst und Kulturprojekte sowie aus dem Pilotprojekt Klimaanpassung in Kultureinrichtungen zurück. Mit zwei Tagungen für Nachhaltigkeit in Kunst, Kultur & Verwaltung wird die Reihe der regionalen Netzwerktreffen in diesem Jahr abgeschlossen. Die erste Veranstaltung findet am 24. September 2026 im FRIEDA 23 in Rostock statt. Die zweite Veranstaltung findet am 16. und 17. November 2026 als zweitägige Veranstaltung im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden statt. (Presseinformation der Kulturstiftung des Bundes vom 25. Juni 2026)

Solingen:

Von Deutschland in die Ukraine: Das Zentrum für verfolgte Künste (Wuppertaler Straße 160, 42653 Solingen) zeigt vom 8. Oktober bis zum 8. November 2026 die Fotoausstellung „Lebenslinien – Über Grenzen hinweg“, ein Kunstprojekt von Hanna Melnikova. Die Fotokünstlerin wanderte im Sommer 2025 von Deutschland in die Ukraine und dokumentierte diese Reise in ihren Fotografien, „eine Auseinandersetzung mit Migration, Widerstandsfähigkeit, kultureller Verbundenheit und der aktuellen geopolitischen Landschaft.“ Eine Inspiration gab ihr die Performance „Lovers“ von Marina Abramović. Zu ihrer Wanderung schrieb sie: „Die symbolische Bedeutung dieses Spaziergangs: Er steht stellvertretend für das Leben selbst. Die für das Projekt festgelegte Route veranschaulicht die Grenzen zwischen Nationen und verkörpert die Kluft zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie persönlicher und kollektiver Transformation. Eine Linie als Grenze und als Abgrenzung.“ (Pressemitteilung des Zentrums für verfolgte Künste vom 16. September 2026)

Wien:

Isidor von Shelly Kupferberg im Burgtheater: Die Uraufführung der Theaterfassung des Romans „Isidor – Ein jüdisches Leben“ fand am 28. Februar 2026 am Burgtheater mit der Regie von Philipp Stölzl und der Dramaturgie von Caroline Brückner statt. Weitere Informationen und die Termine finden Sie auf der Seite des Burgtheaters. Der Roman erschien 2022 bei Diogenes, im Demokratischen Salon wurde er in einem Gespräch mit der Autorin unter dem Titel „Das Reh im Palais“ vorgestellt. Aufführungen im Burgtheater gibt es verteilt über das gesamte Jahr 2026.

Wiesbaden:

Jüdisches Lehrhaus: Das Programm für das zweite Halbjahr 2026 ist online verfügbar. Anmeldung ist erforderlich (per Mail an Lehrhaus@jg-wie.de). Wenn nicht anders genannt, finden die Veranstaltungen in der Jüdischen Gemeinde statt. Am 12. Oktober, 18 bis 20 Uhr, diskutiert der Literaturwissenschaftler Hartmut Boger über die Sprachskepsis der Ilse Aichinger (in der Villa Schnitzler, Biebricher Allee 42) Am 14. Oktober 2026, 18:00 Uhr kommentiert die Buchautorin Esther Schapira mediale Berichterstattung und Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023. Am 5. November 2026, 18:00 Uhr, referiert Johannes Becke, Inhaber des Ben-Gurion-Lehrstuhls für Israel- und Nahoststudien an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg darüber, wie Israel Teil des Nahen Ostens wurde und wie sich die israelische Gesellschaft jenseits der Tagespolitik verortet: „Hier ist nicht Europa“. Außerdem bietet das Lehrhaus Kochkurse, Tanzveranstaltungen, Führungen über den Friedhof „Schöne Aussicht“ sowie am 30. September 2026, 15:00 Uhr und 18:00 Uhr einen Tag der offenen Tür (bitte hierzu Personalausweis mitbringen).

Wiesbaden, Bremen, München, Ascona
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Künstlerinnen: Der „Blaue Reiter“ ist bekannt. Bisher nahezu völlig unerforscht blieben jedoch die beteiligten Künstlerinnen, die „Blauen Reiterinnen“, denen sich ein kunsthistorisch bedeutendes Ausstellungsprojekt des Museums Wiesbaden, des Paula Modersohn-Becker-Museum, Bremen, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München und der Fondazione Marianne Werefkin, Ascona, widmet. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des „Blauen Reiter“ erstmals konsequent aus der Perspektive seiner Künstlerinnen. Zwölf Pionierinnen der Moderne und ihr europaweites Netzwerk von Moskau über München bis nach Paris stehen im Mittelpunkt der internationalen Premiere „Die Blauen Reiterinnen“. Marianne von Werefkin beispielsweise formulierte den programmatischen Leitsatz: „Die Zukunft der Kunst ist die emotionale Kunst.“ Die Schauspielerin Iris Berben übernimmt die Schirmherrschaft für die drei deutschen Ausstellungsorte. Ausstellungsstationen sind das Museum Wiesbaden (23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027), das Paula Modersohn-Becker-Museum in Bremen (13. März bis 29. August 2027) und die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (12. Oktober 2027 – 23. April 2028). Der Abschluss findet ab Juni 2028 im Museo Comunale in Ascona statt. (Pressemitteilung des Lenbachhauses vom 9. Juli 2026)

Christentum und Neue Rechte: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus (BAG K + R) bietet zwei Veranstaltungen zur Vereinnahmung christlicher und scheinbar christlicher Positionen durch die neue Rechte an. Am 20. Oktober, 13:30 bis 14:30 Uhr, referiert Michael Moser (Institut für Kirche und Gesellschaft der evangelischen Kirche in Westfalen) zum Thema „Rückkehr zur ‚natürlichen Ordnung?‘ – Aspekte der rechten Vereinnahmung des Christentums“. Am 28. Oktober, 15:00 bis 16:00 Uhr gibt das Onlineseminar „Gefährliches Erbe – Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus“ eine Einführung in Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus. Referent ist Henning Flad (BAG K + R). Beide Veranstaltungen werden von Annika Pohl (BAG K + R) moderiert. Anmeldung unter den jeweiligen Links.

Bundesweiter Kreativwettbewerb
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Climate Fiction: Bis zum 28. Februar 2027 besteht die Möglichkeit, sich an dem Kreativwettbewerb Klima-Utopien zu beteiligen, eine Aktion der Initiative Zukunftskulturen in Kooperation mit der Deutschen KlimaStiftung und Zwischenraum – temporärer Kunstraum Aurich e.V. unter der Schirmherrschaft von Kim Stanley Robinson und Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Gesucht werden bei der ersten Ausgabe Kurzgeschichten sowie Beiträge aus Malerei und Grafik, welche Ideen für Utopien klimagerechter Zukünfte vermitteln. Weitere Informationen finden Sie im Laufe des Septembers 2026 auf der Internetseite des Wettbewerbs.